Die renommierte Regisseurin Jutta Brückner meldet sich mit dem Drama „Im Spiegel meiner Mutternach einer Schaffenspause von 20 Jahren im Kino zurück.
Nach zwei Jahrzehnten Abwesenheit von der Kinoleinwand kehrt eine der prägendsten Figuren des deutschen Frauenfilms zurück. Die Autorin, Regisseurin und Produzentin Jutta Brückner, die in den 1970er-Jahren als Erneuerin des Mediums galt, präsentiert ihr neuestes Werk „Im Spiegel meiner Mutter“. Der Film startet am Freitag in den Kinos und beleuchtet eine ebenso schmerzhafte wie tiefgründige familiäre Dynamik, die als beinhart liebevolle Abrechnung beschrieben wird.”
Corinna Harfouch und die Geister der Vergangenheit
Im Zentrum der Handlung steht die arrivierte Archäologin Ursula Scheuner, dargestellt von Corinna Harfouch. Ursula lebt in dem geerbten Haus ihrer kürzlich verstorbenen Mutter, die im Film von Hildegard Schmahl verkörpert wird. Unabhängig davon, was Ursula tut, blieb es der gestrengen Mutter zeitlebens nie recht. Selbst über den Tod hinaus kämpft die Archäologin im geerbten Heim mit Geistern unterschiedlichster Art.
Die Schilderungen zeichnen das Bild einer Tochter, die sich in ihrer Arbeit vergräbt, weil eine echte Trauer über den Verlust der pflegebedürftigen Mutter zunächst kaum möglich erscheint.
Autobiografische Wurzeln und die Figur der Ursula
Der Name der Hauptfigur schlägt eine direkte Brücke zu Brückners eigenem Schaffen. Bereits 1980 erlangte die Regisseurin mit dem Film Hungerjahre große Bekanntheit, der von einer Familie im Adenauer-Deutschland erzählte. Damals war die 13 Jahre alte Hauptfigur namens Ursula stark von autobiografischen Erfahrungen inspiriert. Fast fünfzig Jahre später greift Brückner diesen Namen erneut auf. Die Protagonistin ist entsprechend gealtert, doch in einer entscheidenden Hinsicht hat sich wenig verändert: Sie führt ein Dasein im sprichwörtlichen Spiegel ihrer Mutter.

Archäologische Funde und die mysteriöse Melanie
Ein zentrales Motiv lässt sich bis zu Roberto Rossellinis Klassiker „Viaggio in Italia“ aus dem Jahr 1954 zurückverfolgen, in dem die Entdeckung eines mumifizierten Liebespärchens in Pompeji ein britisches Paar auf Urlaubsreise so sehr erschüttert, dass es seine Ehekrise überwindet. Im aktuellen Film von Jutta Brückner ist es der Fund einer weiblichen Moorleiche, der die Archäologin Ursula im Innersten berührt.”

Parallel dazu taucht die Assistentin Melanie auf, die von Carla Juri gespielt wird. Ob die lebenskluge junge Frau tatsächlich existiert oder lediglich eine Ausgeburt von Ursulas Fantasie ist, bleibt über weite Strecken offen. Melanie kennt selbst intimste Verletzungen und Gefühlsregungen der Archäologin. Der Film bewegt sich dadurch als Halb-Psychodrama und Halb-Mystery-Stück auf ständig wechselnden Ebenen von Zeit und Realität, während Ursula zusätzlich unter den Verdacht gerät, am Tod ihrer Mutter mitschuldig zu sein.
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