Hausbesitzer und ländliche Gemeinden in den USA und in Großbritannien stehen vor höheren Heizölkosten für den kommenden Winter. Grund dafür sind gestiegene Diesel- und Heizölpreise, die im Vergleich zum Vorjahr in vielen Regionen deutlich angestiegen sind.
Tausende Pfund für Heizöl im ländlichen Nordengland
Im britischen Upper Teesdale bereiten sich die Haushalte auf einen harten Winter vor. Da es in Middleton-in-Teesdale keinen Anschluss an das Gasnetz gibt, sind die meisten Wohngebäude auf Heizöl angewiesen. Die Kosten für Heizöl sind nach Angaben von Anwohnern more than double
– also mehr als doppelt so hoch wie um diese Zeit im Vorjahr.
Aktuelle Zahlen der Regionen Teesdale, Weardale, Northumberland und Teilen von North Yorkshire zeigen, dass Verbraucher rund 600 Pfund für eine Lieferung von 500 Litern zahlen. Das entspricht etwa 1,19 Pfund pro Liter. Im Oktober 2025 lag der Preis bei rund 52 Pence je Liter.
Um die finanzielle Last zu verteilen, organisiert die Organisation Upper Teesdale Agricultural Support Services (UTASS) in Middleton-in-Teesdale eine Sammelbestellgruppe. Die Initiative kombiniert die Bestellungen von Haushalten, um Rabatte zu erzielen. Emma Spry, die Managerin bei UTASS, erklärt den Zweck des Programms:.
Um einen Rabatt auf Heizöl zu erhalten, muss man mehr als 1000 Liter auf einmal kaufen. Bei unserem Programm liegt die Mindestbestellmenge bei 500 Litern, das kann also dazu beitragen, die Kosten für die Menschen etwas zu verteilen.
Emma Spry, manager at UTASS
Hohe Belastungen für US-Haushalte
Auch in den Vereinigten Staaten blicken Verbraucher mit Sorge auf die kommenden Monate. In Maine liegt der staatliche Durchschnittspreis für Heizöl laut dem Maine Department of Energy Resources bei 5,97 US-Dollar pro Gallone (Stand 5. Oktober 2026). Brittney Worden, eine Mutter aus Limington im US-Bundesstaat Maine, verdeutlicht die existenzielle Notlage vieler Familien:.

Worden gab im Vorjahr etwa 4 US-Dollar pro Gallone aus und rechnet für den kommenden Winter mit Gesamtkosten von fast 5.000 US-Dollar zum Beheizen ihres Hauses. Ähnliche Sorgen äußert Elizabeth Minor aus Winston-Salem in North Carolina, die von einer festen Rente lebt. Sie gab an, den Thermostat auf die niedrigste Stufe zu stellen.
Globale Raffinerieausfälle und Diesel-Engpässe
Die Ursachen für die Preisentwicklung reichen weit über die lokalen Märkte hinaus. Patrick De Haan von GasBuddy betont die Verknüpfung zwischen Diesel und Heizöl.
Traditionell ist Russland ein Hauptlieferant von Diesel für den Weltmarkt, und seit Juli hat Russland infolge der Drohnenangriffe den Export von Diesel verboten. Das hat zu einem sehr angespannten weltweiten Dieselmarkt beigetragen und die Preise deutlich nach oben getrieben.
Patrick De Haan, head of petroleum analysis at GasBuddy
Der aktuelle Bericht der US-Energiebehörde EIA bestätigt die angespannte Lage. Administrator Tristan Abbey führt aus, dass Haushalte mit Heizöl- oder Stromheizungen deutlich mehr ausgeben müssen, während Erdgas und Propankosten durch solide US-Lagerbestände besser abgefedert sind.
Zusätzlich geraten die globalen Dieselmärkte durch den Krieg im Iran unter Druck. Der Preis für eine Gallone Diesel liegt aktuell bei 6,29 US-Dollar, fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Marktbeobachter schätzen, dass Heizölkunden in den kommenden Monaten möglicherweise bis zu 7 US-Dollar pro Gallone zahlen könnten.
Politische Reaktionen
Auf nationaler Ebene kündigte US-Präsident Donald Trump am Freitag an, ein Abkommen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen zu haben, um sofort 300.000 Tonnen Diesel aus Russland zu importieren. Dieses Vorhaben stieß bei einer Gruppe parteiübergreifender Senatoren auf Kritik.
Die US-Energiebehörde EIA weist darauf hin, dass etwa 3 % der US-Haushalte Heizöl nutzen und Kunden etwa 21 % mehr als im vergangenen Winter zahlen werden. Erdgas- und Propankosten sind laut De Haan besser abgefedert, da die Lagerbestände über dem Durchschnitt liegen.