Der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen stieg in diesem Bereich um 30 Prozent auf 902 Millionen Euro. Diese Entwicklung resultierte aus gesteigerten Umsätzen sowie geringeren Herstellungskosten; die Erlöse der Sparte wuchsen im zweiten Quartal um dreieinhalb Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro.
Konzernzahlen und Sparte Pharma
Auf Konzernebene verzeichnete Bayer im ersten Halbjahr ein Umsatzwachstum von 3,3 Prozent auf 24 Milliarden Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg im gleichen Zeitraum um 6,6 Prozent auf rund 6,6 Milliarden Euro. In der Pharma-Sparte blieb der Umsatz mit rund 4,5 Milliarden Euro stabil, wobei das Medikament Kerendia zur Behandlung von Herzinsuffizienz und chronischen Nierenerkrankungen einen Umsatzplus von fast 83 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielte. Der operative Gewinn der Pharma-Sparte sank jedoch leicht um 3,6 Prozent auf etwas mehr als eine Milliarde Euro, was unter anderem auf hohe Investitionen für die Vermarktung neuer Medikamente zurückzuführen ist.
Die Sparte für rezeptfreie Medikamente setzte rund 1,5 Milliarden Euro um, was einer Steigerung von 1,5 Prozent entspricht. Der operative Gewinn dieser Einheit sank aufgrund von ungünstigen Produktmixeffekten und höheren Herstellungskosten um 3,6 Prozent auf 319 Millionen Euro.
Entschuldung und Rechtsrisiken
Bayer passte seine Prognose für die Nettoverschuldung zum Jahresende an und senkte den erwarteten Wert von ursprünglich 32 bis 33 Milliarden Euro auf nun 29 bis 30 Milliarden Euro. Grund hierfür ist ein Geschäft mit dem US-Finanzinvestor Apollo über eine Gesellschaft zur Vermarktung von Langzeitverhütungsmitteln, durch das Bayer drei Milliarden Euro erhielt.
Zudem arbeitet der Konzern daran, die Rechtsrisiken im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zu begrenzen. Diese Risiken entstanden durch die Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto für 63 Milliarden Dollar; seit 2019 wurden über zehn Milliarden Euro für Rechtskosten und Vergleiche aufgewendet. Ein US-Gericht entschied im Juni im Sinne von Bayer, wodurch vielen Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf Roundup die Grundlage entzogen wurde. Ein weiterer Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar zur Beilegung tausender offener und zukünftiger Klagen steht noch aus.
Die Finanzzahlen führten zu einer positiven Reaktion an der Börse: Die Bayer-Aktie legte im Tagesverlauf um mehr als vier Prozent zu und war damit der stärkste Wert im Dax. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs um fast 30 Prozent gestiegen.