Audi plant im US-Bundesstaat Georgia den Bau seines ersten eigenen US-Werks mit einer Investition von 4 Milliarden Euro beziehungsweise Dollar. US-Präsident Donald Trump kündigte das Vorhaben am 25. Oktober 2026 bei einer Kundgebung in Perry an. Die Fabrik soll ab den frühen 2030er Jahren jährlich 200.000 große Premium-SUVs fertigen und rund 4.500 Arbeitsplätze schaffen.
Milliardeninvestition in Peach County und politische Kulisse
Der deutsche Autobauer Audi hat beschlossen, seine Präsenz auf dem nordamerikanischen Markt grundlegend zu verändern. US-Präsident Donald Trump machte die Pläne am Samstag bei einem Wahlkampfauftritt in Perry öffentlich, der kurz vor den Kongress-Zwischenwahlen am 3. November 2026 stattfand.
Die Dimensionen des Projekts sind für die Region und die deutsche Automobilindustrie beachtlich. Auf einem 1.474 Hektar großen Industrieareal namens Middle Georgia Megasite in Peach County soll eine hochmoderne Produktionsstätte entstehen. Der Bundesstaat rechnet mit einer Investitionssumme von rund 4 Milliarden Dollar und etwa 4.500 neuen Arbeitsplätzen vor Ort, wie unter anderem WGXA berichtete. Gouverneur Brian Kemp und Audi-Chef Gernot Döllner unterstrichen bei der Bekanntgabe die strategische Bedeutung des Projekts für den US-Automobilmarkt. An der Seite von Audi-Vorstandschef Gernot Döllner war Präsident Trump der Erste, der die Errichtung der Fabrik öffentlich verkündete, wobei er von Handelsminister Howard Lutnick unterstützt wurde, wie Berichte aufzeigen. Die Mid-Gateway-Partnerschaft fungiert dabei als regionaler Rahmen für Anwerbungsbemühungen.
Zollbelastungen und die Kehrtwende der Konzernstrategie
Hinter der Entscheidung stehen spürbare wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Da Audi den gesamten US-Bedarf bislang aus Europa oder Mexiko importierte, trafen die von der US-Regierung erhobenen Zölle auf Autos, Stahl und Aluminium das Unternehmen empfindlich. Allein im Vorjahr schlugen sich die Zölle nach Berichten von Yahoo Finance mit einem Betrag von 1,2 Milliarden Euro oder umgerechnet 1,4 Milliarden Dollar nieder.

Zusätzlich gerieten die Verkäufe in den Vereinigten Staaten im laufenden Jahr stark unter Druck, wobei die Auslieferungen um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr sanken und zuvor bereits zwei Jahre in Folge rückläufig waren, wie unter anderem CarBuzz anmerkt. Audi-Chef Gernot Döllner betonte dennoch das langfristige Engagement des Ingolstädter Unternehmens in Nordamerika:.

Gernot Döllner erklärte laut Yahoo Finance: „Wir planen, unsere größten und hochwertigsten SUVs hier in Macon, Georgia, zu produzieren.
Döllner fügte hinzu, dass es sich hierbei um eine langfristige Investition handle, weil man an den amerikanischen Markt glaube. Konzernchef Oliver Blume erklärte ergänzend, dass man die Region als Kernmarkt für profitables Wachstum betrachte und das Werk zusätzliche Voraussetzungen dafür schaffe, während er betonte, dass hohe Zölle und massive Kapazitätsinvestitionen gleichzeitig kaum tragbar seien. Senator Bernie Moreno betonte ferner, dass dieses Werk ohne Zölle, vernünftige Regulierungen und die Abschaffung von Kaliforniens Befugnissen zur Regelung von Abgasnormen niemals zustande gekommen wäre.
Zeitplan und Produktion der neuen SUV-Modelle
Das Werk soll speziell auf nordamerikanische Kunden zugeschnitten werden. Laut Planungen der Unternehmensführung und offiziellen Angaben sollen im mittelforgianischen Werk jährlich 200.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Im Fokus stehen dabei große Premium-Geländewagen.
Einem Bericht von Motor1 zufolge sind die genauen Modellreihen zwar von Audi noch nicht offiziell in allen Details bestätigt worden, Branchenbeobachter und offizielle Mitteilungen verweisen jedoch auf die Oberklasse-SUVs Q7, Q8 und das neue Modell Q9. Im Rahmen der breiteren nordamerikanischen Strategie des Volkswagen-Konzerns errichtet zudem die Offroad-Marke Scout Motors für rund 2 Milliarden US-Dollar eine Fabrik in Blythewood in South Carolina, die ebenfalls eine Jahreskapazität von bis zu 200.000 Fahrzeugen für Modelle wie den Scout Traveler und den Terra anstrebt und bei der Audi gegebenenfalls zusätzliche Stückzahlen einplanen kann.
| Projektaspekt | Details zum Audi-Werk in Georgia |
|---|---|
| Investitionssumme | Ca. 4 Milliarden US-Dollar / 3,77 Milliarden Euro |
| Standort | Middle Georgia Megasite, Peach County, Georgia |
| Geplante Arbeitsplätze | Etwa 4.500 neue Stellen |
| Produktionsvolumen | 200.000 Fahrzeuge jährlich |
| Zeitlicher Ablauf | Baubeginn ab 2027/2028, Produktionseinnahme in den frühen 2030er Jahren |
| Fahrzeugmodelle | Große SUVs (darunter Q7, Q8 und Q9) |
Der konkrete Zeitplan sieht vor, dass die Geländevorbereitung und Erschließung im Jahr 2027 beginnen sollen. Der eigentliche Bau der Gebäude ist für das Jahr 2028 angesetzt, während die kommerzielle Produktion für die frühen 2030er Jahre avisiert wird, wie unter anderem FOX 5 Atlanta ausführt. Der Bundesstaat Georgia plant darüber hinaus die Entwicklung eines speziellen Ausbildungsprogramms sowie eines eigenen Schulungszentrums, um Arbeitskräfte für die Montage- und Wartungsaufgaben gezielt vorzubereiten.
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