Der Goldpreis ist am Donnerstag auf ein Wochentief gefallen und notiert nun deutlich unter der psychologisch relevanten Marke von 4.300 Dollar. Laut einem Bericht von Boerse Express kostete die Feinunze am Vormittag rund 4.268 Dollar, was einem Rückgang von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Zeitweise sank der Preis sogar noch weiter.
Goldpreis steht am Wochentief: US-Anleiherenditen und starker Dollar drücken Kurs
Zinsen und Währung als Belastungsfaktoren
Die aktuelle Kursentwicklung wird maßgeblich durch die Finanzmärkte in den USA beeinflusst. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2007 geklettert. Da Gold ein zinsloses Asset ist, erhöhen steigende Renditen die Opportunitätskosten für Anleger, was den Druck auf das Edelmetall erhöht.
Zusätzlich belastet ein festerer US-Dollar den Preis. Marktteilnehmer setzen auf weitere Zinsschritte der Federal Reserve, was die US-Währung stützt. Laut Boerse Express profitiert der Dollar zudem von geopolitischen Risiken im Zusammenhang mit einem bevorstehenden Treffen zwischen Trump und Xi, was den Gegenwind für das Gold weiter verstärkt. Während die Gold-Futures zuletzt bei 4.325,37 Dollar notierten und damit nur geringfügig im Plus lagen, spiegelt dies eine allgemeine Unentschlossenheit am Markt wider.
Technische Analyse und Marktausblick
Aus charttechnischer Sicht befindet sich das Edelmetall an einem entscheidenden Punkt. Marktbeobachter richten ihren Blick nun auf die Unterstützung bei 4.260 Dollar. Sollte diese Marke halten, könnte dies als erstes Signal für eine Bodenbildung gewertet werden. Ein Fall unter diesen Wert würde hingegen den Weg für weitere Verluste ebnen. Die kommenden Kursbewegungen in einem Bereich von etwa 50 Dollar werden darüber entscheiden, ob eine Stabilisierung einsetzt oder sich der Abwärtsdruck fortsetzt.
Trotz des derzeit unattraktiven Chartbildes weisen Experten darauf hin, dass die fundamentalen Treiber der Nachfrage weiterhin bestehen. Dazu zählen insbesondere geopolitische Unsicherheiten sowie Käufe durch Notenbanken. Diese Faktoren bleiben intakt, auch wenn sie kurzfristig von der aktuellen Zinsdebatte überlagert werden.
Bereits Anfang September gab es ähnliche Tendenzen. Laut Reuters war der Goldpreis am 1. September auf ein Zwei-Wochen-Tief gefallen, nachdem er unter seinen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt gerutscht war. Damals führten Inflationssorgen und steigende US-Treasury-Renditen zu einem globalen Anleihenverkauf, was den Goldpreis zeitweise auf 4.342,20 Dollar pro Unze drückte.
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