Mit rund 580 Zügen täglich gilt Wiener Neustadt als der größte Bahnhof in Niederösterreich, wo am Montagmorgen ein selbstständig weggerollter Güterwagen eine Oberleitung schwer beschädigt und den Zugverkehr auf der wichtigen Südstrecke massiv lahmgelegt hat. Tausende Pendlerinnen und Pendler sind von Ausfällen und stundenlangen Verspätungen betroffen, während Techniker mit Hochdruck an der Instandsetzung der Infrastruktur arbeiten.
Güterwagen rollt weg und beschädigt Oberleitung
Der Zwischenfall ereignete sich in der Nacht auf Montag gegen 1.00 Uhr im Ausfahrtsbahnhof Wiener Neustadt. Nach Angaben der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) machten sich zwei Güterwagen selbstständig, gerieten unkontrolliert ins Rollen und prallten schließlich gegen einen Oberleitungsmast.
Durch den heftigen Aufprall sprangen die Waggons aus den Schienen, und sowohl die Fahrleitung als auch die Gleisanlagen erlitten erhebliche Schäden. Verletzt wurde bei dem Unfall glücklicherweise niemand. Die genaue Ursache dafür, wie sich die Güterwagen in Bewegung setzen konnten und welche Strecke sie unkontrolliert zurücklegten, ist derzeit noch völlig unklar. Techniker und Expertinnen müssen zunächst die entgleisten Wagen mithilfe eines Hilfszuges bergen, bevor das Ausmaß der Schäden an der Infrastruktur vollständig begutachtet werden kann.

Busse ersetzen Züge auf betroffenen Strecken
Die Störung trifft zum Wochenstart Tausende Pendlerinnen und Pendler hart. Neben der Südstrecke sind auch die Aspangbahn sowie die Puchberger- und Gutensteiner-Strecke von massiven Einschränkungen betroffen.
Um die Passagiere an ihre Ziele zu bringen, haben die ÖBB umfangreiche Ersatzmaßnahmen organisiert. Zwischen Wiener Neustadt und Mürzzuschlag in der Steiermark wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, für den im Fernverkehr zusätzlich 25 Busse im Einsatz sind. Auch im Nahverkehr fahren Ersatzbusse zwischen dem Hauptbahnhof Wiener Neustadt und Bad Fischau-Brunn, Neunkirchen sowie Lanzenkirchen. Der übrige Schienenverkehr auf der Südstrecke von Mürzzuschlag weiter nach Kärnten bleibt indes von der Sperre unberührt, wobei Züge aus dem Süden in Mürzzuschlag wenden.

Reparaturarbeiten dauern bis Mitternacht an
Ursprünglich hatten die Bahnbetreiber gehofft, die gröbsten Hindernisse bis zum Nachmittag zu beseitigen. Inzwischen mussten die ÖBB diese Prognosen jedoch deutlich korrigieren: Die Einschränkungen und Reparaturarbeiten werden voraussichtlich bis zum Ende des Tages um 23.59 Uhr anhalten.
Einzelne Fernverkehrszüge können zwar weiterhin direkt zwischen Wien Hauptbahnhof und Wiener Neustadt verkehren, Reisende müssen jedoch insgesamt mit erheblichen Zeitverlusten und zum Teil begrenzten Platzkapazitäten rechnen. Zur Entlastung der Fahrgäste gilt am Montag eine besondere Kulanzregelung: ÖBB-Tickets werden ausnahmsweise auch in den Zügen der Westbahn anerkannt, und umgekehrt gilt diese Freigabe ebenfalls, wie unter anderem von Seiten der Westbahn bestätigt wurde. Güterzüge werden nach Möglichkeit über alternative, weiter entfernte Routen umgeleitet. Reisende werden dringend gebeten, sich vor Antritt ihrer Fahrt über die aktuelle Lage zu informieren und die Fahrplanauskunft SCOTTY zu nutzen.
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