Der Film Coyote vs. Acme ist nach einem kontroversen Versuch von Warner Bros., das fertige Werk für einen Steuerabschreibungs-Vorteil zu begraben, nun in den Kinos erschienen. Die Produktion verbindet Realfilm mit Animation und thematisiert in einer Parodie auf Rechtsdrama-Klassiker den Kampf des Wile E. Coyote gegen den mächtigen Konzern Acme.
Die Geschichte von Wile E. Coyote ist eine der endlosen Vergeblichkeit. In der neuen filmischen Umsetzung wird diese Dynamik in einen Gerichtssaal verlagert. Basierend auf einem Artikel von Ian Frazier aus dem Jahr 1990 im New Yorker Magazin, klagt der Coyote den Konzern Acme wegen der Unzuverlässigkeit seiner Produkte auf. Die mangelhaften Apparaturen – von Raketenschuhen bis hin zu Erdbebenpillen – führten über Jahrzehnte hinweg zu den charakteristischen Katastrophen der Figur.
Ein Rechtsstreit gegen die Acme-Korporation
Im Zentrum der Handlung steht die Zusammenarbeit zwischen dem frustrierten Wile E. und einem Anwalt aus Albuquerque namens Kevin Avery, gespielt von Will Forte. Avery wird als eine Person dargestellt, die so sehr vor dem Scheitern fürchtet, dass er sich normalerweise nur auf kleine Fälle beschränkt, die er für geringe Summen beilegt. Die Dynamik ändert sich durch seine Praktikantin Paige, verkörpert von Lana Condor, deren Idealismus ihn dazu drängt, eine massive Klage gegen Acme einzureichen.
Acme wird im Film als das mächtigste Unternehmen der Welt porträtiert, geführt vom Toon Foghorn Leghorn. Vertreten wird der Konzern durch den aggressiven Anwalt Buddy Crane, gespielt von John Cena. Während der Suche nach Beweisen begegnen Avery, Paige und der Coyote weiteren bekannten Figuren aus dem Warner Bros.-Universum, darunter Bugs Bunny, Daffy Duck, Tweety Bird und Porky Pig. Ein zentraler Punkt der Untersuchung ist ein sinistres Projekt von Acme, das nach Sisyphos benannt ist und die existenzielle Sinnlosigkeit des Kampfes des Coyoten widerspiegelt.
Kritik an Konzernmacht und Steuerpraktiken
Acme dient als Archetyp moderner Megakonzerne, die Jobs in billigere Länder auslagern, Produkte mit geplanter Obsoleszenz herstellen und Kunden an KI-Bots verweisen. Der Film suggeriert, dass Gerichte und Kongress vor der Macht solcher Unternehmen kapitulieren.
Diese thematische Ausrichtung spiegelt sich in der realen Vorgeschichte des Films wider. Warner Bros. hatte versucht, den bereits fertiggestellten Film nicht zu veröffentlichen, um eine Steuerabschreibung geltend zu machen. Dieser Vorgang wird in den Berichten als eine fast schon „Acme-hafteEntscheidung beschrieben, die den Inhalt des Films – den Kampf gegen willkürliche Konzernmacht – in der Realität widerspiegelt.
Struktur und emotionale Tiefe unter Dave Green
Regisseur Dave Green und Drehbuchautor Samy Burch weichen von der Struktur der klassischen sechsminütigen Cartoons ab, indem sie dem Geschehen eine lineare Handlung und emotionale Tiefe verleihen. Während die Looney Tunes traditionell für ihre „fröhliche Verantwortungslosigkeit bekannt waren und im Gegensatz zu Disney-Produktionen nicht sentimental agierten, führt dieser Film eine Charakterentwicklung ein. Der Anwalt Avery gewinnt im Laufe der Handlung an Rückgrat, während die obsessive Jagd des Coyoten auf den Road Runner als Ausdruck einer tiefen, fast schon Ahab-artigen Sehnsucht gedeutet wird.
Die Produktion nutzt die surrealen Gesetze der Animation auch in der Realwelt der menschlichen Charaktere. So können Figuren physisch zerquetscht werden, nur um sich kurz darauf wieder in ihre ursprüngliche Form zu bringen. Trotz dieser Gags liegt der Fokus auf der existenziellen Bindung zwischen dem Jäger und dem Gejagten, deren Leben sich gegenseitig definieren.
Der Film bricht mit der Tradition der reinen Slapstick-Comedy, indem er Wile E. Coyote als eine Figur feiert, die trotz ständigen Scheiterns die Bereitschaft besitzt, weiterzukämpfen. Damit wird die Figur in einer Weise präsentiert, die sie fast schon zu einem Vorbild für Beharrlichkeit macht.
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