Die von Lockheed Martin hergestellten Tarnkappenjets sollen die alternden Tornado-Flieger ersetzen, wobei die ersten Maschinen ab 2027 auf dem Fliegerhorst Büchel stationiert werden.
Ubergabe in Texas und die Zukunft der deutschen Luftwaffe
Mit der feierlichen Übergabe des ersten Tarnkappenjets vom Typ F-35 im US-Bundesstaat Texas setzt das Bundesverteidigungsministerium die geplante Modernisierung der deutschen Luftstreitkräfte fort. Insgesamt plant die Bundesregierung die Anschaffung von bis zu 35 Maschinen, die langfristig die in die Jahre gekommenen Tornado-Jets der Bundeswehr ablösen sollen.
Die ersten acht gelieferten Kampfjets verbleiben vorerst in den Vereinigten Staaten. Dort sollen deutsche Piloten und Techniker intensiv an der neuen Technik ausgebildet werden, bevor die ersten Maschinen ab 2027 auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert werden. Zum Auftakt seiner Reise nach Washington hatte Pistorius zuvor eine Rüstungsvereinbarung mit dem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth unterzeichnet.
Technische Daten und wirtschaftliche Dimensionen des Rüstungsprogramms
Hergestellt werden die Hightech-Flieger von dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin.
Der F-35-Jet sei „das tödlichste und widerstandsfähigste Kampfflugzeug der Welt“, heißt es auf der Website von Lockheed Martin. „Er verschafft Piloten einen Vorteil gegenüber jedem Gegner und ermöglicht es ihnen, ihren Auftrag zu erfüllen und sicher zurückzukehren.”
Lockheed Martin
Die Entwicklung dieses Modells gilt als das teuerste Rüstungsprogramm in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Durch ihre spezielle Form und eine ausgeklügelte Außenbeschichtung sind die Maschinen für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. Nach Angaben des Herstellers wurden weltweit bereits mehr als 1.350 dieser Kampfjets ausgeliefert. Die Maschinen erreichen die 1,6-fache Schallgeschwindigkeit und können mehr als acht Tonnen an Waffen transportieren, wozu auch Atomwaffen zählen. Integrierte Infrarotkameras an der Außenhülle übertragen Live-Bilder direkt in den Helm des Piloten, was einen lückenlosen 360-Grad-Blick ermöglicht.

Sowohl die Anschaffung als auch der laufende Unterhalt erfordern erhebliche finanzielle Mittel. Die reinen Produktionskosten für eine einzelne Maschine liegen je nach Modell zwischen 82,5 und 109 Millionen Dollar, was umgerechnet etwa 71,5 bis 95 Millionen Euro entspricht. Gleichzeitig bildet der Jet einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die US-Wirtschaft. Laut Lockheed Martin sichert das Programm direkt und indirekt 317.000 Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten, wobei rund 1.900 heimische Zulieferbetriebe in die Produktion eingebunden sind. Neben den Streitkräften der USA haben inzwischen 19 Länder den Flieger geordert, darunter Großbritannien, Israel, die Niederlande, die Schweiz und Deutschland.
Parallele Rüstungsgeschäfte im Nahen Osten sorgen für politische Debatten
Demnach billigte das US-Außenministerium den Verkauf von 48 Kampfjets und zugehörigem Zubehör einschließlich militärischer Ausbildung mit einem Gesamtwert von rund 24,3 Milliarden US-Dollar, was aktuell etwa 21,2 Milliarden Euro entspricht. Präsident Donald Trump hatte dieses Geschäft bereits Ende des vergangenen Jahres angekündigt.

Bislang wurden diese Tarnkappen-Kampfflugzeuge im Nahen und Mittleren Osten ausschließlich an Israel abgegeben. Die Ausweitung des Verkaufs auf das sunnitische Königreich rief in Israel scharfe Kritik hervor, bedingt durch die diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Regierungen. Um diesen Bedenken zu begegnen, betonte das US-Außenministerium in einer offiziellen Mitteilung an den Kongress ausdrücklich, dass der geplante Rüstungsdeal das militärische Gleichgewicht in der Region nicht ändern wird. Saudi-Arabien setzt seine Luftwaffe derzeit unter anderem im benachbarten Jemen ein, um die dortige Regierung im Konflikt mit der schiitischen Huthi-Miliz zu unterstützen.
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