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Nachrichten

Weiss statt grau: So präsentieren sich die Alpenpässe

Ein Wintereinbruch mit bis zu 40 Zentimetern Neuschnee hat am 21. und 22. Oktober 2026 zu Verkehrsbehinderungen und Sperrungen wichtiger Alpenpässe in der Schweiz geführt, während Meteorologen bereits den nächsten Sturm für das Wochenende ankündigen.

Sperrungen und Wintersperren an den Schweizer Alpenpässen

Kräftige Schneefälle und sinkende Temperaturen haben in den Schweizer Alpen zu vorübergehenden Schliessungen und vorgezogenen Wintersperren geführt. Betroffen von den Strassensperrungen sind unter anderem der Furka-, Nufenen-, Susten- und Grimselpass, wie der Schweizer Touring Club (TCS) und betroffene Kantone mitteilten. Während der Grosse-St.-Bernhard-Pass bereits am 19. Oktober 2026 um 8 Uhr eine feste Wintersperre antrat, mussten andere Verbindungen wie der Gotthardpass und der San-Bernardino-Pass aus Sicherheitsgründen vorsorglich geschlossen werden.

Zahlreiche weitere Übergänge wie der Bernhardpass, der Nufenenpass, der Sanetschpass, der Sustenpass, der Grimselpass sowie die Grosse Scheidegg sind von den Massnahmen ebenfalls betroffen. Das Strasseninspektorat Oberland Ost reagierte auf die Wetterprognosen mit einer vorübergehenden Sperrung der Passstrassen am Susten und Grimsel ab Dienstagabend. Andere bedeutende Routen wie der Umbrailpass, der Ofenpass, der Oberalppass, der Julierpass, der Flüelapass und der Berninapass blieben zwischenzeitlich offen, präsentierten sich jedoch schneebedeckt. Auch der Simplonpass gilt grundsätzlich als befahrbar, wobei auf sämtlichen Strecken mit kurzfristigen Sperrungen, Schneekettenpflicht oder weiteren Einschränkungen gerechnet werden muss.

Weiss statt grau: So präsentieren sich die Alpenpässe
Foto: 20min

Nach Angaben des Bundesamtes für Meteorologie sank die Schneefallgrenze in der Nacht auf Mittwoch in inneralpinen Regionen wie dem Churer Rheintal, dem Albulatal oder der Surselva lokal auf unter 1.000 Meter. In der Deutschschweiz sank die Grenze im Laufe des Mittwochs von rund 2.500 Metern auf etwa 1.400 Meter ab. Höhere Gipfellagen und der Alpenhauptkamm verzeichneten beträchtliche Neuschneemengen, wobei in Lagen über 2.500 Metern zwischen 20 und 40 Zentimeter, stellenweise sogar bis zu 50 Zentimeter Schnee prognostiziert wurden. In tieferen Lagen und Tälern Graubündens fiel die Schneefallgrenze nachts teils unter 1.000 Meter, während in der Westschweiz und im Wallis Werte von etwa 1.500 Metern erreicht wurden.

Regenmassen im Tessin und Neuschnee im bayerischen Alpenraum

Nicht nur Schnee, auch heftige Regenfälle prägen das aktuelle Wettergeschehen. Der Bund warnte vor massiven Niederschlägen im Südosten der Schweiz, wobei im Westen des Tessins bis zu 120 Millimeter Regen erwartet wurden. Für diese Regionen galt am Mittwoch die Gefahrenstufe 2 von 5, da durchnässte Böden und steigende Pegelstände von Gewässern rasche Überschwemmungen auslösen können. Die amtlichen Warnungen für das Gebiet zwischen dem Brienzersee und der Stadt St. Gallen traten am Mittwochmorgen um 6 Uhr in Kraft und dauerten bis in die Nacht auf Donnerstag an, während im Tessin und in Graubünden entsprechende Warnungen bereits am Dienstagabend aktiv waren.

Wintereinbruch in den Alpen: Furka, Susten und Nufenen gesperrt
Foto: wetter.net

Auch in den bayerischen Alpen hat sich der Winter bemerkbar gemacht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verzeichnete in mittleren Höhenlagen fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee, während in exponierten Hochgebirgslagen und im Berchtesgadener Land bis zu 15 beziehungsweise 20 Zentimeter zusammenkamen. Im Allgäu wurden zudem bis zu 30 Liter Regen gemessen.

Meteorologische Einordnung und kommende Sturmtiefs

Die Kaltfront sorgte für einen spürbaren Temperatursturz im gesamten Bundesgebiet. In tiefer gelegenen Regionen sanken die Werte von zuvor etwa 12 Grad auf rund 9 Grad, während in einer Höhe von 2.000 Metern Temperaturen um den Gefrierpunkt gemessen wurden. Begleitet wurde der Wetterumschwung von kräftigen bis stürmischen Winden aus Südwest bis West, die in den Hochalpen Sturmstärke erreichten.

Grimselpass 2026.png
Foto: Blick

Nachdem am Donnerstag eine kurze Regenpause und wetterbedingte Beruhigung unter einem Zwischenhoch mit sonnigen Abschnitten eintrat, bleibt die Lage angespannt. Auf allen Strecken muss man mit kurzfristigen Sperren und Kettenpflicht rechnen, erklärte der Diplom-Meteorologe Dominik Jung auf seinem Portal wetter.net zur aktuellen Situation in der Alpenregion.

Sonne statt Grau: Wo in Deutschland die Sonne am häufigsten scheint – und wohin im Winter?

Auf allen Strecken muss man mit kurzfristigen Sperren und Kettenpflicht rechnen.

Dominik Jung, Diplom-Meteorologe

Schon am Freitag zieht nach Angaben von MeteoSchweiz das Sturmtief «Austen» auf, das kräftige Winde und neue Niederschläge in die Schweiz bringt. Das Wochenende zeigt sich wechselhaft mit Höchsttemperaturen um 10 Grad am Samstag und 12 Grad am Sonntag, bevor die Schneefallgrenze zu Wochenbeginn vorübergehend wieder ansteigt.

Reisende und Autofahrer werden von den zuständigen Stellen wie dem Touring Club Schweiz und dem ADAC ausdrücklich dazu aufgefordert, vor Antritt von Fahrten in Richtung Schweiz und Italien die aktuellen Verkehrsmeldungen zu prüfen und Fahrzeuge mit entsprechender Winterausrüstung zu versehen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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