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Welt

Heizen könnte im Winter wieder teurer werden

Verbraucher in Deutschland und Österreich müssen sich vor dem Start der kommenden Heizperiode auf deutlich steigende Energiekosten einstellen. Laut Erhebungen und Verbänden verteuern sich insbesondere Heizöl und Pellets massiv, während an den Großhandelsmärkten geopolitische Krisen und höhere Netzentgelte den Preisdruck auf Gas und Strom verstärken.

Marktbeobachtungen beim Heizöl und den Pellets

Der aktuelle Heizspiegel für das Jahr 2026 zeigt erhebliche Preissteigerungen bei fossilen und festen Brennstoffen. Wie die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund mitteilte, trifft der Preisschock besonders Haushalte mit Ölheizungen im kommenden Winter. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche prognostiziert der Bericht Heizkosten von rund 2.745 Euro für Öl, was einem Anstieg von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Noch im Vorjahr lagen die entsprechenden Kosten bei 2.145 Euro. Auch bei Holzpellets zeigt sich ein deutlicher Anstieg: Hier werden laut den Daten rund 1.740 Euro statt im Vorjahr 1.415 Euro fällig, was einem Plus von 23 Prozent entspricht. Die Wärmepumpe verzeichnet im gleichen Zeitraum einen moderateren Anstieg von 1.260 auf 1.300 Euro, was einer Verteuerung um 3 Prozent entspricht. Für Erdgas wird für das Jahr 2026 hingegen ein Rückgang der Kosten um fünf Prozent auf rund 1.930 Euro prognostiziert, wobei die Autoren darauf hinweisen, dass gestiegene Großhandelspreise später zeitverzögert an die Verbraucher weitergegeben werden könnten.

Auch in Österreich spüren Verbraucher diese Entwicklung unmittelbar. Nach Angaben der Österreichischen Energieagentur lag der Preis für Heizöl im August um 48,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. In Oberösterreich mussten Käufer für eine Tankfüllung von 3.000 Litern zeitweise etwa 5.700 Euro bezahlen nach aktuellen Angaben, während zu Jahresbeginn noch rund 3.200 Euro fällig gewesen wären. Auch Holzpellets verzeichnen starke Preisaufschläge von über 32 Prozent im Jahresvergleich. Für sechs Tonnen Pellets, die energetisch rund 3.000 Litern Heizöl entsprechen, mussten zuletzt zwischen 2.522 und 2.662 Euro bezahlt werden, während im Vorjahr rund 2.000 Euro fällig waren.

Heizen könnte im Winter wieder teurer werden
Foto: Der Standard

Geopolitische Ursachen und die Lage an der Straße von Hormus

Ausgelöst werden diese Verwerfungen maßgeblich durch internationale Krisen. Maßgeblicher Treiber am Öl- und Gasmarkt ist die anhaltende Blockade wichtiger Exportrouten im Persischen Golf durch die Krise an der Straße von Hormus, durch die über viele Monate hinweg wichtige Öl- und Gasexporte blockiert waren. Kristalina Georgiewa, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), warnte bei einer Rede: Der Preisdruck könnte sich weiter verstärken, da die Nachfrage mit dem Beginn der kalten Jahreszeit auf der Nordhalbkugel steigt und die Länder ihre Reserven wieder auffüllen.

Der europäische Gaspreis-Benchmark TTF stieg in der Folge von gut 30 Euro auf zeitweise 74 Euro je Megawattstunde an. Gleichzeitig sind die europäischen Gasspeicher vor dem Winter mit rund 59 Prozent in Deutschland beziehungsweise 71 Prozent im EU-Durchschnitt deutlich geringer gefüllt als der Fünfjahresschnitt von 87 Prozent laut behördlichen Angaben. In Österreich heizen aktuell rund 850.000 bis eine Million Haushalte mit Gas, weshalb die Entwicklungen auf den Energiemärkten für diese Gruppe von hoher Relevanz sind.

Heizen könnte im Winter wieder teurer werden
Foto: openPR.de

Belastungen durch steigende Netzentgelte für Strom und Gas

Neben den Beschaffungskosten schlagen auch die regulierten Netzentgelte zu Buche. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) veröffentlichte eine Umfrage unter 757 Stadtwerken und kommunalen Versorgern, wonach 65 Prozent der Befragten mit höheren Erdgaspreisen und 49 Prozent mit steigenden Strompreisen für die Heizperiode rechnen. Als Hauptursachen nennt der Verband Netzinvestitionen sowie zeitverzögerte Effekte früherer Preissteigerungen bei Strom, Gas und Kohle.

Empfehlungen für Verbraucher und Hauseigentümer

Um den steigenden Kosten entgegenzuwirken, raten Branchenexperten zu gezielten Prüfungen. Manuel Nabenhauer, Geschäftsführer der Nabenhauer GmbH & Co., betont die Bedeutung einer langfristigen Betrachtung bei Modernisierungen.

Heizen könnte im Winter wieder teurer werden
Foto: ZFK

Die entscheidende Frage lautet zunächst nicht: Welche neue Heizung brauche ich? Sondern: Wie effizient arbeitet meine vorhandene Anlage überhaupt? In der Praxis sehen wir immer wieder, dass Einstellungen, Regelung oder einzelne Komponenten nicht optimal auf das Gebäude und den tatsächlichen Wärmebedarf abgestimmt sind.

Manuel Nabenhauer, Nabenhauer GmbH & Co. KG

Verbraucher ohne Preisgarantie spüren die Neukundenpreiserhöhungen bereits direkt, während Bestandskunden laut Branchenanalysten von Verivox und Energieagenturen je nach Vertragslaufzeit erst verzögert mit Nachzahlungen oder höheren Tarifen rechnen müssen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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