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Welt

Israel äußert Sicherheitsbedenken bei Entwaffnungsabkommen mit der Hamas

Israel hat dem Weißen Haus ernsthafte Sicherheitsbedenken gegenüber einem von US-Präsident Donald Trump angekündigten Entwaffnungsabkommen mit der Hamas mitgeteilt. Die israelische Regierung lehnt einen Truppenabzug aus dem Gazastreifen ab, bevor die Militärorganisation ihre Waffen physisch abgibt.

Die Reaktion aus Tel Aviv folgt auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass sein sogenannter Friedensrat eine Vereinbarung zur Entwaffnung der Hamas und anderer bewaffneter Gruppen erzielt habe. Während Trump das Abkommen als Durchbruch darstellt, bleibt die israelische Seite skeptisch. Doron Spielman, Sprecher des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, erklärte gegenüber der Associated Press, dass die Geheimdienstbewertung Israels darauf hindeute, dass die Hamas weiterhin bestrebt sei, ihr militärisches Potenzial wiederaufzubauen, anstatt eine echte Entwaffnung anzustreben.

Sicherheitsbedenken und die Bedingung des physischen Waffenabgabeprozesses

Für die israelische Regierung ist die Definition von Entwaffnung nicht verhandelbar. Spielman betonte, dass Entwaffnung die physische Abgabe der Waffen bedeute und nichts weniger als das. Israel kontrolliert derzeit mehr als 60 Prozent des Territoriums im Gazastreifen und plant keinen Abzug, solange dieser Prozess nicht abgeschlossen ist.

Unsere Einschätzung ist, dass wir, wenn wir uns zurückziehen, bevor die Hamas wirklich entwaffnet ist, ihre Präsenz im gesamten Gazastreifen schnell ausweiten, ihre terroristische Infrastruktur wiederaufbauen, erneut israelische Gemeinden bedrohen und versuchen werden, einen weiteren Angriff im Stil des 7. Oktobers durchzuführen. Doron Spielman, Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten

Diese Position steht im Kontrast zu den Forderungen der Hamas. Laut Berichten von CBC Lite hält die Organisation an der Bedingung fest, dass sie erst nach einem vollständigen israelischen Rückzug aus dem Gebiet entwaffnet. Israel lehnt diese Sequenz kategorisch ab.

Der 20-Punkt-Plan von Donald Trump und die Rolle des National Committee for the Administration of Gaza

Der von Trump präsentierte 20-Punkt-Plan sieht vor, dass die Militärgruppe ihre Waffen aufgibt und ihr weitreichendes Tunnelnetzwerk zerstört. Das Abkommen, das Trump als in sorgfältig strukturierten Phasen verlaufend beschrieb, sieht zudem die Installation einer neuen technokratischen palästinensischen Regierung und die Stationierung einer internationalen Sicherheitskraft vor.

Israel raises SERIOUS security concerns over Hamas disarmament deal: Report

Ein zentrales Element des Plans ist das National Committee for the Administration of Gaza, ein von den USA unterstütztes technokratisches Komitee. Laut einer verifizierten Kopie des Abkommens sollen alle Waffen der Hamas-geführten Polizei an dieses Komitee übergeben werden, sobald es im Enklave eintrifft. Erst nach der Ankunft dieses Komitees und der Stationierung internationaler Kräfte soll der Prozess zur Stilllegung und Lagerung schwerer Waffen sowie die Zerstörung von Produktionsstätten und Tunneln beginnen.

Dieser Prozess ist laut dem Dokument an einen phasenweisen israelischen Rückzug gekoppelt. Es bleibt jedoch unklar, wann genau diese Schritte erfolgen, da sie von anderen Vorbedingungen abhängen.

Politische Hürden vor den israelischen Wahlen im Oktober

Neben den militärischen Sicherheitsrisiken erschweren politische Zeitpläne in Israel eine Einigung. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht vor einem schwierigen Wiederwahlkampf im Oktober. Sein politisches Umfeld ist gespalten: Während seine Partner aus dem rechtsextremen Lager ihn drängen, den Druck auf die Hamas aufrechtzuerhalten und die Truppen im Gazastreifen zu belassen, werfen ihm Gegner vor, den Angriff vom 7. Oktober 2023 nicht verhindert zu haben.

Israel äußert Sicherheitsbedenken bei Entwaffnungsabkommen mit der Hamas
Photo: tagesschau.de

Ein weiterer Faktor ist die aktuelle Lage im Gazastreifen. Die von Israel kontrollierten Gebiete sind weitgehend zerstört und entvölkert. Die Mehrheit der zwei Millionen Palästinenser lebt in den anderen Teilen des Gebiets, oft in provisorischen Zeltlagern.

Humanitäre Lage und militärische Eskalation am 2. August 2026

Während die diplomatischen Verhandlungen über die Entwaffnung stocken, setzen sich die Kämpfe vor Ort fort. Am Sonntag, dem 2. August 2026, gab es israelische Luftschläge in Gaza City, bei denen mindestens 17 Menschen, darunter Kinder, getötet wurden.

Mourners carry the bodies of Kamal Abu Muailiq, 68, and his wife, Huda Abu Muailiq, 59, who were killed in an Israeli
Photo: Apnews

Die Gaza Health Ministry, die Teil der kürzlich aufgelösten Hamas-Regierung war, gibt an, dass insgesamt mehr als 73.000 Menschen durch die israelische Militäroffensive getötet wurden. Die Behörde gibt an, dass etwa die Hälfte der Todesopfer Frauen und Kinder sind. Auf der anderen Seite stehen die Opfer des Angriffs vom 7. Oktober 2023, bei dem etwa 1.200 Menschen, überwiegend Zivilisten, getötet und 251 weitere als Geiseln genommen wurden.

Die Umsetzung des US-Plans bleibt somit an eine fundamentale Frage gebunden, die Trump bei Befragungen bisher nicht direkt beantwortet hat: Ob die Hamas vor dem israelischen Abzug entwaffnet oder der Abzug vor der Entwaffnung erfolgt. Solange diese Sequenz nicht geklärt ist, bleibt der Plan für Israel ein Sicherheitsrisiko.

Middle East update: Hamas disarmament deal reportedly faces Israeli concerns
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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