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Technik und Wissenschaft

Naturgeschichte-GCSE: Experten fordern mehr Greenlightenment für Schulen

Naturforscher Steve Backshall und Sir Tim Smit fordern mehr greenlightenment für den britischen Schulunterricht. Während die Regierung über einen neuen Lehrplan für Naturgeschichte berät, zeigt eine aktuelle Umfrage, dass viele englische Kinder grundlegende Naturerfahrungen wie das Klettern auf Bäume oder das Campen im Zelt noch nie erlebt haben.

Regierungsberatungen über neues Naturgeschichte-GCSE

Die britische Regierung berät derzeit über die Einführung eines neuen Naturgeschichte-GCSE, wie die britische Rundfunkanstalt BBC berichtet. Das Vorhaben hat prominente Unterstützer aus der britischen Naturschutz- und Bildungslandschaft gefunden. Sir Tim Smit, Mitbegründer der Lost Gardens of Heligan, bezeichnete den geplanten Bildungsschritt als seismic moment for British education.

Regierungsstellen teilten mit, dass ein solcher Abschluss Schülern gefragte Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt einer sich wandelnden Welt vermitteln und gleichzeitig dazu beitragen könne, die Zahl der jungen Menschen zu senken, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung oder Training sind. Das Vorhaben zielt darauf ab, ökologische Bildung fester in den Lehrplänen zu verankern.

Umfrage offenbart Entfremdung von der Natur bei Kindern

Die Forderung nach einer umfassenden Aufklärung im Bereich der Umweltthemen, die von den Initiatoren als greenlightenment bezeichnet wird, stützt sich auf alarmierende Zahlen. Aus einer Umfrage der Lost Gardens of Heligan unter 1.004 Eltern- und Kind-Gruppen in ganz England geht hervor, dass gewöhnliche Naturkontakte für viele Heranwachsende keineswegs selbstverständlich sind.

Laut den Erhebungsdaten haben 55 Prozent der befragten Kinder noch nie auf einen Baum geklettert. Noch drastischer fällt das Ergebnis bei anderen Naturerlebnissen aus: 61 Prozent der Kinder gaben an, noch nie eine Rosskastanie gesammelt oder in einem Zelt campiert zu haben.

„I see every day how nature revitalises, restores and fills people with joy.“

Steve Backshall, Naturforscher

Backshall, der unter anderem die Wild-Heligan-Erfahrung moderierte, um junge Menschen für die heimische Tierwelt zu begeistern, betonte, dass der Kontakt zur Umwelt das Wohlbefinden steigere.

Interesse der Jugend und kommende Entscheidungen

Trotz der fehlenden Freilraumerfahrungen zeigt die Jugend laut der Untersuchung ein starkes Interesse an ökologischen Themen. Von den befragten Kindern gaben 34 Prozent an, dass sie das vorgeschlagene Naturgeschichte-GCSE definitiv wählen würden, falls ihre Schule es anbietet. Weitere 41 Prozent tendierten zu der Einschätzung, dass sie es wahrscheinlich wählen würden.

Sir Tim Smit argumentierte, dass Kinder ihr Interesse an der Natur keineswegs verloren hätten, sondern schlicht die Gelegenheiten fehlten, diese unmittelbar zu erleben. It is our responsibility to equip the next generation with the tools to protect nature so it doesn’t become history, erklärte er mit Blick auf die Verantwortung der Erwachsenenwelt.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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