Die Wall Street hat den Start in den historischen Verlustmonat September mit deutlichen Kursverlusten vollzogen. Anleger trennten sich am Dienstag von Aktien, nachdem eine Eskalation im Nahen Osten die Ölpreise nach oben trieb und ein weltweiter Ausverkauf am Anleihemarkt die Renditen auf Mehrjahreshochs klettern ließ.
Der erste Handelstag des September verlief an den US-Börsen äußerst unruhig. Alle drei großen Indizes schlossen am Dienstag, dem 1. September 2026, spürbar im Minus, belastet durch eine Kombination aus geopolitischen Spannungen und steigenden Zinsen (nach Angaben von Reuters). Der Abwärtstrend spiegelt eine zunehmende Nervosität wider, während die Märkte nahe historischer Höchststände handeln.
Steigende Ölpreise und militärische Schläge im Nahen Osten
Hintergrund der Marktunruhe sind neue US-Militärschläge gegen iranische Ziele rund um die Straße von Hormus. Die Angriffe erfolgten, nachdem Treasury Secretary Scott Bessent signalisiert hatte, Washington werde voraussichtlich neue Bankensanktionen gegen den Iran ankündigen, um die dortige Führung economically asphyxiate
zu wollen.
US-Öl verteuerte sich sogar um 5,2 Prozent auf 90,22 US-Dollar je Barrel, womit der Preis erstmals seit über einem Monat wieder über der Marke von 90 US-Dollar schloss (wie SFGate berichtete).
Ross Mayfield, Investmentstrategieanalyst bei Baird in Louisville, Kentucky, erklärte im Anschluss an die restriktiven Äußerungen von Kevin Warsh am Freitag, dass es infolge von Angriffen im Iran zu einem Anstieg der Ölpreise gekommen sei, was den perfekten Cocktail für einen Tag bilde, an dem Anleger in einem nahe historischer Höchststände handelnden Markt das Risiko meiden.
Ross Mayfield, Investment Strategy Analyst bei Baird
Anleiherenditen auf dem Vormarsch und Zinssorgen der Fed
Neben den geopolitischen Krisen drückt ein anhaltender Ausverkauf an den Rentenmärkten auf die Stimmung. Zugleich stieg die Rendite zweijähriger Papiere, die stark auf geldpolitische Erwartungen reagiert, auf 4,39 Prozent (berichtet SFGate).

Experten verweisen zudem auf die Gesamtverschuldung der Vereinigten Staaten, die vor zwei Wochen die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten hat. Am Zinsmarkt preisen Händler laut dem CME FedWatch Tool mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 68,2 Prozent ein, dass die US-Notenbank Fed auf ihrer September-Sitzung den Leitzins um 25 Basisspunkte anheben wird (laut Reuters-Daten).
Jay Hatfield, Portfolio-Manager bei InfraCap in New York, erklärte, dass die Notenbank eine sehr, sehr restriktive Haltung einnehme und die Zinsen unbedingt anheben wolle, um ihre Unabhängigkeit von der Regierung unter Beweis zu stellen.
Jay Hatfield, Portfolio-Manager bei InfraCap
Saisonaler Druck und Reaktionen an den Indizes
Zusätzliche Sorgen bereitet der Blick in den Kalender. Historisch gesehen gilt der September als der schwächste Monat des Börsenjahres. Laut Daten von Fisher Investments und Finaeon verzeichnet der Monat seit 1926 im Schnitt negative Renditen.

| Aktienindex | Schlussstand | Veränderung in Prozent |
|---|---|---|
| Dow Jones Industrial Average | 52.766,93 Punkte | 0,79% Rückgang |
| S&P 500 | 7.631,47 Punkte | 0,71% Rückgang |
| Nasdaq Composite | 26.099,77 Punkte | 1,03% Rückgang |
Der als Konjunkturbarometer beachtete Dow Jones Transportation Average sank um 2,5 Prozent, und der Philadelphia SE Semiconductor Index gab um 2,1 Prozent nach.
Konjunkturseitig zeigte der am Dienstag veröffentlichte JOLTS-Bericht des Arbeitsministeriums eine nachlassende Dynamik auf dem US-Arbeitsmarkt. Marktbeobachter warten nun auf den umfassenden Arbeitsmarktbericht für August, der am Freitag veröffentlicht wird.