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Technik und Wissenschaft

Polen kämpft gegen Goldalge: Über 4 Tonnen tote Fische im Gleiwitzer Kanal

Polnische Behörden haben im Gleiwitzer Kanal mehr als vier Tonnen tote Fische geborgen. Ursache für das Fischsterben in dem Oder-Nebengewässer ist eine erneute Blüte der giftigen Goldalge. Die Behörden überwachen die Lage mit Patrouillen und haben den Betrieb von zwei Schleusen ausgesetzt, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Vier Tonnen tote Fische im Gleiwitzer Kanal

Im Gleiwitzer Kanal ist es zu einem erneuten, massiven Fischsterben gekommen. Wie die örtliche Wasserbehörde mitgeteilt hat, wurden in den vergangenen Tagen mehr als vier Tonnen verendeter Tiere aus dem Gewässer geholt. Bislang sei das Sterben auf einen umschriebenen Abschnitt des Kanals begrenzt, erklärte eine Sprecherin dem Sender Tok.fm.

Als Auslöser identifizierten die zuständigen Behörden eine Blüte der giftigen Goldalge.

Notmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Algenblüte

Um die weitere Verteilung des toxischen Organismus im Wassersystem zu unterbinden, greifen die Einsatzkräfte zu drastischen Schritten. Regelmäßige Patrouillen zu Wasser und an Land kontrollieren die Lage, während Arbeitskräfte die toten Fische kontinuierlich aus dem betroffenen Kanalabschnitt bergen (so berichtet es die Nachrichtenagentur dpa).

Polen kämpft gegen Goldalge: Über 4 Tonnen tote Fische im Gleiwitzer Kanal
Photo: zeit.de

Zudem wurde der Betrieb von zwei Schleusen bis auf Weiteres ausgesetzt. Mit diesem Schritt wollen die Behörden verhindern, dass die Goldalge in weitere Abschnitte des Kanals vordringt. Sollte diese Maßnahme nicht den erhofften Erfolg bringen, erwägt die Wasserbehörde nach eigenen Angaben den Einsatz von Wasserstoffperoxid, um die Zellen der Alge gezielt zu zerstören.

Parallelen zum verheerenden Fischsterben des Jahres 2022

Die aktuellen Ereignisse wecken Erinnerungen an den Sommer 2022, als ein massenhaftes Fischsterben die Oder schwer belastete. Damals kamen Experten in Deutschland und Polen zu dem Befund, dass die toxische Wirkung der Blüte von Prymnesium parvum den Tod der Fische verursacht hatte. Der damalige Abschlussbericht wies ein Gesamtgewicht der verendeten Fische von rund 360 Tonnen aus.

Brandenburgs Umweltminister Vogel begutachtet das Wasser der Oder, im Vordergrund tote Fische
Photo: Deutschlandfunk

Der Gleiwitzer Kanal, der im Jahr 1939 in Betrieb genommen wurde, erstreckt sich über eine Länge von 41 Kilometern und verbindet die oberschlesische Großstadt Gleiwitz mit der Oder. Auch im Sommer 2024 kam es dort zu einem erneuten, massiven Anfall toter Fische. Damals ordneten die Behörden an, das Wasser mit Sauerstoff anzureichern und Wasserstoffperoxid einzuleiten.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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