Die anhaltende Trockenheit im Bundesland Salzburg könnte laut GeoSphere Austria bis in den Winter andauern. Nach einem Jahr, in dem acht von neun Monaten zu wenig Niederschlag verzeichneten, bleibt eine nachhaltige Entspannung der Wetterlage aus. Meteorologe Josef Haslhofer warnt vor den Folgen für Böden und Grundwasser, da derzeit keine ergiebigen Regenfronten in Sicht sind.
Dürrebilanz 2026: Ein Ausnahmejahr für Salzburg
Das laufende Jahr stellt sich für das Bundesland Salzburg als meteorologisches Ausnahmejahr dar. Wie Meteorologe Josef Haslhofer von GeoSphere Austria gegenüber Salzburg24 erklärte, war der Februar der einzige Monat im Jahr 2026, der überdurchschnittliche Niederschlagsmengen aufwies. In den übrigen acht Monaten fielen die Werte jeweils zu gering aus, was in der Jahresbilanz zu einem Defizit von etwa der Hälfte der üblichen Regenmenge führt.
Keine nachhaltige Entspannung in Sicht
Kurzfristige Wetterereignisse bringen laut Haslhofer keine langfristige Besserung. Zwar könnten am Montag einige Schauer auftreten und am Donnerstag bis zu 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen, doch diese Regenfronten ziehen nach Einschätzung des Experten rasch durch
. Es handele sich dabei lediglich um ein kurzes Anfeuchten
der Böden.
Die langfristigen Modellrechnungen für die zweite Oktoberhälfte deuten zwar auf durchschnittliche Niederschlagswerte hin – üblicherweise liegen diese im Oktober zwischen 80 und 100 Liter pro Quadratmeter –, doch Haslhofer mahnt zur Vorsicht bei der Interpretation dieser Prognosen. Die tatsächliche Entwicklung hänge stark von der vorherrschenden Strömung ab.
Ursachen und Risiken für den Winter
Der Grund für die Hartnäckigkeit der Trockenheit liegt in einer kontinentalen Wetterlage über weiten Teilen Europas. Wenn Böden ausgetrocknet sind, findet kaum Verdunstung statt, die wiederum zu neuen Niederschlägen führen könnte. Um den Kreislauf zu durchbrechen, bräuchte es laut GeoSphere Austria eine beständige Westströmung über einen Zeitraum von drei Wochen, die feuchte Atlantikluft in die Region transportiert.
Solang das jetzt noch nicht stattfindet, werden wir mit diesen trockenen Witterungsphasen wahrscheinlich den ganzen Winter hindurch zu kämpfen haben.
Josef Haslhofer, Meteorologe bei GeoSphere Austria
Hinsichtlich des Einflusses des Wetterphänomens El Niño auf die Nordhalbkugel bleibt die Lage unklar. Haslhofer betonte, dass die Auswirkungen oft erst im Nachhinein verlässlich bestimmt werden könnten.
Vergleich zur Lage in Ostösterreich
Während die Situation in Salzburg durch alpine Gewitter und Schauer im Sommer teilweise gemildert wurde, ist die Lage in anderen Teilen des Landes kritischer. In Ober- und Niederösterreich kam es aufgrund der Kombination aus Hitze, starken Winden und trockenen Böden bereits zu erheblichen Ernteausfällen.
Für die Salzburger Landwirtschaft sieht Haslhofer aktuell ein erhöhtes Risiko für die Wintersaaten. Von katastrophalen Komplettausfällen, wie sie aus dem Osten Österreichs gemeldet wurden, sei das Bundesland Salzburg nach derzeitigem Stand jedoch noch verschont geblieben.
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