Eine neu entdeckte Sicherheitslücke in WhatsApp ermöglicht es auf bestimmten Android-Smartphones, über einen eingehenden Videoanruf die Fotogalerie im gesperrten Zustand zu öffnen. Sicherheitsforscher meldeten das Problem an Meta und Google. Betroffene Geräte lassen sich vorerst über manuelle App-Berechtigungen absichern, während iPhones und Samsung-Modelle unbeeinträchtigt bleiben.
Wie die WhatsApp-Schwachstelle den Sperrbildschirm umgeht
Eine ungewöhnliche Sicherheitslücke in WhatsApp sorgt derzeit bei Android-Nutzern für Aufsehen. Ohne PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung lässt sich der Schutz des Sperrbildschirms auf manchen Geräten aushebeln. Das Ausnutzen der Lücke erfordert weder spezielle Programmierkenntnisse noch einen externen Fernangriff, wie berichtet wird. Voraussetzung ist lediglich physischer Zugriff auf das Smartphone, während ein eingehender Videoanruf entgegengenommen wird. Dabei handelt es sich weder um eine geheime Sicherheitslücke noch um einen komplizierten Hack.
Der genaue Ablauf ist unkompliziert. Sobald ein gesperrtes Gerät einen WhatsApp-Videoanruf empfängt, lässt sich das Telefonat über eine normale Wischgeste annehmen. Während das eigentliche Betriebssystem im Hintergrund gesperrt bleibt, öffnet ein Antippen des Effekte-Symbols ein Menü mit Filtern und Hintergründen. Die Option Create with Meta AI
führt zu weiteren Einstellungsseiten. Ein Klick auf „Edit photo“ öffnet schließlich die komplette Fotogalerie des Geräts, ohne dass eine biometrische Abfrage oder Code-Eingabe verlangt wird. Der Fehler wurde von Sicherheitsforscher Jose Rodriguez öffentlich gemacht, nachdem @VBarraquito das Problem zuerst auf X (ehemals Twitter) entdeckt hatte und NotebookCheck sowie @androidmalware2 es später bestätigten.
Wie Hans Liedtke vom SWR3 Team zusammenfasst, lässt sich der Rest des Systems gesperrt bleiben, sodass laut den Berichten nur die Bilder ansehen lassen. Andere Apps oder Einstellungen bleiben blockiert. Trotzdem können Fremde die Fotos mit einem zweiten Gerät abfotografieren – ein Risiko für deine Privatsphäre.
Testergebnisse zeigen große Unterschiede bei Android-Herstellern
Die Schwachstelle betrifft keineswegs alle Android-Smartphones gleichermaßen. Das Fachportal „Futurezone.at“ konnte diesen Ablauf unter anderem auf einem Sony Xperia nachvollziehen. Das Sicherheitsproblem wurde bereits an die Konzerne Meta und Google gemeldet.

| Gerätemodell | Betriebssystem | Verhalten bei dem Test |
|---|---|---|
| Sony Xperia 5 | Android 15 | Galerie öffnete sich ohne Entsperrung |
| Google Pixel 6 Pro | Android 17 | Uneingeschränkter Zugriff auf persönliche Bilder |
| Oppo K13 | ColorOS 16 | Umgehung funktionierte problemlos |
| Samsung Galaxy S25 Ultra | One UI 8.5 | Sperrbildschirm blockierte den Zugriff korrekt |
Wie unter anderem berichtet wurde, reagierten die Geräte im Test unterschiedlich. Während das Sony Xperia 5, das Google Pixel 6 Pro und das Oppo K13 den Zugriff auf die Fotos im gesperrten Zustand erlaubten, zeigte sich bei anderen Modellen ein anderes Bild. Die gute Nachricht für Samsung-Nutzer ist, dass Galaxy-Phones offenbar den Loophole korrekt blockieren. Bei einem Samsung Galaxy Z Fold 8 verlangte die Software ebenfalls eine zusätzliche Authentifizierung, und auf einem Pixel 11 Pro XL ließ sich der Videoanruf im gesperrten Zustand gar nicht erst annehmen.
Warum iPhones von dem Problem verschont bleiben
Apple-Geräte sind von der geschilderten Lücke überhaupt nicht betroffen.

So schützen Sie Ihre Privatsphäre vor dem Update
Da ein offizielles Patch noch ausrollt, sollten betroffene Android-Besitzer selbst gegensteuern. In den Systemeinstellungen lässt sich der Zugriff von WhatsApp auf private Aufnahmen manuell unterbinden. Der Weg dorthin führt über die Menüpunkte Apps, WhatsApp und anschließend Berechtigungen.
Diese Maßnahme hat jedoch eine praktische Einschränkung zur Folge. Solange WhatsApp der Fotozugriff entzogen ist, lassen sich über den Messenger keine Bilder mehr an Kontakte versenden, wie der SWR berichtet. Bis Meta und Google das entsprechende Update bereitstellen, bleibt dies der sicherste Weg, um fremden Zugriff auf private Galerien zu verhindern.
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