Nach nur 24 Stunden hat sich der kurzlebige Tropensturm Dolly über dem zentralen Atlantik am Freitag, dem 28. August 2026, aufgelöst. Das System zieht nun als offene Tropenwelle rasch in Richtung Karibik. Laut dem National Hurricane Center bringt es dennoch schwere Regenfälle mit sich, die dem von Dürren geplagten Puerto Rico dringend benötigte Linderung bringen könnten.
Tropenstürme und Hurrikane bedeuten meist nichts Gutes, doch im Fall des am Donnerstagmorgen, dem 25. August 2026, entstandenen Sturms könnte sich die Auflösung als Segen erweisen. Das System zieht mit maximal anhaltenden Winden von etwa 40 Meilen pro Stunde und starken Böen rasch nach Westen. Nach Angaben der US-amerikanischen Wetterbehörde erklärte das National Hurricane Center, dass der Sturm seine geschlossene Zirkulation verloren habe und auf eine Tropenwelle herabgestuft worden sei.
Auflösung auf dem Atlantik und Kurs auf die Kleinen Antillen
Auslöser für den schnellen Zerfall des Sturms waren feindliche Umweltbedingungen. Meteorologen führten die Abschwächung auf eine Kombination aus zunehmender südlicher Windscherung in der Höhe, trockener Luft und der hohen Zuggeschwindigkeit des Sturms zurück. In Satellitenaufnahmen konnten westliche Winde südlich des Zentrums nicht mehr nachgewiesen werden, was die Herabstufung zum open tropical wave
zur Folge hatte, berichten Journalisten des Netzwerks von USA TODAY.
Zum Zeitpunkt der letzten Beratungen befanden sich die Überreste von Dolly etwa 1.000 Meilen östlich der Kleinen Antillen und bewegten sich mit einer Geschwindigkeit von rund 25 Meilen pro Stunde nach Westen. Die zugehörigen Winde sollten nach Einschätzung der Meteorologen im Laufe des Samstags unter die Sturmstärke sinken, während Sturmstärke auslösende Winde sich bis zu 115 Meilen vom Zentrum erstreckten.
Regenfälle für die karibischen Inseln und das trockene Puerto Rico
Obwohl das System als geschlossener Sturm nicht mehr existiert, bleibt die Bedrohung durch erhebliche Niedermengen bestehen. Die Überreste erreichen nach den Vorhersagen am späten Samstagabend und Sonntag die Leeward Islands. Von dort aus zieht der Regen weiter zu den Amerikanischen Jungferninseln, nach Puerto Rico und Hispaniola, wo er bis Montag anhalten wird.

Besonders in den höher gelegenen Regionen der Leeward Islands könnten die schweren Regenfälle zu Sturzfluten führen, warnte das Hurrikanzentrum. In Puerto Rico hingegen wird der Niederschlag weitgehend herbeigesehnt, sofern er nicht zu heftig oder zu schnell fällt. Der US-amerikanische Dürremonitor hielt am 27. August fest, dass sich die Dürrebedingungen im Laufe der vergangenen Woche auf dem gesamten Territorium weiter ausgedehnt und verschärft hatten.

Das National Hurricane Center erklärte in seiner Wettervorhersage, dass diese starken Regenfälle in den höher gelegenen Gebieten der Leeward Islands Sturzfluten verursachen könnten.
Zusätzlich zu den Regenfällen lidet die Insel unter niedrigen Pegelständen der Stauseen, einem großen Rohrbruch im Aquädukt und veralteter Infrastruktur, was zu einer akuten Wasserkrise geführt hat. Die zuständigen Stellen und der Nationale Wetterdienst in San Juan merkten in einer Online-Diskussion an, dass die feuchte Luftmasse die Schauer und Gewitteraktivitäten verstärken und kurzfristige Linderung bringen könnte.
Keine Verbindung zum Tod von Dolly Parton und Blick auf mögliche Neuentwicklung
Der Name des Sturms sorgte in den sozialen Netzwerken für Spekulationen, da er kurz nach dem Tod der bekannten Entertainerin Dolly Parton vergeben wurde. Das National Hurricane Center stellte jedoch klar, dass dies ein reiner Zufall sei. Stattdessen stammen die Sturmnamen im nordatlantischen Becken aus sechs im Voraus rotierenden Listen, die von einem Komitee der Weltorganisation für Meteorologie festgelegt werden und alle sechs Jahre wiederkehren.
Ob sich aus den Überresten im weiteren Verlauf ein neuer Sturm entwickelt, wird von Computermodellen unterschiedlich bewertet. Während das vom WPLG-Miami zitiierte Ensemble-System von Google DeepMind die Wahrscheinlichkeit einer Reorganisation für die kommende Woche mit nur zwei Prozent beziffert, äußern sich andere Meteorologen vorsichtiger.

Alex DaSilva, Hurrikaneperte bei AccuWeather, erklärte, wenn Dolly die trockene Luft, die Windscherung und die Landwechselwirkungen in der Nähe der Inseln überstehen könne, werde das Umfeld Mitte bis Ende nächster Woche vor der Küste des südöstlichen US-amerikanischen Festlands tatsächlich günstiger für eine Entwicklung und Verstärkung.
Bis dahin bleibt die atlantische Hurrakinsaison insgesamt verhalten. Die nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA hatte ihre Prognose für das laufende Jahr kürzlich nach unten korrigiert und rechnet mit insgesamt sieben bis 13 benannten Stürmen, von denen zwei bis sechs Hurrikanstärke erreichen könnten.
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