Am 13. September 2026 traf eine russische Drohne einen Personenzug nahe der ukrainisch-polnischen Grenze bei Jahodyn. Wenige Minuten zuvor hatten hochrangige westliche Politiker, darunter der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson und Ex-CIA-Chef David Petraeus, den Grenzbahnhof passiert. Ukrainische Stellen vermuten einen gezielten Anschlag auf den Diplomatenzug.
Russischer Drohnenschlag trifft Zug und Schieneninfrastruktur nahe polnischer Grenze
Der Vorfall ereignete sich am Sonntag, den 13. September 2026, nur rund zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft Ukrzaliznytsia wurde die Lokomotive eines ukrainischen Personenzuges von einer Drohne getroffen. Verletzte gab es nach offiziellen Angaben nicht, da der betroffene Zug rechtzeitig evakuiert worden war, wie unter anderem Reuters berichtet.
Der Anschlag reiht sich in eine Welle massiver Luftangriffe ein. Landesweit schlugen nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mehr als 450 Drohnen und Raketen ein, wobei mindestens sechs Menschen getötet und mehr als 40 verletzt wurden. Besonders die westlichen Regionen der Ukraine, die üblicherweise als ruhiger galten als die Frontgebiete im Osten, gerieten ins Visier. Die staatliche Eisenbahngesellschaft teilte mit, dass die Überwachungszentrale und das gesamte Personal der ukrainischen Bahn in höchster Alarmbereitschaft seien, während das russische Verteidigungsministerium Angriffe auf Eisenbahninfrastrukturobjekte in der Westukraine bestätigte und erklärte, diese würden den Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern sicherstellen.
Boris Johnson und David Petraeus nur Minuten zuvor am Bahnhof Jahodyn
Besondere Brisanz erhält der Angriff durch die Anwesenheit prominenter internationaler Gäste. Eine Gruppe europäischer Spitzenpolitiker und Sicherheitsberater, die zuvor an einer Konferenz in Kiew teilgenommen hatte, befand sich auf der Rückreise. Darunter waren der frühere britische Premierminister Boris Johnson sowie der frühere schwedische Regierungschef Carl Bildt.

Die Delegation hatte den Bahnhof Jahodyn in einem Diplomatenzug verlassen. Wegen des permanenten Risikos russischer Angriffe war der Fahrplan kurzfristig angepasst worden, weshalb der Diplomatenzug den Bahnhof früher als ursprünglich vorgesehen verließ. Ein weiterer Zug mit dem früheren CIA-Direktor David Petraeus an Bord befand sich ebenfalls vor Ort.

Carl Bildt erklärte über Reuters, dass dies nicht ihr Zug gewesen sei, sondern derjenige nur wenige Minuten nach ihnen am Grenzübergang. Er sei beim Herannahen der Drohne evakuiert worden und niemand sei verletzt worden.
Carl Bildt, via Reuters
Ukrainische Eisenbahnverantwortliche erklärten, es liege im Bereich des Möglichen, dass der eigentliche Lenkflugkörper dem Diplomatenzug gegolten habe. Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha beschrieb den Angriff als „Putin’s terror knocking directly on the doors of the EU and Nato. Polnische und ukrainische Behörden erklärten zudem, dass ein Lastwagen weniger als einen Kilometer vom Grenzübergang Dorohusk-Yahodyn zwischen den beiden Ländern ebenfalls getroffen wurde.
Warschau beruft Krisenstab ein und warnt vor weiterer Eskalation
Die unmittelbare Nähe des Einschlags zum NATO-Gebiet alarmierte die polnische Führung. Eine Sprecherin der polnischen Grenzschutzbehörde teilte Reuters mit, dass der Ort des Angriffs weniger als eine Meile von der polnischen Grenze entfernt lag und der Grenzübergang während des Angriffs vorübergehend geschlossen wurde.

US-Präsident Donald Trump fordert Stopp ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien
Parallel zu den Kämpfen an der Westgrenze sorgten Äußerungen aus den Vereinigten Staaten für politische Debatten. US-Präsident Donald Trump forderte die ukrainische Regierung auf, ihre Drohnenangriffe auf die russische Öl- und Treibstoffinfrastruktur umgehend einzustellen.
Präsident Donald Trump erklärte, Selenskyj müsse eine Sache tun, und zwar aufhören, Dieselkraftstoff in Russland auszuschalten.
Präsident Donald Trump
Mr. Trump, der sich zu der Zeit in Irland beim Irish Open auf einem seiner Golfplätze in Doonbeg aufhielt, wurde von einem Reporter befragt und fügte hinzu: „Let him go after targets but not diesel fuel, because he’s causing a shortage of diesel fuel.“ Kiew hält dem entgegen, dass die Angriffe auf Raffinerien notwendig seien, um die militärische Logistik und Finanzierung des Angreifers zu schwächen. Ukrainische Angriffe haben nach Angaben von Kiew die Öl- und Gasindustrie ins Visier genommen, die Russlands Krieg finanziert und direkt antreibt. Die ukrainische Drohnenkampagne hat in ganz Russland zu Treibstoffrationierungen geführt.”
Mögliche Gespräche im Oktober im Gespräch
Trotz der anhaltenden Eskalation blieben die Reaktionen vielschichtig, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Moskau habe die Lokomotive „deliberatelygetroffen. Die staatliche Eisenbahngesellschaft Ukrzaliznytsia betonte, dass der Personenzug evakuiert wurde und keine Verletzten zu beklagen waren.