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Welt

5 Tote bei israelischem Luftangriff auf Hamas-Vertreter in Gaza

Die israelische Armee hat bei einem Luftangriff im westlichen Stadtteil Rimal von Gaza-Stadt den ranghöchsten Hamas-Vertreter im Gazastreifen, Ali al-Amudi, ins Visier genommen. Der Angriff am Samstag forderte nach Angaben von Zivilschutz und Klinikpersonal fünf Todesopfer, darunter vier Frauen, und fällt auf den Jahrestag des Überfalls vom 7. Oktober 2023.

Luftangriff auf Rimal und der Status von Ali al-Amudi

Im frühen Morgengrauen schlugen zwei Raketen direkt in ein Apartmenthaus im Viertel Rimal ein und lösten einen verheerenden Brand aus, wie der Sprecher des Zivilschutzes, Mahmud Bassal, mitteilte. Der Luftangriff im Gazastreifen richtete sich gezielt gegen Ali al-Amudi. Die israelische Armee bestätigte entsprechende Berichte und erklärte, dass derzeit geprüft werde, ob der Hamas-Vertreter bei dem Angriff getötet oder verletzt wurde.

Nach Angaben des Militärs galt al-Amudi als die rechte Hand des getöteten Hamas-Chefs Jahja Sinwar und war maßgeblich an der Planung des Angriffs vom 7. Oktober 2023 beteiligt.

„Der Terrorist wurde getroffen, um die Gefahr zu beseitigen.“

Israelische Armee

Das Militär erklärte zudem, dass vor dem Schlag Schritte zur Verringerung ziviler Schäden unternommen worden seien, wozu auch der Einsatz von Präzisionswaffen gehört habe. Man bedauere jeden Schaden, der unbeteiligten Personen zugefügt worden sei, so die Mitteilung weiter. Laut der von der Hamas geleiteten Zivilschutzbehörde befanden sich unter den Opfern des Luftschlags im westlichen Stadtgebiet von Gaza vier weibliche Personen.

5 Tote bei israelischem Luftangriff auf Hamas-Vertreter in Gaza
Foto: WELT

Opferzahlen im Al-Schifa-Krankenhaus und christliche Trauerfeier

Das Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt registrierte bei Tagesanbruch fünf Todesopfer und mehrere Verletzte. Der tödliche Gaza-Angriff traf zwei Frauen und deren jeweilige Töchter sowie einen jungen Mann. Unter den Opfern befanden sich nach Angaben der Klinikleitung und des Zivilschutzes insgesamt vier Frauen. Laut einem Krankenhaus in Gaza starben bei dem Luftangriff jedoch auch vier Frauen.

Zwei der Getöteten waren Christen. Ihre Beerdigung fand in der kleinen griechisch-orthodoxen St.-Porphyrius-Kirche statt. Trauernde versammelten sich später am Samstag an der Kirche in Gaza-Stadt für die Beerdigung der beiden Frauen, die als die 56-jährige Maysaa Abu Daoud und ihre 36-jährige Tochter Mary Al-Najjar identifiziert wurden.

5 Tote bei israelischem Luftangriff auf Hamas-Vertreter in Gaza
Foto: unternehmen-heute.de

Der jüdische Jahrestag und die politische Gemengelage

Der Angriff fiel nach dem jüdischen Kalender exakt auf den Jahrestag des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023. Jenen Tag, an dem Kämpfer der Organisation nach offiziellen israelischen Angaben mehr als 1.200 Menschen töteten und 251 Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Die militärische Reaktion Israels auf diesen Überfall führte zu massiven Zerstörungen und nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums zu mehr als 74.200 Toten im Küstenstreifen.

Obwohl im vergangenen Jahr eine Waffenruhe vereinbart wurde, setzt die israelische Armee ihre Angriffe fort. Das Gesundheitsministerium in Gaza verzeichnet seit Inkrafttreten dieser Vereinbarung mehr als 1.440 getötete Palästinenser durch israelische Streitkräfte. Auf israelischer Seite wurden im selben Zeitraum fünf Soldaten und ein ziviler Mitarbeiter getötet.

Während al-Amudi vor Ort als führender Kopf im Gazastreifen gilt, agiert der oberste politische Leiter der Hamas, Chalil al-Hajaa, von Katar aus auf diplomatischer Ebene. Hajaa hatte im Juli einem US-Plan zur Entwaffnung der Hamas zugestimmt.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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