Die US-Regierung hat am 20. Sie zielt darauf ab, bis zum Jahr 2030 mehr als 1.000 Jahresstarts und Wiedereintritte zu ermöglichen, neue Startinfrastrukturen zu errichten und föderale Flächen für zusätzliche kommerzielle Raumhäfen und Rückkehrorte zu identifizieren.
Die Vereinigten Staaten treiben die Neuausrichtung ihrer kommerziellen und staatlichen Raumfahrtinfrastruktur voran. Mit der Verabschiedung einer neuen Nationalen Raumtransportpolitik, die das letzte Mal im Jahr 2013 aktualisiert wurde, reagiert das Weiße Haus auf die stark gestiegene Zahl von Raketenstarts. Nach Angaben des Portals SpaceNews absolvierten US-Unternehmen im Jahr 2025 knapp 200 Starts. Das neue Ziel sieht vor, diese Zahl bis zum Ende des Jahrzehnts auf mindestens 1.000 Starts und Wiedereintritte pro Jahr auf US-Boden zu steigern.
Ausbau der Startinfrastruktur und neue Startplätze
Im Zentrum der neuen Direktive stehen nicht primär neue Trägerraketen, sondern die Bewältigung des enormen Wachstums durch verbesserte Start- und Wiedereintrittsanlagen. Verteidigungsministerium und NASA, welche die traditionellen föderalen Startbereiche betreiben, sollen Möglichkeiten zur gemeinsamen Entwicklung von Infrastruktur mit dem privaten Sektor prüfen. Zudem wurden das Verkehrsministerium, das Pentagon und die NASA angewiesen, gemeinsam mit regionalen Behörden nach potenziellen Standorten für zusätzliche Startanlagen und einer gezielten Entwicklung oder Verbesserung der Startinfrastruktur zu suchen.
Dieser Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten deckt sich laut Recherchen von ArsTechnica mit den Ergebnissen einer internen Pentagon-Studie, die den Bedarf an einem dritten schweren und super-schweren Startkomplex in den USA betonte. Luftwaffenstaatssekretär Troy Meink erklärte hierzu in einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses, dass sowohl Resilienzgründe als auch der begrenzte Platz am Cape Canaveral zusätzliche Startpunkte erfordern. Generalleutnant Chance Saltzman, der ranghöchste General der Space Force, unterstützte diese Einschätzung mit der Forderung nach einer geografischen Diversifizierung, um nicht allein auf die beiden bisher etablierten Startbasen angewiesen zu sein.
Das Problem der Wiedereintrittsorte und bundesstaatliche Flächen
Neben dem Starten von Raketen rückt auch die sichere Rückkehr von Nutzlasten und Fahrzeugen stärker in den Fokus. Die Politik weist das Innenministerium an, innerhalb von 90 Tagen geeignete Bundesländereien zu identifizieren, die als zusätzliche föderale Wiedereintrittsstätten dienen können. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass kommerzielle Betreiber wie Varda Space Industries wegen regulatorischer Hürden auf der Utah Test and Training Range in der Vergangenheit auf ausländische Standorte wie Australien oder auf Bergungen im Ozean ausweichen mussten.
Zusätzlich kündigte ArsTechnica an, dass das Bureau of Ocean Energy Management bereits im Vormonat öffentliche Rückmeldungen zur potenziellen Nutzung versunkener Flächen sowie ausgemusterter Bohrinseln für maritime Starts und Wiedereintritte eingeholt hatte. Flugsicherung und Modernisierung spielen ebenfalls eine Rolle: Innerhalb von 180 Tagen sollen neue Zeitplanungskriterien für föderale Anlagen erarbeitet, der Luftraum besser integriert und priority airspace for critical space launch corridors ausgewiesen werden.
Mond- und Marsmissionen im internationalen Wettbewerb
Die politischen Initiativen sind eng mit dem geopolitischen Wettlauf im All verknüpft. Wie ctvnews.ca berichtet, konkurrieren die Vereinigten Staaten direkt mit China darum, wer als Nächstes Astronauten auf dem Mond landen kann. Die neue Richtlinie fordert die NASA ausdrücklich dazu auf, den kommerziellen Fracht- und Personentransport zum Mond sowie robotische und bemannte Missionen zum Mars zu erleichtern.

“The United States must establish and maintain space transportation capabilities that ensure access to the full range of orbital regimes relevant to United States interests, from suborbital and very-low Earth orbit altitudes to the lunar surface, Lagrange points and deep space,”
the policy
Im Rahmen dieser ehrgeizigen Pläne bereitet sich die NASA für das Jahr 2027 auf Tests von Kopplungsmanövern im Orbit mit Mondlandefähren vor, an denen Unternehmen wie SpaceX und Blue Origin arbeiten. Elon Musk hatte SpaceX im Jahr 2002 mit der langfristigen Vision gegründet, Menschen zum Mars zu bringen und dort dauerhafte Siedlungen zu errichten. Die aktuelle US-Strategie setzt darauf, diese privaten Ambitionen regulatorisch zu unterstützen und durch eine gestraffte Vergabe von Startgenehmigungen und optimierte Zertifizierungen zu flankieren.