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Welt

Kolumbien startet Luftbekämpfung von Kokaplantagen

Kolumbien nimmt die Luftbekämpfung von Kokaplantagen mit dem Herbizid Glyphosat wieder auf, um dem enormen Anstieg der Kokainproduktion entgegenzuwirken. Das gab der scheidende Präsident Juan Manuel Santos bekannt, dessen Amtszeit im August endet. Das Gesundheits- und Umweltministerium hat entsprechende Pilotpläne bereits gebilligt. Kolumbien galt lange als das letzte Land weltweit, das solche Sprühverfahren einsetzte, bis die Regierung sie 2015 aufgrund von Bedenken der Weltgesundheitsorganisation bezüglich möglicher Krebsrisiken und Umweltschäden einstellte. Die kolumbianische Regierung verwendete die aerial spraying für einen 15-jährigen Zeitraum im Rahmen ihres Kampfes gegen den Drogenhandel.

Kolumbiens Rückkehr zur Luftbekämpfung mit Glyphosat

Kolumbien will die umstrittene Luftbekämpfung von Kokaplantagen mit dem Herbizid Glyphosat wieder aufnehmen, um dem enormen Anstieg der Kokainproduktion entgegenzuwirken. Das gab der scheidende Präsident Juan Manuel Santos bekannt, dessen Amtszeit im August endet. Das Gesundheits- und Umweltministerium hat entsprechende Pilotpläne bereits gebilligt. Kolumbien galt lange als das letzte Land weltweit, das solche Sprühverfahren einsetzte, bis die Regierung sie 2015 aufgrund von Bedenken der Weltgesundheitsorganisation bezüglich möglicher Krebsrisiken und Umweltschäden einstellte. Die kolumbianische Regierung verwendete die aerial spraying für einen 15-jährigen Zeitraum im Rahmen ihres Kampfes gegen den Drogenhandel.

U.S. President Donald Trump meets with Colombian President Ivan Duque Marquez in the Oval Office of the White House in
Photo: reuters.com

Der Druck aus den Vereinigten Staaten hat diesen Strategiewechsel maßgeblich angetrieben. US-Präsident Donald Trump betonte bei einem Treffen mit seinem kolumbianischen Amtskollegen Ivan Duque im Weißen Haus die Notwendigkeit dieser Maßnahme. You’re going to have to spray, erklärte Trump gegenüber Journalisten. If you don’t spray you’re not going to get rid of (the coca), so you have to spray with regard to the drugs in Colombia. Ivan Duque erklärte bei dem Treffen in Washington: We need to combine all the options available to us, not just spraying. Das Land strebt an, 130,000 hectares (321,237 acres) Koka unter Verwendung verschiedener Instrumente einschließlich der Wiedereinführung der Luftbegasung zu vernichten. Die Regierung von Duque arbeitet daran, verschiedene gesundheitliche und ökologische Anforderungen zu erfüllen, die vom Verfassungsgericht gefordert werden, bevor die Wiederaufnahme erfolgen kann. Der Drogenhandel speist seit langem die internen bewaffneten Konflikte des Landes, wobei laut Sicherheitsquellen die linke Rebellengruppe National Liberation Army (ELN), Dissidenten der ehemaligen Revolutionary Armed Forces of Colombia (FARC) Guerillas, die sich unter einem Friedensabkommen von 2016 demobilisierten, sowie kriminelle Gruppen Geld aus dem Handel beziehen.

Rekordzahlen bei Kokain und der Druck aus Washington

Die Entscheidung folgt unmittelbar auf alarmierende Statistiken der US-Behörden. Das US-Drogenkontrollamt (ONDCP) meldete, dass die mit Kokastrauch bebaute Fläche in Kolumbien um 11 Prozent auf 290,000 hectares (716,000 acres) gestiegen ist, den höchsten Stand in der Geschichte des Landes. Gleichzeitig legte die Kokainproduktion um 19 Prozent zu. Jim Carroll, der stellvertretende Direktor des ONDCP, erklärte: The message from President (Donald) Trump is clear: the record growth in cocaine production has to be reversed. Kolumbien wird in den Berichten als weltgrößter Produzent von Kokain und als das Land genannt, in dem die globale Kokainherstellung im Jahr 2016 das höchste je gemeldete Niveau erreichte. Historisch gesehen war der US-Markt das Hauptziel für die Drogen, noch vor Europa und Asien. Die weltweite Situation zeigt zudem rechtliche Auseinandersetzungen in den Vereinigten Staaten, wo ein sterbender Kalifornier in einem ersten Prozess gegen den US-Agrochemieriesen Monsanto klagt und geltend macht, dass dessen populäres Herbizid Roundup – dessen Hauptbestandteil Glyphosat ist – seine Krankheit verursacht habe.

Kolumbien startet Luftbekämpfung von Kokaplantagen
Photo: digitaljournal.com

Technologische Anpassungen und der Einsatz von Drohnen

Um die gesundheitlichen und ökologischen Bedenken zu entkräften, setzt die Regierung in Bogota auf neue technische Methoden. Statt der früheren Flächenflugzeuge sollen künftig Drohnen in geringerer Höhe eingesetzt werden, wobei eine Glyphosat-Konzentration von weniger als 50 Prozent des früher bei Krebssorgen verwendeten Wertes zum Einsatz kommt. Dies soll verhindern, dass airborne contamination entsteht und Schäden an Ernten und Menschen verursacht werden. It’s similar to what we are already doing, with eradicators going with a tank on their shoulders spraying on the ground, erläuterte Santos vor dem Nationalen Betäubungsmittelrat im Narino Palace in Bogota, der die neuen Maßnahmen billigte. Landwirte hatten zuvor beanstandet, dass sowohl legitime Ernten als auch das Grundwasser beschädigt würden, was Kolumbien im Jahr 2013 dazu veranlasste, Ecuador für die Luftbekämpfung in Grenzgebieten zu entschädigen, da diese angeblich Ernten zerstörten, Vieh töteten und ländliche Bauern krank machten. Zusätzlich zu den Drohnen sollen Caterpillar-Typ-Traktoren verwendet werden, um die Pflanzen zu zerstören, die oft durch Drogenschmuggler geschützt werden, welche Minen und Scharfschützen einsetzen.

Kolumbien startet Luftbekämpfung von Kokaplantagen
Photo: briansaady.com
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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