Carlos Alcaraz bestreitet bei den US Open 2026 sein erstes offizielles Einzelmatch seit April, nachdem eine Handgelenksverletzung den Titelverteidiger zu einer monatelangen Pause zwang. Der als Nummer zwei gesetzte Spanier trifft in New York zum Auftakt auf den Russen Roman Safiullin, während in der unteren Tableauhälfte ein mögliches Halbfinale gegen den serbischen Rekordjäger Novak Djokovic droht.
Die Auslosung für das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres hat dem spanischen Tennisstar eine anspruchsvolle Mission beschert. Alcaraz, der im vergangenen Jahr in New York den Titel holte, hat seit April kein offizielles Einzelmatch mehr bestritten. Grund dafür war eine Entzündung im rechten Schlagarm, die zwar keine Operation erforderte, ihn jedoch zur Absage der French Open und von Wimbledon zwang. Sein einziger Wettkampftest vor dem Turnierauftakt war ein Auftritt im Mixed-Doppel an der Seite von Serena Williams, bei dem der 23-Jährige noch etwas eingerostet wirkte und auf Aufschlag und Rückschlag spürbar dosierte.
Auftakthürde Roman Safiullin und die Frage nach der körperlichen Verfassung
Der erste echte Härtetest wartet nun über die Distanz von fünf Gewinnsätzen gegen Roman Safiullin. Der 29-jährige Russe, der in der Weltrangliste an Nummer 98 geführt wird, erreichte im Vormonat das Achtelfinale von Wimbledon und besaß in der direkten Bilanz gegen Alcaraz bereits einen Sieg aus dem Jahr 2023, ehe Alcaraz das Duell im Jahr darauf bei den Olympischen Spielen in Paris ausglich. Mit seinen wuchtigen Aufschlägen und aggressiven Grundschlägen verfügt Safiullin über das Rüstzeug, um dem Spanier die Zeit zu nehmen und dessen frisch genesenes Handgelenk von Beginn an zu beanspruchen.
Niemand außerhalb des engen Teams weiß genau, wie das rechte Handgelenk der aktuellen Nummer zwei der Welt den Strapazen von FünfSatz-Matches in der Sommerhitze von Flushing Meadows standhalten wird. Das Erstrundenduell und eine potenziell steinige zweite Turnierwoche werden hier für Aufklärung sorgen.
Möglicher Weg ins Halbfinale gegen Novak Djokovic
Sollte Alcaraz die ersten Hürden meistern, wartet ein anspruchsvolles Tableau. Im Achtelfinale könnte der Spanier wahlweise auf den unorthodoxen Kasachen Alexander Bublik oder auf den formstarken US-Amerikaner Tommy Paul treffen. Experte James Blake hob im US-Fernsehen hervor, dass Paul mit seiner enormen Physis und seiner Defensivstärke ein äußerst unangenehmer Gegner für jeden Topspieler ist. Im Viertelfinale droht dann ein Duell mit dem als Nummer acht gesetzten Publikumsliebling Ben Shelton.


„I love Tommy Paul getting through there and that’s the matchup that I think could really test Carlos Alcaraz,“ ESPN’s James Blake, a former world No. 4, said on air after the draw came out. „And we can see where is that wrist, where is the fitness how is he feeling because Tommy Paul will push you.“
James Blake, former world No. 4
Im Halbfinale könnte es schließlich zur Neuauflage des Vorjahresduells gegen den 24-time Major-Champion Novak Djokovic kommen, sofern dieser sich im Turnierverlauf gegen namhafte Konkurrenz behauptet. Djokovic, der nach wie vor nach seinem 25. Grand-Slam-Titel strebt, kündigte bereits an, so kräftesparend wie möglich agieren zu wollen.
Große Namen und wilde Weiden im restlichen Tableau
Während Alcaraz sein Comeback gibt, bringt das restliche Teilnehmerfeld der Herren und Damen zahlreiche hochkarätige Begegnungen mit sich. Der amtierende French-Open-Champion Alexander Zverev rückt nach der Absage von Jannik Sinner an die Position des ersten Gesetzten und eröffnet sein Turnier gegen den Italiener Lorenzo Sonego. Bei den Damen führt die zweifache Titelverteidigerin Aryna Sabalenka das Feld an und trifft zum Auftakt auf Camila Osorio.
Ein besonderes sportliches Drama bietet sich zudem in der Qualifikation und bei den vergebenen Wildcards. Stan Wawrinka, der 2016-U.S.-Open-Champion, der in New York sein letztes Grand-Slam-Turnier bestreitet, trifft in einer echten Auftakthürde auf den früheren Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini. Im Damen-Bereich stand kurzzeitig die Frage im Raum, ob es zu einem Duell der Williams-Schwester Venus kommen würde; letztlich erhielt jedoch Sofia Kenin die entsprechende Wildcard für das Hauptfeld.
Auch interessant