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Unterhaltung

Off-Broadway-Stück beleuchtet virales Video 2 Girls 1 Cup

Ein neues Off-Broadway-Stück untersucht am Cherry Lane Theatre in New York City die kulturellen Nachwirkungen des berüchtigten Internet-Videos „2 Girls 1 Cup. In der von Eliya Smith geschriebenen und vom Ensemble The Goat Exchange aufgeführten Produktion beleuchten Interviews mit acht Männern, wie frühe Schock-Pornografie das Verhältnis junger Menschen zu Körpern, Sexualität und Scham prägte.

Das 2007 erschienene, nur 60 Sekunden lange Video „2 Girls 1 Cup“ – ein Trailer für den brasilianischen Scat-Fetisch-Porno „Hungry Bitches“ – verbreitete sich rasch im damaligen MySpace-Zeitalter und wurde zu einem viralen Phänomen. Fast zwei Jahrzehnte später widmet sich das Theaterstück „Two Girlsdieser popkulturellen Fußnote. Die Aufführung läuft noch bis zum 29.

Verbatim-Theater über Erinnerung und das erste Mal Online-Porno

Die Theatermacherinnen Chloe Claudel und Juliana Sass führen Regie und stehen gleichzeitig als Interviewerinnen und Interviewpersonen auf der Bühne. Sie sitzen sich an einem schlichten weißen Tisch gegenüber und nutzen In-Ear-Technologie, um die aufgezeichneten Aussagen der acht befragten Männer möglichst präzise wiederzugeben. Die Gespräche zeugen von einer großen Unsicherheit bei der Erinnerung an die Details des Clips. So sträubten sich manche Probanden, sich an den Inhalt zu erinnern, während andere von defäkatorischen Szenen und gegenseitigem Erbrechen berichteten, wie The Guardian berichtet.

Dabei geht es den Macherinnen keineswegs um Bloßstellung. Regisseurin und Co-Leiterin von The Goat Exchange Chloe Claudel betonte laut dem Bericht: „Es hat etwas sehr Verletzliches und Ehrliches, jemandem am Telefon zu erzählen, wie etwas dich als Zwölfjährigen beeinflusst hat.

Sex als Mutprobe und die Mechanismen früher Netzwerkkultur

Das Stück beginnt als direkter Rekonstruktionsversuch des Videos, wandelt sich jedoch zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem Erwachsenwerden im frühen Zeitalter des Internets. Die Befragten schildern, wie sie als Heranwachsende das eigene Greifen nach pornografischen Inhalten mit Scham und Ekel verknüpften.

Ein ungenannter Interviewteilnehmer im Stück „Two Girls“ sagte: „Jahrelang, bis sich das alles ein wenig entzaubert, ist nicht der Blowjob das Schärfe, sondern dass du sie dazu gebracht hast. Und dass ihr beide wusstet, dass sie das eigentlich nicht tun durfte, wenn sie sozusagen ein guter Mensch sein wollte.”

Die Autorin Eliya Smith, die im vergangenen Frühjahr mit „Grief Camp“ ihr Off-Broadway-Debüt feierte und im Sommer mit „Dad Don’t Read This“ einen Erfolg feierte, begann vor rund zwei Jahren mit den Recherchen für „Two Girls. Sie untersuchte damit, wie gesellschaftliche Vorstellungen von Gesundheit, Attraktivität und Empowerment durch jugendliche Verwirrung geprägt wurden.””

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.