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OLG Hamburg Verurteilt Mitglieder der Letzten Verteidigungswelle zu Haftstrafen

Das Hamburger Oberlandesgericht hat am 5. August 2026 gegen acht Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe Letzte Verteidigungswelle Haftstrafen zwischen anderthalb und fünf Jahren verhängt. Die Verurteilungen erfolgten unter anderem wegen versuchten Mordes, Brandstiftung und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, wobei viele Täter zur Tatzeit Jugendliche waren.

Die Urteile markieren den Abschluss eines 28-tägigen Verfahrens vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts. Aufgrund des jungen Alters der Angeklagten, die zur Tatzeit zwischen 14 und 21 Jahre alt waren, blieb der Prozess bis zur Urteilsverkündung für die Öffentlichkeit gesperrt, wie NDR.de berichtete.

Haftstrafen und Jugendstrafrecht für die „Letzte Verteidigungswelle“

Das Gericht sprach die Verurteilungen unter Anwendung des Jugendstrafrechts aus. Die Strafmaßspanne reicht von anderthalb bis zu fünf Jahren Haft. Für den jüngsten der Angeklagten, der aktuell 15 Jahre alt ist, wurde die Strafe von anderthalb Jahren zur Bewährung ausgesetzt, berichtet n-tv.de.

Die Altersstruktur der Verurteilten zum Zeitpunkt des Urteils ist bemerkenswert jung: Vier Personen sind weiterhin minderjährig. Drei der Verurteilten sind heute 17 Jahre alt, zwei sind 19 und zwei weitere 22 Jahre alt. Das Urteil ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig.

Brandanschläge in Altdöbern und Schmölln

Nach Überzeugung des Gerichts plante und verübte die Zelle Anschläge auf linke Einrichtungen sowie Asylbewerberheime. Ein konkreter Fall ereignete sich im Oktober 2024 in Altdöbern, Brandenburg. Dort brannte ein Kulturhaus vollständig aus; laut Anklage wurden die Bewohner nur durch Zufall nicht verletzt, wie n-tv.de übermittelte.

OLG Hamburg Verurteilt Mitglieder der Letzten Verteidigungswelle zu Haftstrafen
Photo: N TV

Ein weiterer Angriff erfolgte im Januar vergangenen Jahres in Schmölln, Thüringen. Zwei Mitglieder versuchten dort vergeblich, eine Asylbewerberunterkunft mithilfe von Pyrotechnik in Brand zu setzen. An der Fassade des Gebäudes hinterließen die Täter Hakenkreuze und die Parole Ausländer raus, so die Berichterstattung von NDR.de.

Verhinderte Attacke in Senftenberg durch Medienrecherche

Ein besonders schwerer geplanter Anschlag in Senftenberg, Brandenburg, konnte verhindert werden. Drei Mitglieder der Gruppe hatten laut Anklage einen Brandanschlag mit sogenannten Kugelbomben auf eine Asylbewerberunterkunft geplant.

"Letzte Verteidigungswelle": Prozess gegen junge Neonazis in Hamburg gestartet | NDR Info

Dieser Angriff scheiterte offenbar aufgrund von Hinweisen eines Reporterteams von RTL und dem Magazin Stern. Die Recherchen legten die Aktivitäten der Gruppe offen und führten zur Intervention der Behörden, wie n-tv.de detailliert.

Bundesweite Razzien und Organisation via Chatgruppen

Die Neonazis organisierten sich primär über Chatgruppen und hatten ihren Ursprung in Mecklenburg-Vorpommern. Der Prozess wurde in Hamburg geführt, da der dortige Staatsschutzsenat auch für Verfahren aus Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist, erläutert NDR.de.

  • Mai vergangenen Jahres: Großrazzien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hessen führten zur Festnahme von fünf Angeklagten; drei weitere befanden sich bereits in Untersuchungshaft.
  • März 2026: Während der laufende Prozess bereits begonnen hatte, durchsuchte die Bundesanwaltschaft Räumlichkeiten in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein im Zusammenhang mit zehn weiteren Beschuldigten.
  • Juni 2026: In Thüringen wurden zwei weitere Jugendliche als mutmaßliche Mitglieder verhaftet.

Neben den gewaltsamen Anschlägen wird der Gruppe zudem vorgeworfen, sogenanntes Pädo-Hunting betrieben zu haben, bei dem sie gezielt Personen jagten, die sie für Pädophile hielten, wie beide Quellen berichten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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