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Technik und Wissenschaft

China und Indien: Klimamodelle zeigen Fernwirkungen durch Begrünung

Chinas und Indiens Begrünung verändert laut Klimamodellen globale Luftströmungen und kühlt das westliche Eurasien ab. Gleichzeitig zeigen Vergleiche mit Wirtschaftsdaten, dass asiatische Exporte wie Elektroautos in Europa zunehmen, während diplomatische Gespräche in Peking den Abbau von Grenzspannungen vorantreiben.

Klimamodelle zeigen Fernwirkungen von Chinas und Indiens Begrünung

China und Indien gehören zu den Regionen, in denen die Vegetation in den vergangenen Jahrzehnten besonders stark zugenommen hat. Gemeinsam stehen beide Länder für fast ein Drittel des weltweiten Zuwachses an Blattfläche, wie Satellitendaten aus den Jahren 1982 bis 2020 belegen. Ein internationales Forschungsteam der Nanjing University of Information Science and Technology hat diese Veränderungen untersucht und im Fachjournal Advances in Atmospheric Sciences veröffentlicht.

Die im gekoppelten Land-Atmosphäre-Modell CAM6.0–CLM5.0 durchgespielten Szenarien zeigen, dass eine Zunahme der Vegetation nicht überall dieselben klimatischen Folgen hat. Während in China die Temperaturen überwiegend sinken und in Süd- sowie Nordostchina mehr Regen fällt, kehrt sich das Bild in Indien um. Dort steigen die Temperaturen, während die Niederschläge großflächig abnehmen.

Begrünung führt nicht zwangsläufig überall zur gleichen Klimareaktion.

Miao Yu, Nanjing University of Information Science and Technology

Atmosphärische Kettenreaktionen und Jetstream-Verschiebungen über Eurasien

Wenn China und Indien gleichzeitig grüner werden, wirken die Prozesse beider Regionen zusammen und setzen eine atmosphärische Kettenreaktion in Gang. Über Südchina fördert zusätzliche Feuchtigkeit die Wolkenbildung, wodurch weniger Sonnenenergie den Boden erreicht. Über Indien hingegen wird ein größerer Teil der Feuchtigkeit abtransportiert, was vor Ort zu weniger Wolken und höherer Einstrahlung führt.

China und Indien: Klimamodelle zeigen Fernwirkungen durch Begrünung
Photo: Focus

Diese Veränderungen in Wolkenbildung, Feuchtigkeit und Landoberflächenwärme beeinflussen Luftströmungen in großer Höhe. In den Computersimulationen verändern sich der ostasiatische und der zentralasiatische Jetstream, und auch die Ausbreitung von Rossby-Wellen passt sich an. Über Eurasien begünstigt die veränderte Zirkulation den Vorstoß kalter Luft aus den Polarregionen, wodurch sich das westliche Eurasien im Modell abkühlt.

Handelszahlen, Zölle und grüne Exporte nach Westeuropa

Während Klimaforscher die Fernwirkungen der Vegetation analysieren, spiegeln sich asiatische Industrieentwicklungen im europäischen Handel wider. Chinas Wirtschaft verzeichnete im Juli Anzeichen von Stagnation, wie Daten des Nationalen Statistikamtes zeigten. Dennoch bilden Verkäufe von Elektrofahrzeugen einen wirtschaftlichen Lichtblick.

National flags of China and India fly next to the Meijiang Convention and Exhibition Center, a venue for 2025 Shanghai
Photo: reuters.com

Erhebungen von Schmidt Automotive Research für die ersten fünf Monate des Jahres zeigen, dass der Marktanteil chinesischer E-Modelle in Westeuropa auf 14,2 Prozent gestiegen ist. Dies bedeutet, dass etwa jedes siebte in der Region verkaufte Elektroauto aus chinesischer Fertigung stammte. Dies geschieht trotz bestehender EU-Zölle, die seit 2024 erhoben werden.

Wirtschaftlicher Faktor Entwicklung und Kontext
E-Auto-Verkäufe in Westeuropa 14,2 Prozent Marktanteil in den ersten fünf Monaten des Jahres (Schmidt Automotive Research)
Handelsdefizit der EU mit China Erreichte im Jahr 2025 einen Rekordwert von 359,9 Milliarden Euro
Chinesische EV-Designs in Europa Über 120 angebotene Designs im laufenden Jahr im Vergleich zu rund 100 europäischen

Diplomatische Grenzgespräche und politische Stabilität

Parallel zu wirtschaftlichen und klimatischen Entwicklungen treiben Peking und Neu-Delhi die diplomatischen Beziehungen voran. Der chinesische Außenminister Wang Yi und der indische Nationale Sicherheitsberater Ajit Doval führten in Peking umfassende Gespräche über Grenzangelegenheiten und bilaterale Beziehungen, die das chinesische Außenministerium als freundlich und candide bezeichnete.

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Beide Regierungen einigten sich darauf, die Suche nach einer fairen und gegenseitig akzeptablen Lösung für die rund 3.800 Kilometer lange und umstrittene Grenze fortzusetzen. Die indische Botschaft bestätigte die Gespräche über den Ausbau der Zusammenarbeit und die Wahrung des Friedens in den Grenzgebieten.

„Both sides should learn from historical experience, place the border issue in an appropriate position in bilateral relations, and move forward without stagnation, regression, or deviation.“

Wang Yi, Chinese Foreign Minister, via Reuters

Die nächste Runde der Grenzgespräche ist für das Jahr 2027 in Indien vereinbart worden.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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