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Welt

María Elvira Salazar kritisiert Trumps Abschiebepolitik

Die Politikerin warnt vor einem Vertrauensbruch bei lateinamerikanischen Wählern.

Es kommt selten vor, dass gewählte Amtsträger der Republikanischen Partei den eigenen Präsidenten öffentlich infrage stellen. Doch im US-Wahlkampf vor den anstehenden Midterms hat genau das stattgefunden. Die aus Florida stammende Kongressabgeordnete María Elvira Salazar hat eine Videobotschaft veröffentlicht, in der sie den harten Kurs der Bundesbehörden bei Einwanderungsrazzien scharf kritisiert.

Die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar aus Florida, die um ihren Wiedereinzug in das Repräsentantenhaus kämpft, veröffentlichte eine Videobotschaft, in der sie Trump direkt attackiert. US-Bürger mit lateinamerikanischen Wurzeln fühlten sich von Trump „verraten“.

Trumps Umfragewerte sind aktuell schlecht. Der US-Präsident setzt in seiner zweiten Amtszeit auf einen harten Kurs gegen Migranten und massenhafte Abschiebungen. Die Razzien der Bundesbehörden gegen Migranten sind umstritten und hatten landesweit grosse Proteste ausgelöst.

Hispanics fühlen sich betrogen

Direkte Kritik an Donald Trump und seinen Beratern

In dem online verbreiteten Clip, den die Politikerin auf X auch in spanischer Sprache bereitstellte, richtet sich Salazar unmittelbar an das Weiße Haus. Die im Raum Miami kandidierende Abgeordnete wirft der Regierung vor, bei den laufenden Einwanderungsmaßnahmen maßgeblich übers Ziel hinausgeschossen zu sein. Dabei warnt sie den Präsidenten ausdrücklich vor den Ratschlägen seines Umfelds.

„Herr Präsident, einige Ihre Maßnahmen zur Durchsetzung der Einwanderungsgesetze gehen zu weit,“ sagte Maria Elvira Salazar in einem online veröffentlichten Video, von dem sie auf X auch eine Version in spanischer Sprache teilte. Salazar ist selbst kubanischer Herkunft.

Zudem übt die Politikerin Kritik an den Statistiken der Bundesbehörden. Laut ihren Angaben im Juli hätten 50 Prozent der 50.000 durch die US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommenen Personen keine Vorstrafen gehabt, behauptet die Politikerin. Salazar sagt: Seien Sie vorsichtig mit dem, was Ihre Berater Ihnen über die Einwanderungspolitik erzählen.

Die US-Einwanderungsbehörde nahm im Juli fast 50.000 Menschen fest – mehr als je zuvor in einem Monat seit Beginn der zweiten Amtszeit von Trump.

Republikanische Abgeordnete gegen Trump

Die Sorge um die lateinamerikanische Wählerschaft in Florida

maria elvira salazar
Photo: nau.ch

Der Hintergrund von Salazars Attacke gegen Trump dürfte die Sorge sein, dass den Republikanern die wichtige Wählerschaft der spanischsprachigen US-Amerikaner wegen der teils brutalen Razzien abhandenkommen könnte. Der Bevölkerungsanteil der Latinos ist in Florida, wo Salazars Wahlkreis liegt, hoch.

Die Republikaner haben in beiden Parlamentskammern eine hauchdünne Mehrheit. November gewinnen, würde es für Trump deutlich schwerer werden, seine Politik durchzusetzen.

„Dieselben Hispanics [Personen mit spanischsprachigem, lateinamerikanischem Hintergrund], die Ihnen 2024 geholfen haben, ins Weiße Haus zu gelangen, fühlen sich heute betrogen.“

Trump könne für die Einwanderung das sein, was Lincoln für die Sklaverei und Reagan für den Kommunismus war. Sie spreche nicht davon, ihnen Amnestie zu gewähren – damit meint Salazar wohl Menschen, die illegal in die USA eingereist sind. Ich spreche davon, ihnen ein würdiges Leben in diesem gelobten Land zu ermöglichen. Die Republikanerin hofft darauf, bei den Zwischenwahlen im November ihren Sitz im US-Abgeordnetenhaus halten zu können.

US-Wahlkampf: Republikanische Abgeordnete attackiert Trump

Im südlichen „Sunshine State“ Florida hat Trump vielerorts eine treue Wählerschaft. In dem republikanisch regierten Bundesstaat liegt auch sein Anwesen, der Privatclub Mar-a-Lago.

María Elvira Salazar kritisiert Trumps Abschiebepolitik
Photo: 20min

Harte Razzien und politische Spannungen

Die US-Regierung hatte vergangenen Winter Tausende Bundesbeamte von ICE und anderen Behörden unter anderem nach Minneapolis geschickt, die Razzien waren Teil der rigorosen Abschiebepolitik von Präsident Donald Trump. Nachdem Bundesbeamte zwei US-Bürger auf solchen Einsätzen erschossen hatten, weiteten sich Empörung und Proteste aus.

Inzwischen hat ICE die Taktik verändert und setzt auf unauffälligere Abschiebestrategien. Tödliche Schüsse bei Verkehrskontrollen in Maine und Texas im Juli, bei denen ein Mexikaner und ein Kolumbianer getötet wurden, hatten jedoch erneut Proteste ausgelöst.

Die 64-Jährige ist seit 2021 Abgeordnete im Kongress. Der überparteiliche Cook Political Report sieht bei dem Rennen in ihrem Wahlbezirk, der im Raum Miami liegt, aktuell einen Vorsprung für die Republikanerin.

Republican revolt against Trump grows ahead of the midterms
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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