Beim republikanischen Halbzeitkongress in Dallas hat Vizepräsident JD Vance am 10. September 2026 eine härtere politische Gangart gefordert. Er riet gefährdeten Kandidaten in umkämpften Bundesstaaten dazu, die Wahlen zu nationalisieren und den Fokus auf die Politik von Donald Trump sowie Angriffe auf die Demokraten zu legen.
Die politische Zukunft von Vizepräsident JD Vance ist eng mit dem Ausgang der bevorstehenden Midterms verknüpft. Vor Tausenden Delegierten, Spendern und Parteifunktionären in der Texas-Arena in Dallas trat der 42-jährige Politiker als zentraler Wahlkämpfer auf. Während Donald Trump den Parteianhängern am Vorabend versprach, im Falle einer Beibehaltung der Kongressmehrheiten jedem US-amerikanischen Erwachsenen einen Scheck über 5,000 Dollar auszuhändigen, steht für Vance bei den anstehenden Wahlen in 54 Tagen vor allem seine eigene parteiinterne Position für das Jahr 2028 auf dem Spiel.
Strategische Ratschläge für umkämpfte Wahlkreise in Dallas
Hinter verschlossenen Türen gab JD Vance bei einem Frühstück mit führenden Parteivertretern und Aktivisten aus Michigan, Ohio, Pennsylvania und Wisconsin konkrete Anweisungen für die kommenden Wochen. Aus einem Audio-Mitschnitt, der Medien vorliegt, geht hervor, dass der Vizepräsident zwei zentrale Aufgaben für den Wahlerfolg benannte.
JD Vance, Vizepräsident der Vereinigten Staaten, erklärte, es gebe zwei Dinge, die getan werden müssten, um diese Halbzeitwahlen zu gewinnen: Erstens müsse das amerikanische Volk an all die guten Dinge erinnert werden, die getan würden, und zweitens müsse das amerikanische Volk daran erinnert werden, wie verdammt verrückt die Demokraten in den letzten paar Jahren geworden seien.
Zudem forderte der Vizepräsident die Anwesenden auf, die bevorstehenden Wahlen zu nationalisieren, wie aus dem Bericht hervorgeht. Dabei nahm er unter anderem den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed aus Michigan scharf ins Visier und bezeichnete ihn in Anwesenheit von Delegierten aus diesem Bundesstaat als nut job
.
Umfragen, Basis und die innerparteiliche Konkurrenz für 2028
Die Ausgangslage für die Republikaner ist herausfordernd. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Partei in der Wählergunst zurückliegt; eine im Vormonat veröffentlichte Erhebung von Emerson College für The Hill sah die Republikaner auf dem generellen Stimmzettel acht Prozentpunkte hinter den Demokraten. Umso entscheidender wird sein, ob die Basis mobilisiert werden kann. Auf dem Parteitag in Dallas zeigte sich bei vielen Anhängern eine Mischung aus Loyalität gegenüber Donald Trump und Offenheit für kommende Personalfragen.

Für Vance ist das Zusammentreffen in Texas ein Lackmustest. Nach Einschätzung von Beobachtern hängt seine Rolle bei den Präsidentschaftswahlen 2028 direkt vom Abschneiden der Partei im November ab. Bob Vander Plaats, Präsident und Geschäftsführer von The FAMiLY Leader, analysierte die Situation im Gespräch mit USA Today.
If the midterms go well, swimmingly well, he will eliminate a lot of competition for 2028. Probably not all of it, but he’ll eliminate a lot of it. If the midterms do not go well, the door is completely wide open for a lot of competition. That doesn’t mean he can’t survive it. Bob Vander Plaats, Präsident und CEO von The FAMiLY Leader
Trotz dieser hohen Einsätze zeigte sich Vance unbeeindruckt davon, dass einige Republikaner dem Parteitag fernblieben. That doesn’t concern me
, erklärte er mit Verweis darauf, dass Kandidaten in hart umkämpften Rennen eine enorme Arbeitsbelastung zu bewältigen hätten.
Unterstützung aus dem Kabinett und der Blick auf die kommenden Monate
Während Vances Umfragewerte bei Republikanern laut einer Umfrage von Harvard CAPS-Harris jüngst bei 44 Prozent lagen und damit vor Kontrahenten wie Marco Rubio und Donald Trump Jr. rangierten, bleibt der Wettbewerb offen. Befürworter wie der Kongressabgeordnete Jimmy Patronis betonten in Dallas, dass der Parteitag eine wichtige Plattform biete, um die Botschaft des Präsidenten weiterhin zu unterstützen.
Ob die von Trump in Aussicht gestellten finanziellen Dividenden und Vance’ harte rhetorische Angriffe auf die politische Opposition ausreichen, um den Abwärtstrend in den Umfragen zu stoppen, wird sich in den verbleibenden 54 Tagen bis zur Abstimmung zeigen.