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Biobauernhof Kurz ums Eck im Finale des Bio-Award 2026

Der niederösterreichische Biobetrieb Biobauernhof Kurz ums Eck aus Hürm steht als einer von drei Finalisten im Finale des Bio-Award 2026. BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien zeichnet damit innovative Höfe aus, wobei die Sieger durch ein noch bis 20. September laufendes Online-Publikumsvoting ermittelt werden.

Mit dem Bio-Award 2026 zeichnen BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien jene Biobäuerinnen und Biobauern aus, die unter dem Motto BIOniere gestalten Zukunft innovative Wege gehen und ihre Höfe zukunftsfit weiterentwickeln. Zu den verbleibenden drei Finalisten gehört neben zwei weiteren Betrieben auch der Biobauernhof Kurz ums Eck aus Hürm. Die drei Finalist stehen beispielhaft für den Innovationsgeist und die Vielfalt der niederösterreichischen Bio-Betriebe, betont Walter Klingenbrunner, Obmann von BIO AUSTRIA Niederösterreich und Wien.

Der Biobauernhof Kurz ums Eck und sein Konzept in Hürm

Der mitten im Ort gelegene Hof wird von Julia und Bernhard Kurz geführt. Nach der Betriebsübernahme im Jahr 2016 stellten sie ihren Hof auf Bio um. Im Mittelpunkt der Ausrichtung stehen der konsequente Fokus auf Tierwohl, regionale Kreisläufe sowie eine nachhaltige Direktvermarktung, bei der die Produkte ausschließlich im Pfandglas angeboten werden.

Ein zentrales Element des Konzepts ist die muttergebundene Kälberaufzucht, die der Betrieb seit 2018 umsetzt. Dabei bleiben die Kälber drei Monate bei ihren Müttern. Laut den Betreibern bedeutet dies zwar weniger Milch für die Verarbeitung, dafür aber gesunde und vitale Kälber. Ergänzt wird dies durch einen im Jahr 2021 errichteten Kompostierstall, in dem die Tiere viel Licht, Luft und eine weiche, trockene Liegefläche genießen. Ein Großteil der Milch ihrer 29 Kühe wird direkt am Hof zu Milchprodukten verarbeitet, und der Hof macht Landwirtschaft etwa bei Führungen und Schule am Bauernhof erlebbar, während ökologisches Engagement und soziale Kooperationen das Konzept abrunden.

Die Mitfinalisten und das Online-Voting beim Bio-Award 2026

Neben dem Hürmer Betrieb haben es auch die GRAND FARM aus Absdorf und die GeLa Ochsenherz aus Gänserndorf ins Finale geschafft. Die Fachjury zeigte sich von der Innovationskraft aller eingereichten Betriebe beeindruckt, deren Ansätze von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel über den Erhalt der Artenvielfalt bis hin zu neuen Formen der Bewirtschaftung und Vermarktung reichen. Wer den Bio-Award 2026 gewinnt, entscheidet das Publikum: Noch bis 20. September kann täglich online abgestimmt werden.

Der europäische Kontext der ökologischen Landwirtschaft

Die Weiterentwicklung regionaler Biobetriebe erfolgt vor dem Hintergrund eines europaweiten Wachstums der ökologischen Landwirtschaft. Gemäß der EU-Verordnung 2018/848 in Recital 1 ist Organic production is an overall system of farm management and food production that combines best environmental and climate action practices, a high level of biodiversity, the preservation of natural resources and the application of high animal welfare standards and high production standards in line with the demand of a growing number of consumers for products produced using natural substances and processes.

EU Organic Awards
Photo: agriculture.ec.europa.eu

Statistiken von Eurostat und FiBL belegen das kontinuierliche Wachstum der Branche: Im Jahr 2022 waren 10,5% der EU-landwirtschaftlichen Nutzfläche unter biologischer Bewirtschaftung. Dies entsprach 16,9 Millionen Hektar, was einem Anstieg von 79% gegenüber 9,5 Millionen Hektar im Jahr 2012 entspricht. Die Länder mit dem größten Anteil an ökologischer Nutzfläche in der EU waren Frankreich mit 2,9 Milliarden Hektar (17% des EU-Gesamtwerts), Spanien mit 2,7 Milliarden Hektar (15,8%), Italien mit 2,3 Milliarden Hektar (13,9%) und Deutschland mit 1,6 Milliarden Hektar (9,7%).

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Über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg waren in der EU fast 435.000 Bio-Erzeuger und über 89.000 Bio-Verarbeiter aktiv. Bio-Landwirte profitieren von den Preisaufschlägen für Bio-Produkte und der schnell wachsenden Verbrauchernachfrage. Im Jahr 2023 verzeichnete der EU-Markt ein Volumen von 46,5 Milliarden Euro in einem globalen Markt von 136,4 Milliarden Euro, womit er nach dem US-Markt mit 59 Milliarden Euro an zweiter Stelle steht. Zu den großen Märkten in der EU zählen Deutschland mit 16,1 Milliarden Euro und Frankreich mit 12,1 Milliarden Euro. Die Pro-Kopf-Verbraucherausgaben für Bio-Produkte sind laut FiBL-Statistiken in Dänemark mit 362 EUR (entsprechend 11,8% der Lebensmitteleinkäufe) und in Luxemburg mit 228 EUR (entsprechend 7,2% der Lebensmitteleinkäufe) am höchsten.

Auch das Bewusstsein der Verbraucher für das EU-Bio-Logo nimmt zu: Im Jahr 2024 erkannten 56% der Befragten einer Eurobarometer-Umfrage das Logo wieder, verglichen mit 27% im Jahr 2017. Zudem glauben 79% der Befragten, dass Bio-Produkte umweltfreundlicher sind und höhere Tierwohlstandards einhalten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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