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Wawrinka weint bei emotionalem Abschied von Roland Garros

Stan Wawrinka hat am Montag, 25. Mai 2026, sein letztes Spiel bei den French Open bestritten – und verabschiedete sich mit Tränen und einer emotionalen Zeremonie vom Pariser Sandplatz, wo er 2015 seinen größten Triumph feierte. Der 41-jährige Schweizer unterlag in der ersten Runde dem niederländischen Lucky Loser Jesper de Jong in einem hart umkämpften Vier-Satz-Match, das über drei Stunden dauerte. Mit einer von ihm initiierten La-Ola-Welle und Grußworten von Tennislegenden wie Roger Federer und Rafael Nadal ging Wawrinkas Karriere an diesem Ort in die Geschichte ein.

Ein Abschied, der in die Geschichtsbücher einging

Wawrinkas Abschied von Roland Garros war kein gewöhnlicher. Schon die Vorbereitungen zeigten, wie sehr die Tenniswelt den Moment feierte: Auf den Video-Leinwänden wurden emotionale Botschaften von Federer, Djokovic, Nadal und anderen Größen des Sports abgespielt, die Wawrinka für seine Karriere würdigten. Der Schweizer, der 2003 als Junior die French Open gewann und 2015 als Profi triumphierte, war sichtlich gerührt. „Das ist gerade sehr hart. Ich habe dieses Turnier geliebt und freue mich, dass ich noch einmal hier sein konnte. Ich wollte all das in meinem letzten Tennis-Jahr noch einmal erleben. Merci beaucoup“, sagte er nach dem Spiel und kämpfte mit den Tränen.

Wawrinka hatte sich bereits im Vorfeld als „ready for a fitting finale“ bezeichnet und unterstrich damit seinen Willen, seinen letzten Auftritt bei Roland Garros mit Wehmut, aber auch mit sportlicher Klasse zu gestalten. Die offizielle Turnierwebsite berichtete, dass er sich kurz vor seinem Match an der „Wall of Champions“ verewigt hatte – nur wenige Schritte entfernt von der Stelle, an der er 2015 seinen historischen Triumph gegen Novak Djokovic feierte. „Ich bin hier aufgewachsen, Roland Garros ist ein Teil von mir“, erklärte Wawrinka im Vorfeld des Turniers und betonte damit die tiefe Verbindung zu diesem Ort.

Sein letztes Match endete mit einer Niederlage gegen de Jong, der mit 25 Jahren nicht nur jünger, sondern auch technisch überlegen war. Wawrinka, der in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verletzungen und Formtiefs zu kämpfen hatte, zeigte dennoch bis zum Schluss seinen ungebrochenen Willen. „Drei Stunden voller Emotionen, drei Stunden voller Kampf – dank euch, dank der Unterstützung, die ihr mir all die Jahre gegeben habt“, fasste er zusammen, bevor er mit einer von den Fans begeistert aufgenommenen La-Ola-Welle den Platz verließ.

„On n’a jamais envie de dire au revoir quand on est passionné.“
— Stan Wawrinka, nach seiner Niederlage gegen Jesper de Jong, L’Équipe

Ein Match, das mehr war als ein Spiel

De Jongs Sieg war kein Zufall, sondern das Ergebnis eines hart umkämpften Duells. Der Niederländer, der in dieser Saison auf der ATP-Tour noch kein Einzel gewonnen hatte, setzte sich in vier Sätzen durch – 3:6, 6:3, 3:6, 4:6. Besonders bemerkenswert war, dass Wawrinka trotz seines Alters und der körperlichen Belastung in den ersten beiden Sätzen noch Chancen hatte, den Satz zu gewinnen. Erst in den letzten beiden Sätzen konnte de Jong die Oberhand behalten. Der 25-Jährige zeigte dabei nicht nur sportliche Klasse, sondern auch Respekt: „Heute geht es nicht um mich“, sagte er nach dem Match und löste damit Applaus aus.

Ein Match, das mehr war als ein Spiel
cluster (priority): Blick
Ein Match, das mehr war als ein Spiel
cluster (priority): sportschau.de

Wawrinka selbst kommentierte de Jongs Anekdote mit Humor: „Deshalb ist eben doch der Moment, um aufzuhören.“ Damit spielte er auf eine Episode aus seiner eigenen Jugend an, als er gegen de Jongs Trainer spielte, als dieser noch Balljunge war. Diese Verbindung unterstrich, wie sehr Wawrinkas Karriere und die moderne Ära des Tennis miteinander verwoben sind. De Jong, der erst durch die Qualifikation und als Lucky Loser ins Hauptfeld gekommen war, hatte zuvor 20 qualifizierende Grand-Slam-Matches bestritten, bevor er 2024 sein Debüt in der Hauptrunde der Australian Open gab. Sein Aufstieg vom Qualifikanten zum Sieger über eine Tennislegende in nur wenigen Jahren zeigt die Dynamik des modernen Tennissports.

