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Welt

What will Trump do next with Iran?

US-Präsident Donald Trump hat am 23. Mai 2026 einen geplanten Militärschlag gegen den Iran auf Bitte arabischer Golfstaaten abgesagt. Während Trump von „ernsthaften Verhandlungen“ spricht, bleibt die Lage in der Straße von Hormuz durch gegenseitige Blockaden und steigende globale Energiepreise extrem angespannt.

Die Blockade der Straße von Hormuz und der wirtschaftliche Preis

Die Blockade der Straße von Hormuz und der wirtschaftliche Preis
cluster (priority): DW.com
Was als gezielte Militärkampagne im Februar begann, hat sich in ein gefährliches Ausdauerspiel verwandelt. Die Straße von Hormuz, über die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasverkehrs fließt, ist zum Zentrum eines dysfunktionalen Pattzustands geworden. Wie DW.com berichtet, erhebt Teheran von Schiffen bis zu 2 Millionen US-Dollar (1,73 Millionen Euro) für eine sichere Durchfahrt, während die USA ein Seeembargo durchsetzen und Schiffe mit iranischem Öl zurückweisen.Dieser wirtschaftliche Krieg trifft den Iran hart. Die öffentlichen Finanzen des Landes bluten aus, da die Einnahmen aus Ölexporten massiv einbrechen.
KategorieGeschätzter Verlust/BetragZeitraum/Kontext
Tägliche Handelsverluste435 Millionen US-Dollar (ca. 375 Mio. €)Täglich
Verluste durch US-Blockade17 Milliarden US-DollarÜber 39 Tage
Schäden durch US-israelische Schläge144 Milliarden US-DollarErste Kriegswochen
Wirtschaftliche Auswirkungen des Konflikts auf den Iran (Daten laut Miad Maleki, Foundation for Defense of Democracies)
Doch die Kosten tragen nicht nur die Kriegsparteien. Die globalen Energiemärkte reagieren nervös, was direkte Auswirkungen auf die US-amerikanischen Verbraucher hat. Laut einer Analyse von AAA sind die nationalen Durchschnittsbenzinpreise seit Beginn des Konflikts um mehr als 50 % gestiegen.

Trumps Strategie zwischen Drohungen und Diplomatie

Trumps Strategie zwischen Drohungen und Diplomatie
cluster (priority): The Guardian
Donald Trump setzt erneut auf sein Image als Dealmaker, doch das Muster ist repetitiv: eine Frist, eine Drohung, ein Rückzug und dann eine erneute Eskalation. Nachdem er den geplanten Schlag auf Drängen der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und Saudi-Arabiens gestoppt hat, signalisierte er eine Öffnung für Verhandlungen. Dennoch bleibt die militärische Option auf dem Tisch.Donald Trump, US-Präsident, via NPRTrotz dieser Diplomatie ordnete Trump seinen Kommandeuren an, in ständiger Bereitschaft für einen „vollständigen, groß angelegten Angriff auf den Iran, bei einer kurzen Vorwarnzeit, falls keine akzeptable Vereinbarung erzielt wird“, zu bleiben. Die Kernziele der USA — die Aufgabe des iranischen Atomprogramms, das Ende der ballistischen Raketenentwicklung und der Stopp der Unterstützung für Stellvertreter in Gaza, dem Irak, dem Libanon und dem Jemen — sind bislang nicht erfüllt.Diese Taktik des „An und Aus“ könnte jedoch nach hinten losgehen. Dania Thafer vom Gulf International Forum weist darauf hin, dass Teheran die wiederholten Drohungen und anschließenden Pausen möglicherweise als Zeichen von Schwäche wertet. Die iranische Seite interpretiere dies so, dass es den USA an dem Willen fehle, den Krieg tatsächlich zu eskalieren.

Irans militärischer Trotz und die Grenzen der Resilienz

Who did Trump want as the next leader of Iran? The country's former president
Teheran reagiert nicht mit Konzessionen, sondern mit einer Mischung aus diplomatischer Offenheit und militärischer Drohkulisse. Während Verhandlungen über die Wiederöffnung von Hormuz stocken, bleibt die Rhetorik der Hardliner scharf.Mohsen Rezaei, Militärberater des obersten Führers des Iran, via staatliches FernsehenMilitärisch scheint der Iran trotz der US-israelischen Luftschläge widerstandsfähig. Berichten zufolge sind etwa 70 % des iranischen Raketenbestands intakt. Burcu Ozcelik vom Royal United Services Institute stellt fest, dass der Iran durch Angriffe auf die Schifffahrt und die Golfnachbarn einen überproportionalen Einfluss gewonnen habe. Gleichzeitig warnt sie jedoch davor, dass die iranische Wirtschaft nicht „blockadefest“ sei und die Unterbrechung der Ölexporte das Regime massiv unter Druck setze.

Das Risiko eines neuen „ewigen Krieges“

Das Risiko eines neuen „ewigen Krieges“
cluster (priority): news.google.com
International wächst die Sorge, dass die USA in eine neue, unlösbare Sackgasse steuern. Vergleiche mit den traumatischen Erfahrungen in Vietnam, Afghanistan und dem Irak werden immer häufiger gezogen. The Guardian warnt davor, dass die humanitären und geopolitischen Folgen dieses Konflikts dauerhafter und global schädlicher sein könnten als alle vorangegangenen US-Desaster.Besonders in den ärmsten Ländern der Welt ist die Situation existenziell. In Somalia haben sich die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis und Weizen seit Beginn des Konflikts verdoppelt.Trump befindet sich in einer strategischen Zwickmühle. Entweder er eskaliert den Krieg weiter, was gegen den Willen seiner Golf-Alliierten und eines Großteils der US-Wählerschaft stünde, oder er akzeptiert einen Kompromiss. Ein Abkommen, das sich am Atomabkommen von 2015 orientiert, würde von seinen Anhängern vermutlich als strategische Niederlage gewertet werden.Mit Blick auf die US-Zwischenwahlen im November wird der wirtschaftliche Druck im Inland zum entscheidenden Faktor. Eine Umfrage von AP-NORC zeigt, dass nur ein Drittel der Amerikaner Trumps Umgang mit der Wirtschaft derzeit gutheißt. Wenn die Benzinpreise weiter steigen und die Blockade von Hormuz den Weltmarkt destabilisiert, könnte der innenpolitische Druck Trump zu einem Deal zwingen, den er eigentlich ablehnt.Die nächsten 30 Tage werden zeigen, ob die „ernsthaften Verhandlungen“ zu einer tatsächlichen Entspannung führen oder ob die Finger der Streitkräfte beider Seiten tatsächlich den Abzug drücken, sobald die nächste Frist verstreicht.
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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