Russischer Drohnenangriff auf Einkaufszentrum in Krywyj Rih fordert zahlreiche Opfer
Hohe Opferzahlen und Zerstörung
Nach Angaben von Oleksandr Hanzha, dem Leiter der regionalen Militärverwaltung von Dnipropetrowsk, stieg die Zahl der Verletzten auf 130 Personen, darunter 23 Kinder. Berichten zufolge wurden Geschäfte innerhalb des Einkaufszentrums durch den Beschuss in Brand gesetzt, was zu dichter schwarzer Rauchentwicklung führte. Eine Mitarbeiterin des Einkaufszentrums schilderte, dass Teile der Decke in einer Parkgarage einstürzten, während sich dort Angestellte und Kunden während eines Luftalarms in Sicherheit zu bringen versuchten.
Der Bürgermeister von Krywyj Rih, Oleksandr Wilkul, teilte auf Telegram mit, dass eine 14-Jährige mit einer traumatischen Hirnverletzung in ein regionales Kinderkrankenhaus verlegt werden musste. Krywyj Rih wurde bereits mehrfach Ziel russischer Angriffe während des über vierjährigen Krieges; einer der schwersten Vorfälle ereignete sich im April 2025, als 20 Menschen, darunter neun Kinder, getötet wurden.
Reaktionen der ukrainischen Führung
Eskalation der Luftangriffe in der Ukraine
Der Angriff in Krywyj Rih war Teil einer Serie russischer Luftschläge, die am Freitag insgesamt 21 Todesopfer im ganzen Land forderten. Neben dem Einkaufszentrum wurden weitere Angriffe aus den Regionen Mykolajiw und Charkiw gemeldet. Im Gebiet Charkiw kamen zwei Frauen im Alter von 73 und 66 Jahren ums Leben, während in der Region Mykolajiw vier Menschen, darunter drei Kinder, getötet wurden.

Diese Angriffe folgten auf eine massive russische Attacke auf die Hauptstadt Kiew, bei der am Vortag bereits 16 Menschen durch Raketen und Drohnen getötet worden waren. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, sie habe in der Nacht zum Freitag 107 von insgesamt 135 anfliegenden russischen Drohnen abgeschossen oder elektronisch neutralisiert. Analysten weisen darauf hin, dass die russischen Streitkräfte verstärkt ballistische Raketen einsetzen, um den chronischen Mangel an US-amerikanischen Patriot-Abwehrsystemen in der Ukraine auszunutzen.
Ukrainische Gegenmaßnahmen auf russischem Territorium
Das russische Verteidigungsministerium meldete, seine Luftabwehr habe am Freitag 325 ukrainische Drohnen über 15 Regionen und der Krim abgefangen, gefolgt von weiteren 211 Drohnen im Tagesverlauf. Während sich die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges festgefahren haben, bleibt die militärische Lage entlang der rund 780 Meilen langen Frontlinie angespannt, wobei der Einsatz von Drohnen und Bodenrobotern großflächige Truppenbewegungen zunehmend einschränkt.
