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Welt

Wall Street sinkt nach US-Angriffen auf Ziele im Iran

Die Wall Street hat den August mit Kursverlusten beendet, nachdem die USA am Sonntag militärische Ziele im Iran angriffen. Gleichzeitig stiegen die Ölpreise und die Renditen von US-Staatsanleihen deutlich an. Anleger befürchten durch den eskalierenden Konflikt neue Inflationsschübe und mögliche Zinsschritte der Federal Reserve.

Der Monat August brachte erhebliche Turbulenzen an den Finanzmärkten, die zum Wochenstart durch neue geopolitische Spannungen verstärkt wurden. Nach Angaben aus Berichten zum Handelsverlauf griffen US-Streitkräfte am Sonntag iranische Raketenwerfer an der Straße von Hormus an. Kurz darauf meldete die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate, dass sie eine iranische Drohne über ihren Gewässern abgefangen habe. Diese Militäraktionen beendeten eine rund einwöchige Phase relativer Ruhe in dem seit mehr als sechs Monaten andauernden Konflikt.

Reaktionen an den Aktienmärkten und Kursverluste im S&P 500

Die US-Indizes verzeichneten am Montag flächendeckende Abschläge. Der S&P 500 gab um 0,3 Prozent nach und schloss bei 7.686,14 Punkten, während der Dow Jones Industrial Average um 0,7 Prozent auf 53.185,90 Zähler fiel. Der technologielastige Nasdaq composite verlor 0,1 Prozent und beendete den Handel bei 26.370,89 Punkten. Trotz dieser Tagesverluste blicken die Märkte auf einen erfolgreichen Monatsmonat zurück: Der S&P 500 und der Nasdaq verbuchten im August jeweils ein Plus, während der Dow Jones seine Serie von monatlichen Gewinnen ausbaute.

Fast alle Sektoren des S&P 500 schlossen im Minus. Zu den größten Verlierern zählten Versorger wie Edison International mit einem Einbruch von 23,1 Prozent und PG&E, die um 20,1 Prozent nachgaben. Auslöser hierfür waren Berichte über mögliche Gesetzesvorhaben in Kalifornien, die Versicherern das Recht einräumen könnten, Versorger wegen Waldbrandschäden zu verklagen. Auch Amazon geriet unter Druck und verlor 2,5 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass die Federal Trade Commission und mehr als 20 US-Bundesstaaten eine Kartellklage wegen mutmaßlicher Preismanipulationen vorbereiten.

Ölpreise klettern nach Angriffen an der Straße von Hormus

Im Zentrum der Sorgen stehen die Energiemärkte. Die Straße von Hormus wickelt rund 20 Prozent der weltweiten Öltransporte ab, weshalb die anhaltenden Behinderungen den Transport belasten. Der Preis für Brent-Rohöl stieg um 2,7 Prozent auf 90,49 US-Dollar pro Barrel. Im Laufe des Augusts war Brent zwar kurzzeitig unter die Marke von 80 US-Dollar gefallen, zog nun jedoch wieder stark an.

Specialists Dilip Patel, right, and Trader Robert Charmak, center, work on the floor of the New York Stock Exchange
Photo: apnews.com

Parallel dazu meldete die Vereinigung AAA, dass der nationale Durchschnittspreis für Benzin in den USA den gesamten August über konstant über 4 US-Dollar pro Gallone lag. Dies markiert den teuersten August an US-Zapfsäulen seit Beginn der Aufzeichnungen und übertrifft sogar die extremen Engpässe während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2022. Die anhaltend hohen Energiekosten treiben die Inflation an, belasten das Verbrauchervertrauen und erschweren der US-Notenbank Federal Reserve die Zinspolitik.

Inflation und steigende Zinsaussichten belasten Anleiherenditen

Da die Inflationsrate weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed verharrt, rechnet die Wall Street mit geldpolitischen Gegenmaßnahmen. Nach Angaben von CME FedWatch preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von rund 66 Prozent ein, dass die Notenbank bei ihrer Zinssitzung im September die Zinsen anheben wird. Zusätzliche Signale lieferte Fed-Chef Kevin Warsh, der in Äußerungen betonte, dass die Teuerungsrate nach wie vor zu hoch sei und Zinsschritte in den kommenden Monaten erforderlich machen könnte.

Wall Street sinkt nach US-Angriffen auf Ziele im Iran
Photo: arkansasonline.com

Am Anleihemarkt spiegelten sich diese Erwartungen in steigenden Renditen wider. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,75 Prozent, während zweijährige US-Anleihen stabil bei 4,34 Prozent notierten. Die Zuwächse bei den Renditen erhöhen den Druck auf Aktien, da Investoren angesichts steigender Zinsen und teurerer Rohstoffe staatliche Anleihen bevorzugen.

Kompensationsforderungen zwischen Washington und Teheran

Die diplomatischen Fronten verhärteten sich derweil weiter. US-Präsident Donald Trump erklärte, er habe Unterhändler angewiesen, Reparationen von Iran zu fordern – unter anderem für Angriffe auf US-Bürger und die Bombardierung der USS Cole im Jahr 2000 sowie für getötete Demonstranten. In einer Stellungnahme fügte er hinzu, Teheran müsse auch für Schäden in Ländern wie Syrien, dem Jemen, dem Libanon und Gaza aufkommen.

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Teheran fordert im Gegenzug die Aufhebung der Seeblockade, das Ende der Sanktionen sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Die iranische Seite betonte, dass die Straße von Hormus so lange geschlossen bleibe, bis diese Bedingungen erfüllt sind. Trotz der angespannten Lage hob Trump hervor, dass die US-Marine die Kontrolle über die Region halte und den Seeweg von Minen geräumt habe. Schifffahrtsdaten der Agentur Kpler zeigen jedoch, dass das Verkehrsaufkommen in der Straße von Hormus mit sechs bis elf Schiffen pro Tag weiterhin nur einen Bruchteil des Vorkrisenniveaus von 130 bis 140 Schiffen täglich erreicht.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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