Microsoft entwickelt eine neue Altersverifikation direkt für Windows 11, die Apps und Spielen künftig Altersgruppen statt sensibler Geburtsdaten übermittelt. Die Funktion soll in Kürze in reguläre Versionen einfließen und den Jugendschutz zentralisieren. Ziel ist es, internationalen Regulierungsbehörden in den USA, der EU und Großbritannien entgegenzukommen.
Microsoft plant eine grundlegende Änderung bei der Altersüberprüfung in Windows 11. Bisher müssen einzelne Anwendungen und Spiele das Alter des Nutzers eigenständig abfragen, was zu sehr unterschiedlichen Methoden vom einfachen Kontrollkästchen bis hin zur Identitätsprüfung durch Drittunternehmen führte.
Windows-Age-API teilt Nutzer in feste Altersgruppen ein
Kern der Neuerung ist eine dedizierte Programmierschnittstelle, die Entwicklern standardisierte Abfragen ermöglicht. Die API übermittelt kein exaktes Geburtsdatum an die Anwendungen, sondern teilt den Nutzer stattdessen in feste Blöcke ein.
- GetUserAgeRangeAsync liefert eine Altersgruppe zurück. Zur Auswahl stehen die Kategorien jünger als 10, 10–12 Jahre, 13–15 Jahre, 16–17 Jahre sowie 18 Jahre und älter.
- GetAgeVerificationStatusAsync greift auf eine zusätzlich durchgeführte Verifikation zurück.
- CheckAgeStatusAsync erweitert die bereits bestehende Funktion zur Zuordnung bestimmter Altersgruppen.
Die neue Schnittstelle richtet sich vor allem an Spiele und KI-gestützte Anwendungen, die ihre Inhalte flexibel anpassen müssen. Entwickler erhalten dadurch die Möglichkeit, Jugendschutzvorgaben umzusetzen, ohne selbst sensible Daten erheben zu müssen.
Zentrale Plattform MAV soll weltweite Standards bedienen
Für die Überprüfung des Alters führt Microsoft die zentrale Plattform MAV ein. Diese ist laut den Berichten bisher in Singapur, Australien und Brasilien verfügbar, soll jedoch in weiteren Regionen ausgerollt werden. Nutzer bestätigen ihr Alter demnach einmalig für ihr Microsoft-Konto. Apps können diesen Status anschließend über die API abfragen.

Um Missbrauch zu verhindern, verifiziert eine Plattform für digitale Sicherheit die Identität der aufrufenden Anwendung, bevor das Signal freigegeben wird. Apps müssen sich bei diesem System registrieren, damit sie das Alterssignal auslesen können. Ein willkürlicher Zugriff durch jede beliebige Software auf dem PC ist nach Angaben von Microsoft ausgeschlossen.
Reaktion auf internationalen Regulierungsdruck
Mit dem zentralen System reagiert der Konzern auf den wachsenden Druck von Gesetzgebern. Regulierungsbehörden in den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und Großbritannien drängen seit längerer Zeit auf strengere und einheitlichere Gesetze zur Altersüberprüfung im Internet. Die Integration auf Betriebsebene soll diesen rechtlichen Anforderungen gerecht werden.
Die Funktionen sind derzeit über die Insider-Kanäle von Windows verfügbar und sollen in Kürze in das reguläre Windows 11 integriert werden. Die Erweiterung durch die Methode zur Statusprüfung ist für einen späteren Zeitpunkt angekündigt.
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