Zwei Jahrzehnte nach den Anschlägen vom 11. September hat sich der grenzübergreifende Austausch westlicher Nachrichtendienste grundlegend gewandelt. Heute arbeiten US-Behörden, britische Sicherheitskräfte und internationale Partner in neu geschaffenen Zentren eng zusammen.
Geheimdienstversagen und mangelnde Fantasie im Jahr 2001
Niemand könne bezweifeln, dass die Ereignisse des 11. Sowohl die CIA als auch das FBI verfügten damals über Informationen, die den Anschlag bei ordnungsgemäßer Weitergabe hätten verhindern können.
Das darauffolgende Untersuchungsgremium, die 9/11 Commission, rügte in ihrem Bericht gravierende Mängel. Die Kommission machte Versäumnisse bei der Fantasie, der Politik, den Fähigkeiten und dem Management der US-Regierung verantwortlich. CIA und FBI versäumten es demnach, Geheimdienstinformationen richtig zu bewerten, untereinander auszutauschen und ausreichende Schritte zur Störung der Verschwörung einzuleiten.
Institutionelle Reformen und das Counter Terrorism Operations Centre in London
Diese grundlegende Lektion wurde seitdem weitgehend, wenn auch nicht vollständig, gelernt. Alte Rivalitäten zwischen dem Inlandsgeheimdienst MI5 und der polizeilichen Terrorismusbekämpfung wurden aufgelöst.
Zunächst entstanden regionale fusion centres
im Vereinigten Königreich. Jüngstes Beispiel ist das hochgesicherte Counter Terrorism Operations Centre in London. Dort arbeiten Geheimdienstoffiziere des MI5 unmittelbar mit Polizeibeamten zusammen, deren Aufgabe es ist, operative Maßnahmen zur Zerschlagung terroristischer Plots zu ergreifen.
Ebenfalls vor Ort anzutreffen sind Bundesagenten des US-amerikanischen FBI oder Sprachspezialisten des britischen Abhördienstes GCHQ. Auf US-Seite fand eine grundlegende Reorganisation statt. Dabei wurden das National Counter Terrorism Center in der Nähe von Washington D.C. sowie das Amt des Director of National Intelligence ins Leben gerufen. Diese Strukturen sollen sicherstellen, dass Informationen zwischen den 18 getrennten US-Geheimdiensten reibungslos fließen.
Internationale Allianzen und historische Rückschläge
Die Beziehung zwischen der CIA und dem britischen Secret Intelligence Service, besser bekannt als MI6, gilt Berichten zufolge als die engste Partnerschaft weltweit. Ergänzt wird dieses Band durch die Five-Eyes-Allianz. Dieser Verbund bündelt die nachrichtendienstlichen Kapazitäten der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreichs, Kanadas, Australiens und Neuseelands.
Dennoch kam es auch nach den Anschlägen auf die Twin Towers zu Fehlern bei der Einschätzung und der strategischen Planung. Dies stürzte die Organisation in den schwersten Reputationsverlust seit den Verratsfällen der sowjetischen Maulwürfe wie Kim Philby in den 1950er und 1960er Jahren.