Die Wiener Börse hat am Donnerstag einen massiven Kursrutsch erlebt, bei dem der Leitindex ATX um 4,60 Prozent einbrach. Ausgelöst wurde der steile Abwärtssog durch negative Signale aus dem US-Technologie-Sektor, die eine europaweite Verkaufswelle an den Finanzmärkten auslösten und heimische Schwergewichte stark unter Druck setzten.
Technologie-Ausverkauf und Einbruch an der Wiener Börse
Der österreichische Leitindex ATX schloss am Donnerstag bei 6.263,95 Punkten und verzeichnete damit einen drastischen Verlust von 4,60 Prozent. Noch am Vortag hatte der Markt eine Erholung gezeigt, als der ATX um 1,8 Prozent auf 6.566 Punkte gestiegen war. Doch die internationalen Vorgaben wendeten das Blatt abrupt. Negativ aufgenommene Quartalszahlen von US-Technologieriesen drückten massiv auf die globale Marktstimmung und rissen europäische Indizes tief in die Verlustzone.
Besonders hart traf der Abwärtssog den steirischen Leiterplatten- und Halbleiterhersteller AT&S. Nach einer zuvor starken Kursentwicklung rasselte die Aktie um mehr als 18 Prozent in die Tiefe. Analysten hatten bereits zuvor vor den Risiken in diesem Segment gewarnt. Die Sorgen um die hohen Bewertungen und die Finanzierung des KI-Booms nehmen weiter zu
, erklärte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets, zur anhaltenden Nervosität im Sektor. Telekom Austria hob nach Quartalszahlen den Jahresausblick an, während das Unternehmen für das Gesamtjahr sein erwartetes Umsatzwachstum auf 4 Prozent erhöhte.

Banken und Standardwerte unter massivem Verkaufsdruck
Neben den Technologiewerten gerieten vor allem die im ATX schwer gewichteten Bankentitel massiv unter Druck. Die Papiere der Erste Group Bank, BAWAG sowie RBI verzeichneten Abschläge, wobei Erste Group-Papiere 1,8 Prozent hinuntergingen, BAWAG 2,8 Prozent verloren und RBI 1,5 Prozent einbüßten. Bezüglich Auseinandersetzungen mit weiteren maßgeblichen Strabag-Anteilseignern hatte die einst vom russischen Oligarchen Oleg Deripaska gesteuerte und von EU-Sanktionen betroffene Rasperia Trading Limited eine möglicherweise finale Schadenersatzforderung präzisiert. Euro, wie ein RBI-Sprecher der APA erklärte.
Das breitere Marktbild spiegelte sich auch im ATX Prime wider, der zum Handelschluss 4,41 Prozent schwächer bei 3.079,68 Punkten schloss, nachdem er zum Start des Donnerstagshandels bei 3.220,96 Punkten gestanden hatte. Das Jahreshoch des ATX Prime liegt bei 3.448,52 Punkten, während das Jahrestief bei 2.489,01 Zählern markiert wurde. Die Experten der Wiener Privatbank hielten an ihrer Kaufempfehlung für die Titel von Schoeller-Bleckmann (SBO) nach Vorlage der Zweitquartalszahlen fest und setzten den fairen Wert auf 45,10 Euro an, während SBO um 1,0 Prozent auf 29,15 Euro nachgab. Zugleich erhöhten die Analysten der Deutsche Bank Research ihr Kursziel für Andritz von 95 auf 99 Euro, während Andritz-Aktien bei 80,00 Euro notierten, und auch für die BAWAG hoben Deutsche Bank Research das Kursziel von 191 auf 193 Euro an, wobei die Deutsche Bank-Expertin Eibensteiner ihre Kaufempfehlung Buy bestätigte, welche ebenfalls von Lars Vom-Cleff unterstützt wurde. Unterdessen wies die Lenzing-Aktie das größte Handelsvolumen im ATX Prime auf, und die OMV-Aktie verzeichnet laut FactSet-Schätzung mit 7,33 das niedrigste Kurs-Gewinn-Verhältnis im Index sowie mit einer Dividendenrendite von 6,39 Prozent die besten Ergebnisse im Vergleich zu den anderen Indexmitgliedern.
Die Sorgen um die hohen Bewertungen und die Finanzierung des KI-Booms nehmen weiter zu.

Internationale Impulse und Konjunktursorgen belasten den Handel
Die Talfahrt in Wien stand im Einklang mit den europäischen Nachbörsen. In Deutschland schloss der DAX ebenfalls deutlich im Minus, während Chipkonzerne wie Infineon und Aixtron herbe Verluste von rund sechs und 9,7 Prozent hinnehmen mussten, und auch der EuroStoxx50 schloss knapp zwei Prozent schwächer.
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