US-Präsident Donald Trump hat eine neue Angriffswelle gegen den Iran vorerst abgesagt, nachdem Teheran und andere Nahost-Länder nach Angaben von Trump um Zeit für Verhandlungen gebeten hatten. Trump erklärte, es gebe Umrisse einer Einigung, betonte jedoch gleichzeitig, dass er keinen festen Zeitplan für Gespräche verfolge.
Trump sagt Militärschläge ab und verweist auf diplomatische Signale
Im sechsten Monat des konfrontativen Kurses zwischen Washington und Teheran hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, eine vorbereitete Angriffswelle vorerst zurückzuhalten. Auf seiner Plattform Truth Social begründete er den Schritt damit, dass Iran sowie andere Länder in der Region darum gebeten hätten, von unmittelbaren Schlägen abzusehen, da es nun Umrisse einer Einigung
gebe. Als Voraussetzung nannte der US-Präsident, dass nun schnell eine Einigung erreicht werde.
Nach Darstellung des Spiegel stehen die Streitkräfte der Vereinigten Staaten zwar weiterhin mit all ihrer Macht zum Angriff bereit, doch liege nun der Umriss einer Einigung auf dem Tisch. Zu den zentralen Punkten eines solchen Abkommens zählten nach Angaben des US-Präsidenten die komplette
Öffnung der Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt sowie ein Ende der von Iran ausgehenden atomaren Bedrohung.
Kein fester Zeitplan für Verhandlungen trotz massiven Drucks
Februar binnen weniger Wochen – konkret in four to six
Wochen, wie Al Jazeera anmerkt – beendet sein sollte (Al Jazeera), gibt sich die US-Führung derzeit demonstrativ geduldig.
US-Präsident Donald Trump erklärte gegenüber Al Jazeera, dass er überhaupt keinen Zeitplan habe, sich nicht beeile und es keinerlei Zeitplan gebe.
Gleichzeitig verwies der US-Präsident in dem Gespräch mit Al Jazeera’s Tanya Noury (Al Jazeera) darauf, dass man winning very big
sei und die Wirtschaft der Gegenseite auseinanderfalle (Al Jazeera). Die Regierung in Washington setzt parallel zum diplomatischen Kurs auf einen harten wirtschaftlichen Druck, den Offizielle als economic D-Day
und die Administration als Operation Economic Outcast
bezeichneten (Al Jazeera). Am Montag kündigte das US-Finanzministerium verschärfte Sanktionen gegen Iran und 60 Entitäten in verschiedenen Ländern an, die Geschäfte mit dem Land betreiben (Al Jazeera).
Wirtschaftliche Folgen und die Rolle der regionalen Vermittler
Die Auswirkungen des Konflikts und der Sanktionen belasten den Alltag im Iran massiv. Berichten zufolge ist der Kurs der Landeswährung auf einen historischen Tiefstand gefallen; der iranische Rial hat auf dem freien Markt die Marke von zwei Millionen Rial pro US-Dollar überschritten (Al Jazeera). Die Preise für essenzielle Güter wie Lebensmittel und Medikamente sind drastisch gestiegen. Bevor der Krieg begann, konnten für zwei Millionen Rial noch etwa vier Kilogramm Tomaten, ein halbes Kilo Hähnchen und etwas weniger als ein Liter Speiseöl gekauft werden (Al Jazeera).
| Ware | Preisanstieg |
|---|---|
| Tomaten | 71 Prozent (Al Jazeera) |
| Hähnchenfleisch | 74 Prozent (Al Jazeera) |
| Speiseöl | 177 Prozent (Al Jazeera) |
Analysten wie Trita Parsi, der Leiter des in Washington, D.C. ansässigen Quincy Institute, bezweifeln jedoch gegenüber Al Jazeera, dass der wirtschaftliche Druck Teheran sofort an den Verhandlungstisch zwingen wird; Zwar seien die Maßnahmen für die iranische Bevölkerung schmerzhaft und wirkungsvoll, doch die Schmerzen in eine politische Kursänderung zu übersetzen, sei eine völlig andere Angelegenheit (Al Jazeera). Zudem hänge der Erfolg davon ab, ob die Hauptabnehmer iranischen Öls – insbesondere China, das mindestens 90 Prozent der iranischen Rohölexporte abnimmt und Teheran so zig Milliarden Dollar einbringt – ins Visier genommen werden (Al Jazeera). Auf die Frage, warum diese chinesischen Stellen bisher nicht sanktioniert wurden, entgegnete US-Finanzminister Scott Bessent, dass er doch keinen Grund sehe, das globale Finanzsystem in die Luft zu sprengen (Al Jazeera).
Auch das iranische Außenministerium reagierte auf die neuen US-Sanktionen und bezeichnete sie laut Al Jazeera als Bedrohung des Völkerrechts und der UN-Charta, wobei betont wurde, dass kein ehrenhafter Staat, der Wert auf Souveränität legt, eine solche Gesetzlosigkeit akzeptieren werde (Al Jazeera).
Diplomatische Initiativen und anhaltende militärische Spannungen
Hinter den Kulissen haben regionale Partner auf Deeskalation gedrängt. Medienberichten zufolge baten Iran und andere Länder in der Region darum, von Militärschlägen abzusehen. Dennoch bleibt die Sicherheitslage im Nahen Osten fragil, während im Juni ein 60-tägiges Memorandum of Understanding zu Themen wie Transit durch die Straße von Hormus und dem Nuklearprogramm unterzeichnet worden war, das Anfang dieses Monats auslief (Al Jazeera).

Ob das ausgelaufene Rahmenabkommen durch die neuen diplomatischen Vorstöße wiederbelegt werden kann, bleibt unklar. Teheran und Washington verhandeln unter extremem Druck, während im Hintergrund sowohl die Situation in der Straße von Hormus als auch die Urananreicherung im Zentrum des nuklearen Streits stehen.
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