Zum Inhalt springen
Welt

Saudi-Arabien stellt Ost-West-Ölpipeline nach Angriffen vorübergehend still

Nach einem Drohnenangriff auf die strategische Ost-West-Ölpipeline in Saudi-Arabien droht dem globalen Markt der Verlust von bis zu vier Prozent der weltweiten Ölversorgung. Die Versorgungskrise verschärft sich, während die Rohölpreise die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel wieder durchbrechen und diplomatische Krisengespräche kurzfristig abgesagt werden.

Die Beschädigung der Ost-West-Pipeline und drohende Versorgungsengpässe

Saudi-Arabien hat seine wichtigste Exportleitung, die Ost-West-Ölpipeline, nach Luftangriffen vorübergehend stillgelegt. Die 1.200 Kilometer lange Pipeline (laut SCMP; Marketwatch nennt eine Erstreckung, über die die Saudis früher roughly 2 million barrels of oil a day exportierten) verläuft durch die Wüste der Arabischen Halbinsel und diente dem Königreich in den vergangenen Monaten als entscheidender Bypass. Sie leitete nach Angaben des SCMP 4 Millionen bis 5 Millionen Barrel Öl pro Tag (laut CNBC kann sie 7 Millionen Barrel pro Tag tragen) zum Roten Meer um, wodurch das Land den kriegsbedingten Stau im Strait of Hormuz weitgehend umgehen konnte.

Nach Angaben von Ölkäufern und Händlern wird das Königreich seine Exportreserven innerhalb weniger Tage aufbrauchen, sofern der Betrieb nicht zeitnah wieder aufgenommen wird. Am Rotmeer-Terminal in Yanbu reichen die vorhandenen Vorräte nach Angaben aus der Industrie für gerade einmal fünf bis sieben Tage. Zwar verfügt Saudi-Arabien über weitere Lagerkapazitäten in den ägyptischen Häfen Ain Sukhna und Sidi Kerir, doch auch diese Bestände sind endlich und werden ohne die kontinuierliche Wiederbefüllung über die Pipeline rasch erschöpft sein.

Globale Reaktionen, Preissprünge und abgesagte Diplomatie

Die Märkte reagierten unmittelbar auf den Ausfall der wichtigen Versorgungsader. Die Futures für US-West-Texas-Intermediate kletterten um 2,8 Prozent auf 102,87 US-Dollar pro Barrel (Stand laut CNBC: 6:27 p.m. ET), während die internationale Referenzsorte Brent um 3,1 Prozent auf 107,87 US-Dollar je Barrel zulegte (Marketwatch merkt zudem an, dass Brent-Futures in der Woche Gewinne von nearly 9% verzeichneten).

Saudi-Arabien stellt Ost-West-Ölpipeline nach Angriffen vorübergehend still
Photo: marketwatch.com

Die diplomatischen Bemühungen zur Entschärfung der Lage gerieten ebenfalls ins Stocken. Ein für Montag in Oman geplantes regionales Treffen zwischen Iran und den Golf-Arabischen Staaten zur Lage in der Straße von Hormus wurde kurzfristig abgesagt.

Badr Albusaidi, Außenminister von Oman, erklärte laut CNBC in einem Social-Media-Post am Sonntag, dass das für morgen in Salalah anberaumte regionale Treffen im Interesse des Konsenses verschoben worden sei.

Saudi-Arabien stellt Ost-West-Ölpipeline nach Angriffen vorübergehend still
Photo: scmp.com

Er fügte hinzu (laut CNBC), man bleibe der Förderung eines Dialogs (fostering dialogue) verpflichtet, der Stabilität und dauerhafte Zusammenarbeit in unserer Region unterstützt. CNBC berichtete außerdem unter Berufung auf das United Kingdom Maritime Trade Operations Center, dass die Sicherheitslage in Hormuz prekär bleibt, da ein weiterer Tanker am Sonntag angegriffen wurde und infolgedessen ein schweres Feuer an Bord ausbrach. Saudi Aramco CEO Amin Nasser betonte zudem auf der August-Telefonkonferenz des Unternehmens laut CNBC, dass die Pipeline eine wichtigere Rolle bei der Stabilisierung der Märkte gespielt habe als die massiven Freigaben strategischer Reserven durch die USA.

Ursprung der Angriffe und militärische Eskalation am Roten Meer

Riad habe nicht offengelegt, wie schwer die Pipeline beschädigt ist oder wie lange sie abgeschaltet bleiben wird, wie CNBC betont. Quellen gegenüber Reuters nannten unterschiedliche Zeiträume, die von einer Reparaturdauer zwischen fünf und sechs Wochen bis hin zu einer schnelleren, teilweisen Wiederaufnahme des Pumpbetriebs reichen. Die saudi-arabische Regierung sowie das Energieministerium (welches die Schließung laut SCMP als Vorsichtsmaßnahme (as a precaution) einufte) reagierten zunächst nicht auf Anfrageommentare, während Marketwatch berichtet, Saudi Arabia habe die Pipeline nach „multiple“ attacks geschlossen.

Saudi Arabia shutters key pipeline bypassing Strait of Hormuz following Houthi offensive

Der Angriff auf die Pipeline soll nach Angaben aus Bagdad und Riyadh von irakischem Gebiet aus erfolgt sein, wo iranisch unterstützte Milizen aktiv sind. Die Regierung in Bagdad entließ daraufhin am Samstag einen Militärkommandanten. US-Präsident Donald Trump äußerte sich ebenfalls am Samstag und erklärte, dass der Iran wahrscheinlich für den Angriff verantwortlich ist.

Satellite image shows damage to the East-West pipeline facility in the Hejaz Region, Saudi Arabia, on September 11, 2026
Photo: Reuters

Zusätzlich zur Pipeline-Sabotage verschärfen die vom Iran unterstützten Huthi-Reben in Jemen die Lage im Red Sea (wobei SCMP ein Foto von Huthi-Rebellen zeigt, die am Donnerstag in Sanaa während einer Mobilisierungskampagne ihre Waffen prüfen). Die Milizen brachten nach Berichten (laut CNBC) die strategische Perim-Insel (Perim Island) im Bab el-Mandeb Strait unter ihre Kontrolle, nachdem sie die Hafenstadt Mokha an der jemenitischen Westküste eingenommen hatten. Die Huthi hätten im Juli ein See-Embargo gegen Saudi-Arabien verhängt und in den vergangenen Tagen saudi-arabische Energieanlagen sowie zivile Ziele angegriffen, wobei nach Angaben saudi-arabischer Staatsmedien mehr als 70 Menschen verletzt wurden (wobei über 70 Menschen verletzt worden seien).

Saudi Arabia shuts down key pipeline as attacks in the region escalate
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.