Die US-Frauennationalmannschaft hat ihre beeindruckende Serie fortgesetzt, doch der Sieg gegen Japan in San Jose war weit mehr als nur eine weitere Zahl in der Statistik. Mit einem 2:1-Erfolg sicherten sich die USA den zehnten Sieg in Folge – ein Meilenstein, den das Team seit 2023 nicht mehr erreicht hat. Während Rose Lavelle mit einer persönlichen Glanzleistung das Spiel bestimmte, endete gleichzeitig eine beinahe perfekte defensive Phase: Nach 866 Minuten ohne Gegentor ließ die Abwehr gegen Riko Ueki wieder ein Tor durch. Es ist ein Sieg, der Selbstvertrauen schenkt, aber auch eine kleine Warnung enthält, bevor es in den entscheidenden Qualifikationsphasen ernst wird.
Lavelles Jubiläum und die Dynamik des Spiels
Rose Lavelle stand am Samstag nicht nur im Zentrum des Spielgeschehens, sondern auch im Fokus einer persönlichen statistischen Besonderheit. In ihrem 100. Startspiel für die Nationalmannschaft bewies sie, warum sie eine der kreativsten Kräfte des US-Kaders ist. Bereits in der neunten Minute eröffnete sie den Führungslavelle den Vorsprung. Die Kombination war präzise: Ein Freistoß von Sam Coffey fand Trinity Rodman, die den Ball perfekt zu Lavelle servierte. Es war ihr 28. Ländertor und ein Signal an die Konkurrenz.
Die USA ließen Japan kaum Zeit, sich zu organisieren. Kurz nach dem Seitenwechsel, weniger als drei Minuten in der zweiten Hälfte, erhöhte Lindsey Heaps auf 2:0. Heaps profitierte dabei erneut von Lavelles Spielwitz, die den entscheidenden Pass spielte. Mit diesem Treffer markierte Heaps ihr 40. Tor im Nationaldress. Die Dominanz der USA in der ersten Spielhälfte wirkte fast erdrückend, doch Japan bewies die mentale Stärke, die sie bereits im asiatischen Raum unter Beweis gestellt hatten.
Japan: Ein gefährlicher Gegner mit Momentum
Japan kam nicht als Außenseiter in dieses Spiel. Die Mannschaft ist frisch aus dem Sieg beim Women’s Asian Cup zurückgekehrt, wo sie ihre Gegner mit einer beeindruckenden Bilanz von 29 zu 1 Toren förmlich überrollten. Dass sie im Finale gegen Gastgeber Australien mit 1:0 gewannen, unterstreicht ihre defensive Stabilität und ihre Effizienz. Diese Formkurve machte den Sieg der USA wertvoller, da Japan bereits die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Brasilien in der Tasche hat.
In der 61. Minute gelang Riko Ueki per Kopf der Anschlusstreffer. Zwar reichte dies nicht für einen Punktgewinn, doch es erinnerte die US-amerikanischen Trainer daran, dass Japan taktisch diszipliniert agiert. Besonders brisant: Im letzten Aufeinandertreffen beim SheBelieves Cup 2025 hatte Japan die Oberhand behalten und die USA mit 2:1 geschlagen. Die aktuelle Antwort der US-Frauen wirkt wie eine kleine Revanche, doch die Rechnung ist noch nicht ganz beglichen.
Emotionale Rückkehr und der Blick auf Brasilien
Abseits der Taktik gab es in San Jose einen Moment tiefer Menschlichkeit. Sophia Wilson kehrte in die Startelf zurück. Es war ihr erster Einsatz seit Oktober 2024, nachdem sie Zeit für die Geburt ihrer Tochter hatte. Ihre Präsenz im Team zeigt, dass die US-Nationalmannschaft in dieser Phase der Vorbereitung nicht nur auf physische Fitness, sondern auch auf die Integration erfahrener Kräfte setzt, die das Team emotional stabilisieren.
Für die USA steht nun ein intensiver Zeitplan an. Bevor sie sich auf die Concacaf W Championship Ende November konzentrieren – dem entscheidenden Qualifikationsturnier für die WM in Brasilien –, müssen sie ihre Form gegen Japan festigen. Zwei weitere Tests folgen: Am Dienstag geht es in Seattle weiter, bevor die Serie am Freitag in Commerce City, Colorado, endet. Die Trainer werden genau beobachten, ob die defensive Lücke, die Ueki riss, eine Ausnahme war oder eine Schwäche, die im Turnier unter Druck wieder auftauchen könnte.
Wie viele Siege in Folge haben die USA derzeit?
Die US-Frauen haben aktuell eine Serie von zehn aufeinanderfolgenden Siegen. Dies ist das erste Mal seit dem Jahr 2023, dass das Team eine solch lange Erfolgsserie erreicht hat.
Welche Rolle spielte Rose Lavelle beim Spiel gegen Japan?
Lavelle war die zentrale Figur des Spiels. Sie erzielte in ihrem 100. Startspiel ein Tor und bereitete den Treffer von Lindsey Heaps vor, was den 2:1-Sieg maßgeblich mitgestaltete.
Was bedeutet dieses Ergebnis für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft?
Während Japan sich durch den Sieg beim Asian Cup bereits qualifiziert hat, müssen die USA erst die Concacaf W Championship Ende November erfolgreich absolvieren, um ihr Ticket für die WM in Brasilien zu lösen. Die Serie gegen Japan dient daher als wichtiger Gradmesser für die Formkurve vor diesem Turnier.
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