Stan Wawrinka bestreitet am Montag, den 25. Mai 2026, sein letztes French Open in Roland Garros. Der 41-jährige Lausanner, ein ehemaliger Grand-Slam-Sieger, tritt in seinem finalen Karrierejahr in Paris an. Nach dem kurzfristigen Ausfall seines ursprünglichen Gegners trifft er nun auf den niederländischen Lucky Loser Jesper de Jong.
Es ist der Abschied eines Giganten, auch wenn die aktuelle Formkurve weniger steil verläuft als in seinen Glanzzeiten. Wawrinka kehrt an den Ort zurück, der 2015 den absoluten Höhepunkt seiner Karriere markierte. Doch der Weg in dieses letzte Turnier war emotional turbulent und von körperlichen sowie mentalen Grenzsituationen geprägt.
Vom Favoriten-Duell zum Lucky Loser: Die neue Ausgangslage
Ursprünglich sah das Los für die erste Runde eine Begegnung mit dem französischen Lokalmatador Arthur Fils (ATP 19) vor. Ein Duell, das aufgrund der Heimstärke von Fils und der Erfahrung von Wawrinka für erhebliches Aufsehen gesorgt hätte. Wie 20min.ch berichtet, musste Fils jedoch am Samstag aufgrund von Verletzungsproblemen forfait erklären.

An seine Stelle tritt Jesper de Jong (ATP 106), ein sogenannter Lucky Loser. Für Wawrinka verändert dies die Dynamik des Spiels massiv. Während Fils eine physische Herausforderung auf höchstem Niveau dargestellt hätte, bietet de Jong eine Chance, mit einem Sieg psychologisches Momentum für die weiteren Runden aufzubauen.
Interessant ist dabei die Diskrepanz in der statistischen Erfassung: Während 20min.ch den Schweizer auf Platz 119 der ATP-Weltrangliste führt, gibt SRF Platz 113 an. Unabhängig von der exakten Zahl zeigt die Tendenz: Wawrinka kämpft gegen die Zeit und die eigene Physis, getrieben von der Motivation, seine Karriere in Paris würdig zu beenden.
Emotionale Achterbahn: Die Lehren aus Genf
Die Vorbereitung auf Roland Garros war alles andere als ruhig. Anfang Mai musste Wawrinka seine Partie in der zweiten Qualifikationsrunde für das ATP-Masters in Rom kurzfristig absagen. Die Rückkehr bei den Geneva Open 2026 offenbarte dann die tiefe emotionale Erschöpfung, die mit dem Ende einer professionellen Karriere einhergeht.

Nach einem stabilen Auftritt gegen Raul Brancaccio folgte eine frustrierende Niederlage gegen den US-Amerikaner Alex Michelsen (ATP 41). Die Reaktion des Schweizers war heftig: Ein zertrümmerter Schläger und ein sichtbares Gefühlschaos nach dem Verlust des ersten Satzes im Tie-Break.
Ich war kurz nach dem Spiel kurz davor, einen Nervenzusammenbruch zu erleiden. Zum Glück gab es einen kleinen Moment vor der Ehrung. Das hat mir geholfen, mich wieder zu fangen.
Diese Offenheit über seine psychische Verfassung ist ungewöhnlich für den normalerweise stoischen „Stan the Man“. Es verdeutlicht den enormen Druck, den er sich selbst für seinen „Last Dance“ auferlegt hat. In Paris scheint er sich nun gefangen zu haben, wobei er die Unterstützung der Fans als zentralen Faktor für seine Motivation hervorhebt.
Das Erbe von 2015 und die Kult-Hose
Kein Gespräch über Wawrinka in Paris kommt ohne die Erwähnung des Jahres 2015 aus. Sein sensationeller Sieg im Finale gegen Novak Djokovic ist nicht nur sportlich ein Meilenstein, sondern hat auch eine modische Komponente hinterlassen: seine rot-karierten Shorts.
Diese Hosen haben mittlerweile Kultstatus erreicht und befinden sich im Museum des Turniers. Auf die Frage, ob er das Kleidungsstück für seinen letzten Auftritt zurückholen wolle, reagierte Wawrinka mit seinem typischen Humor und scherzte, er müsse erst im Museum nachfragen und die Hose eventuell vorher waschen.
Hinter diesem Schmunzeln verbirgt sich die Erkenntnis, dass er in Paris eine Geschichte hinterlässt, die über reine Resultate hinausgeht. Er ist einer der wenigen Spieler, die es geschafft haben, die Dominanz der „Big Three“ in einem Grand-Slam-Finale auf Sand zu brechen.
Ein „Schweizer Tag“ in der Hauptstadt
Wawrinka ist zwar der einzige Schweizer Mann im Hauptfeld, doch er ist nicht allein in seiner Mission. Der Montag entwickelt sich zu einem massiven Einsatztag für die Schweiz, was die nationale Aufmerksamkeit auf das Turnier lenkt.

Die Besetzung der Schweizerinnen ist breit gefächert, wobei die Erwartungen variieren. Während <a href="https://www.blick.ch/sport/das-koennte-nicht-schlecht-sein-fuer-sie-blick-experte-guenthardt-traut-bencic-ueberraschung-zu-id21972771.
- Susan Bandecchi (WTA 215) gegen Cristina Bucsa (WTA 33)
- Jil Teichmann (WTA 170) gegen Liudmila Samsonova (WTA 27)
- Viktorija Golubic (WTA 82) gegen Panna Udvardy (WTA 59)
Die Tatsache, dass vier Schweizer Profis an einem einzigen Tag in die Arena ziehen, verstärkt die emotionale Aufladung rund um Wawrinkas Abschied. Es ist eine symbolische Übergabe: Die Legende tritt ein letztes Mal an, während eine neue Generation von Schweizer Spielern versucht, im Schatten seiner Erfolge eigene Akzente zu setzen.
Für Wawrinka geht es nun nicht mehr um Weltranglistenpunkte oder Titel. Es geht um die Art und Weise, wie der Vorhang fällt. Ob er gegen de Jong seine alte Dominanz kurzzeitig zurückrufen kann, wird darüber entscheiden, ob sein Abschied in Paris ein nostalgischer Rückblick oder ein letztes, triumphales Ausrufezeichen wird.
<!– /wp:paragraph Wawrinka mit seiner unnachahmlichen Präsenz und den Schweizerinnen als Team die sportliche Geschichte Roland Garros weiter bereichern wird.