Zwei philippinische Seeleute sind bei einem iranischen Angriff auf einen saudi-arabischen Öltanker in der Straße von Hormus getötet worden. Das teilte das nationale Schifffahrtsunternehmen Bahri am 2. September 2026 mit. Der Zwischenfall ereignete sich am späten Montagabend und verschärft die Spannungen in der global bedeutsamen Energieroute drastisch.
Saudi-Arabien, der weltweit größte Exporteur von Rohöl, hat den tödlichen Angriff auf das Tankschiff scharf verurteilt. Wie das nationale Schifffahrtsunternehmen Bahri bekannt gab, kam es bei dem Vorfall an Bord des Supertankers Sidr am Montag um 23:40 Uhr Ortszeit zu dem folgenschweren Einschlag. Die Schiffahrt im südlichen Korridor der strategisch vitalen Straße von Hormus stand zuvor bereits massiv im Fokus militärischer Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.
Bahri bestätigt Todesopfer und fortlaufenden Kontakt zum Tanker
Die nationale Reederei Bahri bestätigte den Tod von zwei philippinischen Besatzungsmitgliedern offiziell. Das Unternehmen erklärte, dass man den Angehörigen und Kollegen der Getöteten volle Unterstützung zukommen lasse. Die Sidr war laut saudi-arabischen Angaben als eines von zwei supergroßen Tankern unterwegs, als sie spät am Montagabend getroffen wurde.
Zwar nannte die Reederei zunächst keine genauen Details zur technischen Natur des Angriffs, doch saudi-arabische Behörden machten umgehend den Iran für die Attacke verantwortlich. Berichten von Seeschifffahrtsüberwachern zufolge wurde das Schiff beim Verlassen der engen Wasserstraße von Projektilen getroffen. Bahri teilte zudem mit, dass man in kontinuierlichem Kontakt mit dem Schiff stehe und sich eng mit den zuständigen Behörden sowie maritimen Interessengruppen abstimme.
Saudi-Arabien fordert sofortiges Ende der Eskalation und Schutz der Schifffahrt
Das Außenministerium in Riad verurteilte die Gewalt als schwere Bedrohung für die internationale Seefahrt. Die saudi-arabische Regierung betonte in einer offiziellen Erklärung die Dringlichkeit, die Angriffe einzustellen und die Sicherheit globaler Energieversorgungslieferungen zu gewährleisten.

Die Königreich betonte die Notwendigkeit, Eskalationen zu stoppen und die internationale maritime Sicherheit sowie die Sicherheit der globalen Energieversorgung zu respektieren. Außenministerium von Saudi-Arabien, via HuffPost
Zudem dehnte Riad seine Verurteilung auf jüngste Angriffe im Nachbarraum aus. Das Königreich verurteilte iranische Attacken auf Jordanien, Bahrain und Kuwait und versicherte diesen Staaten seine volle Solidarität beim Schutz ihrer Souveränität und Sicherheit.
Regionale Reaktionen und die strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die internationalen Reaktionen auf den Vorfall fielen entsetzt aus. Die kuwaitische Regierung stufte den Vorfall als abscheulichen Angriff und schwerwiegenden Bruch des Völkerrechts ein. Auch Katar und Jordanien betonten, dass eine freie und ungestörte Handelsschifffahrt im Nahen Osten unverzichtbar ist.

Vor der Eskalation des Konflikts passierte etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels die schmale Meerenge. Nach dem Beginn der US-israelischen Militärschläge gegen den Iran am 28. Februar hat Teheran jedoch wiederholt gedroht, Tanker ohne entsprechende Autorisierung an der Passage zu hindern, was die Energieexporte der Golfanrainer massiv beeinträchtigt.