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Unternehmen

DAX verliert 1,3 Prozent wegen Erzeugerpreisen und Verfallstag

Am Freitag, den 19. Höhere deutsche Erzeugerpreise im August und der große Verfallstag an den Terminbörsen bremsten die Erholung des Leitindex laut Berichten von Börse Express spürbar aus.

Die Stabilisierungsversuche des deutschen Aktienmarktes haben am Freitag einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Nach einer vorherigen Rally verlor der DAX rund 1,3 Prozent an Wert und schloss unter der Marke von 25.400 Punkten. Auf Wochensicht verzeichnet der Index damit ein Minus von etwa einem halben Prozent, wie Börse Express ankerte. Gleichzeitig startete der Handel laut stock-world.de bei rund 25.600 Punkten, nachdem die Vorwoche den Index bereits auf ein Tief seit Ende Juli gedrückt hatte.

Zusammentreffen von Verfallstag und Inflationsdaten

Zwei zentrale Belastungsfaktoren trafen an diesem Handelstag zusammen. Zum einen sorgte der große Verfallstag von Futures und Optionen an den Terminbörsen für deutliche Kursschwankungen. Zum anderen lieferten die deutschen Erzeugerpreise am Morgen trübe Nachrichten: Der Preisauftrieb im August fiel stärker aus als von Beobachtern erwartet und bestätigte, dass die lang anhaltende Phase hoher Energiekosten in der deutschen Wirtschaft nachwirkt. Sinkende Ölpreise entlasten zwar die Märkte, doch ihre dämpfende Wirkung kommt traditionell nur mit zeitlicher Verzögerung im Wirtschaftsgeschehen an.

Die Notenbankpolitik bleibt derweil der zentrale Taktgeber für die Märkte. So entschied die Europäische Zentralbank über die Leitzinsen; eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent galt unter Experten als ausgemachte Sache, während die Märkte bereits zwei weitere Zinsschritte für das kommende Jahr einpreisen, so stock-world.de. Höhere Zinsen verteuern Investitionen und machen festverzinsliche Anleihen als Anlageform attraktiver, was den Druck auf Aktienkurse erhöht.

Belastete Automobil- und Telekommunikationswerte

Innerhalb des DAX zeigte sich ein stark gespaltenes Bild. Vor allem die Automobilbranche sowie die Indexschwergewichte SAP und Deutsche Telekom zogen den Markt nach unten. Die Aktie der Deutschen Telekom verlor rund 4,3 Prozent, nachdem ein negatives Analystenvotum für den Wettbewerber Orange auf die gesamte Branche durchschlug. Das Papier markierte damit seinen tiefsten Stand seit Anfang August und bildete das Schlusslicht im Leitindex.

Gegen diesen Abwärtstrend liefen im Handelsverlauf ausgewählte Halbleiterwerte. Infineon legte deutlich zu, nachdem die Analysefirma Oddo BHF die Einstufung von neutral auf outperform angehoben hatte; die Geschäftsdynamik für das Jahr 2027 lasse sich kaum noch ignorieren, so die Begründung. Auch Jenoptik, Süss Microtec und Aixtron profitierten von einer Erholung im Chipsektor, da Sorgen vor einem übertriebenen Ausbau der Künstlichen Intelligenz zuletzt etwas abklungen. Ein auffälliger Gewinner war Siltronic, deren Aktie um rund 7,8 Prozent sprang, nachdem die UBS ein Kursziel von 120 Euro ausgegeben hatte.

Rheinmetall im Fokus und geopolitische Energieängste

Im Rüstungssektor nähert sich die Aktie von Rheinmetall der psychologisch wichtigen 1.000-Euro-Marke. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass ein möglicher Bruch dieser Marke den Abwärtsdruck weiter verstärken könnte. Derweil stützten wohlwollende Einschätzungen der US-Investmentbank JPMorgan im frühen Handel Titel wie RWE, Porsche, MTU Aero Engines und DHL mit Kursgewinnen zwischen 0,8 und 1,5 Prozent, während RENK nach einer Abstufung von Exane BNP auf neutral an Boden verlor.

DAX verliert 1,3 Prozent wegen Erzeugerpreisen und Verfallstag
Photo: stock-world.de

Die aktuelle Marktlage ist geprägt von geopolitischen Risiken und dem Einfluss der Energiepreise auf die Stimmung.

Hintergrund der anhaltenden Nervosität sind die globalen Energiemärkte. Brent-Rohöl notiert weiterhin oberhalb von 100 Dollar je Fass, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen nahe ihrem Jahreshoch bei 4,84 Prozent verharrt. In Anbetracht der Lage kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an, ein G7-Treffen einzuberufen, um die Energiepolitik der führenden Wirtschaftsmächte besser zu koordinieren; dabei soll auch die Freigabe strategischer Ölreserven zur Sprache kommen, wenngleich ein konkreter Termin noch aussteht.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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