Roland Garros feiert eine Legende

Die französische Tenniswelt verabschiedete Wawrinka mit einer Zeremonie, die an die Größe seiner Karriere erinnerte. Amélie Mauresmo, die Turnierdirektorin, und Gilles Moretton, Präsident des französischen Tennisverbands, hielten rührende Reden. Mauresmo würdigte Wawrinka als „einen der größten Kämpfer, die jemals auf unseren Plätzen standen“, während Moretton die Bedeutung seiner Erfolge für den französischen Tennis und die globale Sportkultur hervorhob. Die Fans skandierten seinen Namen, und die Video-Leinwände zeigten noch einmal die Höhepunkte seiner Karriere – darunter sein legendäres Spiel gegen Novak Djokovic 2015, bei dem er in der „Glückshose“ den Sieg davontrug.

In einem Interview mit der offiziellen Turnierwebsite betonte Wawrinka: „Wegen Turnieren wie diesen wollte ich Tennisprofi werden. Mein großes Ziel war, eines Tages hier anzutreten.“ Diese Worte fassten zusammen, was Wawrinka für den Tennisport und seine Fans bedeutet: ein Kämpfer, ein Sieger, ein Mensch, der mit Leidenschaft und Demut gespielt hat. Die Zeremonie wurde von einer emotionalen Rede von Gilles Moretton begleitet, der Wawrinka als „Symbol für den ungebrochenen Willen und die Authentizität im Sport“ bezeichnete.

Was kommt nach dem Abschied?

Wawrinkas Karriere ist damit noch nicht vorbei. Der Schweizer plant, seine Abschiedstournee fortzusetzen, und es gibt sogar die Möglichkeit, dass er noch einmal auf den Sandplätzen von Paris auftaucht. Sollte das Masters-1000-Hallenturnier von Paris am Ende der Saison eine Wildcard für ihn ausstellen, wäre es kaum vorstellbar, dass Wawrinka diese Chance nicht ergreifen würde. „Ich würde alles geben, um noch einmal hier zu spielen“, sagte er in einem Interview kurz nach seinem Abschiedsmatch. Die ATP hat jedoch noch keine offizielle Stellungnahme zu einer möglichen Wildcard abgegeben.

Was kommt nach dem Abschied?
cluster (priority): Neue Zürcher Zeitung

Für die Tenniswelt markiert Wawrinkas Abschied das Ende einer Ära. Er war einer der letzten großen Kämpfer einer Generation, die mit Federer, Nadal und Djokovic um die Vorherrschaft im Tennis rang. Sein Vermächtnis wird nicht nur in seinen Titeln und Erfolgen liegen, sondern auch in seiner Authentizität und seinem ungebrochenen Willen, selbst im Alter von 41 Jahren noch auf höchstem Niveau zu spielen.

Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wer wird Wawrinkas Platz einnehmen? Die Antwort darauf wird sich in den kommenden Jahren zeigen – doch eines ist sicher: Der Tennisport verliert mit Stan Wawrinka einen seiner größten Charaktere. Sein Abschied von Paris war nicht nur ein sportliches Ereignis, sondern ein emotionales. Die Bilder von Wawrinka, der mit Tränen in den Augen den Platz verließ, werden noch lange in Erinnerung bleiben. Sie stehen für eine Karriere, die geprägt war von Leidenschaft, Kampfgeist und einer tiefen Liebe zum Spiel.

Arthur Fils, der ursprünglich als Gegner von Wawrinka im ersten Match geplant war, musste sich aufgrund einer Hüftverletzung kurz vor Turnierbeginn zurückziehen. Dies führte dazu, dass Wawrinka stattdessen gegen Jesper de Jong antrat. Fils’ Ausfall unterstrich die Bedeutung von Wawrinkas Auftritt noch einmal: Er spielte nicht nur sein letztes Match, sondern tat dies auch unter besonderen Umständen, die seine Karriere und seinen Einfluss auf den Sport noch einmal in den Fokus rückten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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