Der somalische Schiedsrichter Omar Artan darf trotz gültigem Visum nicht an der Fußball-WM 2026 in den USA teilnehmen – doch die FIFA zahlt ihm trotzdem seine volle Vergütung. US-Behörden verweigerten ihm die Einreise am Sonntag, 15. Juni 2026, mit Verweis auf Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation in Somalia. Während die USA auf Nummer sicher gehen, setzt die FIFA auf Kontinuität: Artan erhält sein Gehalt, und die Uefa plant bereits seine nächste Einsätze.
Warum Artan trotz Einreiseverweigerung bezahlt wird
Die FIFA hat bestätigt, dass Omar Artan trotz der Einreiseverweigerung durch die USA seine volle Vergütung als WM-Schiedsrichter erhalten wird. Laut n-tv und WEB.DE handelt es sich um eine Ausnahmeentscheidung, die auf die internationale Anerkennung seiner Qualifikation als Schiedsrichter zurückzuführen ist. Die genaue Höhe der Vergütung ist nicht bekannt, doch Schiedsrichter erhalten bei Weltmeisterschaften in der Regel zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Die FIFA betont, dass Artans Leistung auf höchstem Niveau stehe und er bereits als Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 ausgezeichnet wurde.
„Omar Artan ist ein hervorragender, junger und zugleich sehr erfahrener Schiedsrichter, der seine Qualität auf höchstem Wettbewerbsniveau innerhalb der Confederation of African Football unter Beweis gestellt hat“, erklärte Uefa-Präsident Aleksander Čeferin laut BILD. Die Uefa hat Artan bereits für das Supercup-Finale zwischen Paris Saint-Germain und Aston Villa am 12. August in Salzburg nominiert – ein klares Signal an die USA, dass seine Fähigkeiten international anerkannt werden.
Die USA und die „sehr schlechten Menschen“
Andrew Giuliani, Chef der WM-Taskforce des Weißen Hauses, hat die Einreiseverweigerung für Artan mit vagen Sicherheitsbedenken begründet. „Es gibt Dinge, über die wir nicht sprechen können, aber zumindest ist bekanntgeworden, dass er kurz vor seiner Reise in die Vereinigten Staaten Kontakt zu sehr, sehr schlechten Menschen hatte“, sagte Giuliani am Rande des WM-Spiels Niederlande gegen Japan in Dallas, wie n-tv berichtet. Giuliani betonte, dass die USA „nicht zulassen“ würden, „dass im Rahmen eines Fußballturniers zwielichtige Gestalten in die Vereinigten Staaten einreisen“. Die genauen Hintergründe der Vorwürfe bleiben jedoch unklar.
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Die USA haben bereits in der Vergangenheit bei der WM 2026 Einreiseprobleme für Delegationen aus Konfliktregionen gehabt. So durften auch 15 Mitglieder der iranischen Nationalmannschaft kein Visum erhalten, und die FIFA musste den Iran zwingen, spätestens am Sonntag in Los Angeles einzureisen, um den Medienverpflichtungen nachzukommen. Die USA argumentieren, sie wollten „nicht die falschen Leute ins Land lassen“ – doch die FIFA reagiert mit einer klaren Botschaft: Sportliche Qualifikation steht über politischen Entscheidungen.
Was das für die WM und die Zukunft von Artan bedeutet
Artans Fall wirft Fragen über die Balance zwischen Sicherheit und sportlicher Fairness auf. Während die USA auf ihre Souveränität pochen, zeigt die FIFA, dass sie ihre eigenen Regeln durchsetzen kann – selbst wenn ein Schiedsrichter nicht vor Ort ist. Die Uefa-Nominierung für das Supercup-Finale deutet darauf hin, dass Artan seine Karriere fortsetzen wird, auch wenn die USA ihn weiterhin als Sicherheitsrisiko einstufen. Für die WM 2026 bedeutet der Fall, dass die USA und die FIFA unterschiedliche Prioritäten haben: Während Washington auf Kontrolle setzt, setzt die FIFA auf Kontinuität und internationale Anerkennung.
Die WM 2026 läuft bereits mit ersten Überraschungen: Brasilien und Marokko trennten sich 1:1, Schottland feierte einen historischen Sieg gegen Haiti, und Katar gelang ein 1:1 gegen die Schweiz. Doch der Eklat um Artan zeigt, dass die WM nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits des Spielfelds für Diskussionen sorgt. Die Frage ist: Wer hat in diesem Konflikt recht – die USA mit ihrer Sicherheitslogik oder die FIFA mit ihrer sportlichen Integrität?
Wie geht es jetzt weiter?
Artan wird vorerst nicht an der WM teilnehmen, doch seine Karriere ist nicht beendet. Die Uefa hat ihn bereits für das Supercup-Finale nominiert, und die FIFA wird ihm seine Vergütung auszahlen. Die USA könnten jedoch weitere Schritte unternehmen, um Artan von zukünftigen Turnieren auszuschließen – etwa durch eine offizielle Sicherheitsbewertung oder eine Zusammenarbeit mit der FIFA. Sollte Artan tatsächlich an weiteren Turnieren teilnehmen, würde dies die Spannung zwischen sportlicher und politischer Logik weiter verschärfen.

Für die WM 2026 bleibt der Fall ein Symbol für die Herausforderungen, die internationale Turniere in Zeiten politischer Spannungen mit sich bringen. Die USA wollen ihre Grenzen kontrollieren, die FIFA will ihre Regeln durchsetzen – und Schiedsrichter wie Artan stehen mittendrin.
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