Zum Inhalt springen
Welt

Jemen: 1.400 Menschen fliehen innerhalb von 24 Stunden nach Dschibuti

Rund 1.400 Menschen sind innerhalb von 24 Stunden aus dem krisengeschüttelten Jemen nach Dschibuti geflohen. Die schwere Eskalation der Kämpfe und der Vormarsch der Huthi-Milizen entlang der strategisch vitalen Küstenlinie am Roten Meer treiben tausende Familien in die Massenflucht.

Ilyas Moussa Dawaleh

Die humanitäre Lage am Roten Meer hat sich dramatisch zugespitzt. Wie der dschibutische Minister für Wirtschaft und Finanzen, Ilyas Moussa Dawaleh, auf der Plattform X mitteilte, erreichten rund 1.400 jemenitische Flüchtlinge das Nachbarland auf dem afrikanischen Horn innerhalb eines einzigen Tages. Die massenhafte Flucht erfolgt vor dem Hintergrund eines rasanten Vormarsch der Huthi-Milizen, die ihre Kontrolle über die weltwirtschaftlich bedeutende Bab-el-Mandeb-Straße und die Küstenregionen massiv ausdehnen.

Huthi-Offensive und die Eroberung von Mocha

Hintergrund der akuten Fluchtwelle ist eine neue Offensivwelle der mit Iran verbündeten Huthi-Kämpfer. Nachdem die Miliz weite Teile Nordjemens sowie die Hauptstadt Sanaa und die westliche Hafenstadt Hodeida kontrolliert, dehnte sie ihren Vormarsch in den vergangenen Tagen drastisch aus. Die Huthi-Kräfte nahmen am Donnerstag die strategisch wichtige Rotmeer-Hafenstadt Mokha ein und brachten in der Folge die angrenzenden Küstengebiete sowie vorgelagerte Inseln unter ihre Kontrolle.

Yemenis flee to Djibouti as Houthi forces seize Red Sea coastline
Photo: turkiyetoday.com

Am Freitag verschärften die Verbände zudem ihren Griff um die Bab-el-Mandeb-Straße. Die Seestraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und gilt als eine der wichtigsten maritimen Lebensadern für den Welthandel sowie für den europäischen und asiatischen Schiffsverkehr. Durch die Kämpfe wurden in Distrikten wie Maqbanah, Jabal Habashi und al-Maafer nach Berichten ganzer Dörfer entvölkert.

Flucht über das Rote Meer nach Obock

Obock

Für die Menschen aus den umkämpften jemenitischen Regionen bietet die Küstenstadt Obock in Dschibuti den nächstgelegenen Zufluchtsort. Obock liegt nur rund 20 Kilometer über das Wasser von der jemenitischen Küste entfernt. Bereits am Freitag hatte Minister Dawaleh gemeldet, dass rund 500 Flüchtlinge in der Küstenstadt eingetroffen waren. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Frauen und Kinder, die bei der gefährlichen Überquerung der Meerenge auf See gerettet werden mussten, nachdem ihren Booten der Treibstoff ausgegangen war.

Jemen: 1.400 Menschen fliehen innerhalb von 24 Stunden nach Dschibuti
Photo: arabnews.com

About 1,400 people have fled Yemen for Djibouti in a 24-hour period, Djibouti’s economy and finance minister says, as Houthi fighters tighten their grip on the Bab al-Mandeb strait.

Ilyas Moussa Dawaleh teilte am Samstag auf X mit, dass innerhalb von nur 24 Stunden 1.400 Flüchtlinge aus dem Jemen in Dschibuti angekommen seien.

In a separate post on Friday, the minister said that 500 refugees had arrived in the coastal city of Obock, including women and children, after they were rescued at sea when their boats ran out of fuel while crossing the Bab-el-Mandeb strait.

Bab-el-Mandeb strait

Obock, a city only about 20 kilometres (12 miles) across the water from the Yemeni coast, has for several years been a preferred arrival point for those seeking refuge from war-torn Yemen. The Bab-el-Mandeb strait is also used in the opposite direction by migrants from the Horn of Africa, who transit through Yemen on their way to Gulf countries.

About 1,400 Yemenis flee to Djibouti within 24 hours

Safiya Ibrahim

Safiya Ibrahim, Koordinatorin für humanitäre Hilfe bei der Internationalen Organisation für Migration (IOM), teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass gefährdete Gruppen wie Frauen und Kinder die Küsten von Obock erreicht hätten und in den kommenden Tagen noch weitere erwartet würden.

The IOM said on Saturday that 76,000 people had been displaced by fighting in Yemen since July, with the figure quadrupling following the renewed escalation in hostilities.

Djibouti hosts tens of thousands of refugees and asylum seekers.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.