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Unternehmen

EVN plant Milliardeninvestitionen trotz Kritik der SPÖ an Energiepreisen

Der niederösterreichische Energieversorger EVN hat auf seinem Kapitalmarkttag in London ambitionierte Finanzziele bis 2030 vorgestellt, die jährliche Investitionen in Milliardenhöhe und Großspeicherprojekte umfassen. Die Pläne stoßen jedoch auf scharfe Kritik der SPÖ, die angesichts steigender Aktionärsausschüttungen spürbare Entlastungen bei den Strom- und Gaspreisen für die Verbraucher fordert.

Milliardeninvestitionen und ambitionierte Ziele für das Jahr 2030

Der niederösterreichische Energieversorger EVN plant bis 2030 jährlich rund eine Milliarde Euro zu investieren, um die Energiewende voranzutreiben und das operative Ergebnis deutlich zu steigern. Auf der offiziellen Agenda der Veranstaltung standen Veränderungen der Energiemärkte, Digitalisierung, die strategische Positionierung des Konzerns und ein Update zu den mittelfristigen finanziellen Zielsetzungen. Die EVN gestaltet die Energiezukunft aktiv und konsequent, indem sie den Investitionsfokus auf Netzinfrastruktur, den Ausbau von erneuerbaren Energien, Speicherlösungen und E-Ladeinfrastruktur legt, unterstützt durch digitale Technologien. Ein weiterer Schwerpunkt trug den Titel „Energie-Orchestrierung, womit die Wertschöpfung durch das Management von Energieanlagen und Flexibilitäten beschrieben wird.

Das Unternehmen peilt ein EBITDA von 1,2 Milliarden Euro an, verglichen mit 909,1 Millionen Euro im starken Geschäftsjahr 2024/25, in dem das EBITDA um 19,2 Prozent zulegte. Der Konzerngewinn soll im selben Zeitraum auf 500 Millionen Euro klettern, nach einem Überschuss von 437 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024/25. Rund vier Fünftel der jährlichen Investitionssumme sollen direkt in Niederösterreich fließen, wo die Sparte EVN Wasser ein Trinkwassernetz von rund 3.340 Kilometern Länge betreibt, über das jährlich etwa 32 Millionen Kubikmeter Wasser an rund 650.000 Menschen fließen. Geografisch verteilt sich der Gesamtumsatz der EVN ansonsten auf Österreich mit 49,6 %, Bulgarien mit 30,8 %, Mazedonien mit 19,4 % und sonstige Regionen mit 0,2 %. Die Nettoverschuldung des Unternehmens lag zum Stichtag 30. Juni 2026 bei 942,2 Millionen Euro, nachdem sie zum Ende des Geschäftsjahres 2024/25 noch 1,156 Milliarden Euro betragen hatte. Als Konzernziel ist ein durchschnittlicher Return on Capital Employed von mehr als sechs Prozent formuliert, nachdem der operative ROCE im Geschäftsjahr 2024/25 bei 7,2 Prozent lag.

EVN plant Milliardeninvestitionen trotz Kritik der SPÖ an Energiepreisen
Foto: AD HOC NEWS

Politische Kritik aus der Landespolitik an steigenden Dividenden

Die Pläne des Energieversorgers sorgen für politischen Wirbel in Niederösterreich. Die EVN bekräftigte, dass die Dividende bis zum Geschäftsjahr 2029/30 auf mindestens 1,10 Euro je Aktie steigen soll, womit eine Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent angestrebt wird. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 stellt die Konzernspitze eine Dividende zwischen 0,90 und 0,95 Euro je Aktie in Aussicht, abhängig vom endgültigen Jahresergebnis. Diese Aussichten riefen umgehend die Opposition auf den Plan.

„Bevor man Dividenden-Fantasien für das Jahr 2030 präsentiert, muss alles daran gesetzt werden, die Kunden spürbar zu entlasten.“

Kerstin Suchan-Mayr, SPÖ-Energiesprecherin

Die SPÖ-Energiesprecherin kritisierte die langfristige Strategie des Unternehmens und forderte niedrigere Strom- und Gaspreise für die Kunden, da sich die Menschen Energie leisten können müssen. Suchan-Mayr stellt Investitionen in Netze, erneuerbare Energie und Versorgungssicherheit zwar nicht grundsätzlich infrage, betonte jedoch, dass sich der Erfolg eines Landesenergieversorgers daran messen lassen müsse. Der Energieversorger, der mehrheitlich dem Bundesland Niederösterreich gehört, argumentiert dagegen, dass wirtschaftliche Stabilität, gute Bonität und verlässliche Erträge notwendig seien, um die hohen Investitionen und die günstige Refinanzierung am Kapitalmarkt abzusichern.

EVN plant Milliardeninvestitionen trotz Kritik der SPÖ an Energiepreisen
Foto: Heute

Reaktionen an der Börse und Einschätzungen von Analysten

An den Kapitalmärkten fielen die Reaktionen auf die Strategiepräsentation zunächst verhalten aus. Die EVN-Aktie reagierte mit Verlusten und zeigte sich an der Wiener Börse zeitweise tiefer bei 28,80 Euro. In ihrem Fazit hielten die Baader-Analysten fest, dass der Vorstandsvortrag wenig Neues enthielt und im Wesentlichen die im Rahmen der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2024/25 angekündigten Ziele bestätigte. Gleichzeitig merkten sie an, dass die Ausschüttungsquote von rund 40 Prozent weiterhin deutlich unter dem Median der Wettbewerber von rund 60 Prozent liegt, während das Wachstum nach wie vor solide ist.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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