In einer aktuellen ZDF-Umfrage zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zieht die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kurz vor dem Urteil am Sonntag mit 37 Prozent an der bisher führenden AfD vorbei, während die CDU um den Einzug in den Landtag bangen muss.
Wenige Tage vor den letzten Landtagswahlen des Jahres 2026 zeichnet sich in Mecklenburg-Vorpommern eine politische Kehrtwende ab. Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF zeigt, liegt die SPD der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 37 Prozent auf dem ersten Platz (Fr.de). Innerhalb einer Woche legten die Sozialdemokraten damit drei Prozentpunkte zu, während die bislang in Umfragen führende AfD um ihren Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm leicht auf 36 Prozent nachgab (Welt.de).
Das Politbarometer-Duell in Mecklenburg-Vorpommern
Die von der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF durchgeführte Befragung fand im Zeitraum vom 14. bis 17. September statt und erfasste 1395 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte (n-tv.de). Die Daten verdeutlichen einen engen Schlagabtausch an der Spitze. Zwar sehen andere Institute die AfD in ihren Erhebungen weiterhin vorn – Insa taxierte die Partei zuletzt auf 37 Prozent bei 35 Prozent für die SPD, während Infratest dimap Holm bei 38 Prozent und die Sozialdemokraten bei 33 Prozent sah – doch das ZDF-Politbarometer dokumentiert den jüngsten Aufwärtstrend der SPD (Welt.de).
Im direkten Personalverhältnis zwischen den Spitzenkandidaten zeigt sich ein deutlicher Vorsprung für die Amtsinhaberin. Auf die Frage, wen die Bürger lieber an der Spitze der Landesregierung sähen, sprachen sich 61 Prozent für Manuela Schwesig aus, während Herausforderer Leif-Erik Holm 30 Prozent beziehungsweise in einer anderen Aufschlüsselung 28 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte (n-tv.de). Schwesig führt ihren Wahlkampf gezielt als Die Frau gegen Blau
und setzt auf eine breite Mobilisierung gegen die AfD (Welt.de).
Die Zitterpartie der CDU und die Situation der weiteren Parteien
Während an der Spitze ein Kopf-an-kopf-Rennen tobt, droht der CDU im Nordosten ein historisches Debakel. Die Christdemokraten verlieren in der aktuellen Erhebung einen weiteren Prozentpunkt und stehen bei lediglich sechs Prozent (Welt.de). Damit rutscht die Partei gefährlich nahe an die Fünf-Prozent-Hürde heran; ein Scheitern würde das schlechteste Ergebnis der Parteigeschichte bei einer Landtagswahl seit Gründung der Bundesrepublik bedeuten (Welt.de).
Parteienlandschaft und Koalitionsoptionen vor dem Wahltag
Hinter den beiden Spitzenreitern positioniert sich die Linke laut ZDF-Umfrage mit neun Prozent auf dem dritten Platz, gefolgt von den Grünen, die stabil bei fünf Prozent verharren und damit ebenfalls um den Verbleib im Schweriner Landtag bangen müssen (n-tv.de). Das BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) kommt auf vier Prozent und würde den Einzug in das Landesparlament nach diesen Werten verfehlen (Fr.de).

| Partei | Aktueller ZDF-Wert | Veränderung |
|---|---|---|
| SPD | 37 % | +3 Prozentpunkte |
| AfD | 36 % | -1 Prozentpunkt |
| Die Linke | 9 % | -1 Prozentpunkt |
| CDU | 6 % | -1 Prozentpunkt |
| Bündnis 90/Die Grünen | 5 % | +/-0 |
| BSW | 4 % | +/-0 |
Rechnerisch und politisch würden sich aus diesen Zahlen verschiedene Regierungsoptionen ergeben, darunter Koalitionen aus SPD, Linkspartei und Grünen oder ein Bündnis aus SPD, CDU und Grünen (n-tv.de). Bislang regiert in Schwerin eine Koalition aus SPD und Linkspartei (n-tv.de).
Restunsicherheiten vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
Die Meinungsforscher weisen darauf hin, dass Umfragen lediglich die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung abbilden und keine festen Prognosen für den Wahlausgang darstellen (Fr.de). Nachlassende Parteibindungen und sehr kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren die Gewichtung (n-tv.de). Zudem gaben in der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen 21 Prozent der Befragten an, noch unsicher zu sein, wen sie am Sonntag wählen werden (Fr.de).
Neben Mecklenburg-Vorpommern findet am Sonntag auch im Berliner Abgeordnetenhaus eine Wahl statt (n-tv.de). Beide Urnengänge bilden den Abschluss der Landtagswahlen des Jahres 2026 und dienen als entscheidender Stimmungstest für die Bundesregierung (Fr.de).
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