US-Präsident Donald Trump wird am 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 nicht an der Gedenkzeremonie in New York teilnehmen. Stattdessen besucht der Republikaner am 11. September 2026 das Pentagon in Virginia, während Vizepräsident JD Vance nach Manhattan reisen wird, um der fast 3.000 Todesopfer zu gedenken.
Donald Trump bricht mit Gedenk-Tradition und besucht das Pentagon
Am 25. Jahrestag der historischen Anschläge wird US-Präsident Donald Trump den Gedenkort am Ground Zero in Lower Manhattan meiden. Stattdessen wird er das Pentagon besuchen, das während der Attentate des islamistischen Netzwerks Al-Kaida ebenfalls von einem entführten Flugzeug getroffen wurde. Auf die Frage von Journalisten, warum er an diesem Tag nicht in seine Heimatstadt New York City reisen werde, antwortete der Republikaner knapp: Because I'm going to the Pentagon.
Die Entscheidung markiert einen bemerkenswerten Bruch mit den Gepflogenheiten früherer Amtsinhaber. Während einige seiner Vorgänger alle drei Gedenkorte an einem Tag besuchten, hat Trump in seiner politischen Laufbahn traditionell jeweils nur eine Gedenkstätte aufgesucht. Im Jahr 2025 war er ebenfalls zum Pentagon in Arlington, Virginia, gereist, um dort den Opfern die letzte Ehre zu erweisen. Im Jahr 2024 hatte er noch an der Gedenkzeremonie am World Trade Center teilgenommen, wo damals auch Präsident Joe Biden anwesend war.
Redeverbot am Ground Zero und Berichte über geplatzte Pläne
Hintergrund der Absage sind auch die strikten Protokolle der New Yorker Gedenkfeier. Medienberichten zufolge, unter anderem von der „New York Times“ und dem TV-Sender CNN unter Berufung auf ungenannte Personen, soll Trump erwogen haben, an der Zeremonie in Manhattan teilzunehmen und dort eine Rede zu halten. Doch seit 2012 sind Politikerreden bei der Gedenkveranstaltung am Ground Zero grundsätzlich untersagt. Die Organisatoren wollen damit sicherstellen, dass die Veranstaltung unpolitisch bleibt und die Opfer sowie deren Angehörige im Mittelpunkt stehen. Statt politischer Ansprachen lesen Hinterbliebene über mehrere Stunden hinweg die Namen der Getöteten vor.
Trump wies entsprechende Medienberichte in einem längeren Post auf Truth Social entschieden zurück und bezeichnete sie als erfundene Geschichte. In seinem Beitrag erklärte er: This is more Corrupt News, I’ve been to New York many times over the years, and no one ever speaks, it’s a 'solemn ceremony!'
White House spokesperson Anna Kelly erklärte in einer Stellungnahme gegenüber Newsday, dass der Präsident als stolzer New Yorker über seine eigenen Erfahrungen beim Beobachten der schrecklichen Ereignisse des 11. September 2001 gesprochen habe und an diesem Tag der getöteten Menschen, ihrer Angehörigen und der tapferen Ersthelfer gedenken werde.
Das National September 11 Memorial & Museum betonte unterdessen in einer Erklärung, dass Politiker beider Parteien die Gedenkstätte über die Jahre regelmäßig besucht haben und dass jeder lebende Präsident, einschließlich Donald Trump, dort stets willkommen sei.
Reisepläne und Vertretung durch Vizepräsident JD Vance
Neben den protokollarischen Vorgaben spielten offenbar auch logistische Erwägungen und anstehende Termine eine Rolle bei der Planung. Vor dem Jahrestag wird Trump am 9. und 10. September in Dallas sein, um auf dem Midterm-Parteitag der Republikaner zu sprechen. Unmittelbar nach dem Gedenktag bricht er zu seinem Golfresort im irischen Doonbeg auf, wo er am 12. September dem dort vom Club ausgetragenen Irish Open Turnier beiwohnen wird.

Die Regierung in Washington wird am Jahrestag an allen drei historischen Anschlagsorten vertreten sein. Während der Präsident das Verteidigungsministerium in Arlington besucht, wird Vizepräsident JD Vance laut Angaben des Weißen Hauses nach New York reisen, um an der Gedenkfeier im Süden Manhattans teilzunehmen. Weitere hochrangige Regierungsvertreter werden zudem bei der jährlichen Gedenkzeremonie im US-Bundesstaat Pennsylvania erwartet, wo das vierte entführte Flugzeug in Shanksville abgestürzt war.
Von den fast 3.000 Menschen, die bei den koordinierten Terroranschlägen am 11. September 2001 ihr Leben verloren, starben 2.753 im World Trade Center in New York, 184 im Pentagon und weitere 140 Personen in Pennsylvania. Kurz vor dem 25. Jahrestag kündigte sich zudem eine Identifizierung an: Wie unter anderem von Mamdani mitgeteilt wurde, konnte eine Frau, die während der Anschläge ums Leben kam, fast 25 Jahre später mithilfe einer neuen forensischen Untersuchungsmethode (forensic investigative genetic genealogy) identifiziert werden.
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