Zum Inhalt springen
Unternehmen

Volkswagen senkt Gewinnprognose nach Milliardenbelastung drastisch

Volkswagen hat am 18. Grund für die Krise sind vor allem die schwächelnde Sportwagensparte Porsche, massive Einbrüche in China und ein beschleunigter Trend zu Elektrofahrzeugen.

Europas größter Autokonzern steckt in einer tiefen Krise. Am Freitag korrigierte Volkswagen seine Prognose für das laufende Jahr massiv nach unten. Statt der bisher erwarteten operativen Umsatzrendite von vier bis fünfeinhalb Prozent traut sich der Konzern für 2026 nur noch höchstens ein Prozent zu. Analysten hatten zuvor im Schnitt mit 4,1 Prozent gerechnet.

Milliardenbelastung durch Porsche und schrumpfender China-Markt

Der größte Teil der Belastung entfällt auf die Sportwagensparte Porsche. Rund sechs Milliarden Euro der insgesamt rund zehn Milliarden Euro beziehungsweise 11,5 Milliarden US-Dollar an einmaligen Kosten stammen aus neuen Mittelfristannahmen für das Unternehmen aus Stuttgart, an dem Volkswagen 75 Prozent hält. Die Nachrichten lösten an den Börsen deutliche Kursverluste aus: Volkswagen-Aktien schlossen 5,6 Prozent schwächer, Porsche verlor 3,3 Prozent, und die Dachgesellschaft Porsche SE gab um 4,9 Prozent nach.

Der Konzern leidet unter dem schwierigen Marktumfeld in den USA und China. In der Volksrepublik, dem weltweit größten Automarkt, musste Volkswagen einen Einbruch von 20 Prozent hinnehmen und verlor bereits 2024 die Marktführerschaft.

Der Wandel hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen sowie die aktuelle Zollsituation belasten das Geschäft zusätzlich.

Drohender Jobabbau bei Porsche und verschärfte Restrukturierung

Bereits im Juli hatte Porsche beschlossen, zur Senkung der Personalkosten bis 2035 insgesamt 5.000 Stellen zu streichen. Diese Maßnahmen kommen zu früheren Einsparungen aus dem ersten „Zukunftspakt im Jahr 2025 hinzu, die 3.900 Mitarbeiter bei der Marke sowie 500 Jobs bei Tochtergesellschaften betrafen. Da Porsche rechtlich eigenständig ist, kann Volkswagen diese Schritte den Angaben zufolge jedoch nur empfehlen und nicht direkt anordnen.

Volkswagen logo at the carmaker
Photo: reuters.com

Die neuen Belastungen treffen Volkswagen nur zwei Wochen, nachdem sich das Unternehmen mit seinen Aktionären auf einen umfassenden Transformationsdeal geeinigt hatte. Dieser sah bereits 50.000 Jobstreichungen, eine vereinfachte Konzernstruktur und mögliche Werkschließungen vor.

Volkswagen senkt Gewinnprognose: Milliarden fehlen
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.