Die russische Botschaft in Wien hat die Verantwortung für massive Lärmbelästigungen durch zwei defekte Dachventilatoren in der Reisnerstraße übernommen und sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Nach Gesprächen mit dem österreichischen Außenministerium wurde der Betrieb der defekten Anlagen am vergangenen Wochenende eingestellt.
Die Entschuldigung und das Treffen im Außenministerium
Ein Vertreter der russischen Botschaft hat die Verantwortung für die Lärmbelästigung durch zwei schadhafte Dachventilatoren in Wien-Landstraße übernommen. Nach Angaben eines Sprechers des österreichischen Außenministeriums fand am Dienstag ein offizielles Gespräch in dem Ministerium statt, bei dem eine rasche Behebung der störenden Geräusche eingefordert wurde.
Die Botschaft entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und teilte mit, dass die Lärmbelästigung bereits am Wochenende eingestellt worden sei.
Sprecher des österreichischen Außenministeriums, via APA
Zusätzlich kündigte der Botschaftsvertreter an, nach der formalen Zustellung eines entsprechenden Bescheids der Stadt Wien fristgerecht zu reagieren.
Lärmmessung und drohende Gesundheitsgefährdung
Die Geräusche, die laut Berichten seit dem 8. September im Bereich der Reisnerstraße und um etwa 790 Hertz wahrnehmbar waren, führten zu schnellen behördlichen Schritten. Noch am selben Tag wurde vom Umweltamt MA 22 eine Lärmmessung durchgeführt, die eine deutliche Überschreitung des Widmungsbasispegels vor allem in den Nachtstunden ergab. Zwei Tage nach dieser Messung konstatierte der Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA 15), dass die gemessenen Werte eine akute Gesundheitsgefährdung für Anrainer darstellen könnten.

Bemerkenswert bleibt der Kontrast zwischen den amtlichen Messungen und der Wahrnehmung vor Ort: Obwohl das Ausmaß des Lärms offiziell als gesundheitsgefährdend eingestuft wurde, hatte das russische Botschaftsteam gegenüber Medien zunächst erklärt, die Störgeräusche gar nicht wahrzunehmen.
Vorgeschichte und anhaltende Beschwerden der Nachbarschaft
Der Fall zieht sich bereits über Monate hin. Bereits Anfang Mai 2026 hatte die Hausverwaltung einer benachbarten Liegenschaft die störenden Geräusche bei der Wiener Baupolizei MA 37 angezeigt. In der Folge gab es wiederholte Dringlichkeitsappelle, E-Mails direkt an die diplomatische Vertretung sowie Kontaktaufnahmen mit weiteren österreichischen Dienststellen.

Ein E-Mail der betroffenen Hausverwaltung an das Wiener Umweltamt vom 20. August verdeutlichte die bürokratischen Hürden in diesem diplomatischen Umfeld. Darin hieß es, dass sich die Bearbeitung aufgrund der besonderen Situation der russischen Botschaft durchgehend schwierig gestaltet habe.