Die wichtigsten US-Indizes haben die Woche trotz eines Erholungsversuchs zum Wochenausklang mit Verlusten beendet. Wie aus Daten hervorgeht, verzeichneten die großen Aktienindizes auf Wochensicht Rücksetzer von mindestens 0,8 Prozent. Verantwortlich für den Abwärtstrend waren vor allem steigende Anleihenrenditen und Inflationssorgen, die den S&P 500 im Wochenverlauf um 1,4 Prozent einbrechen ließen. Der Nasdaq verlor in derselben Periode 2 Prozent, während der Dow Jones Industrial Average um 0,9 Prozent nachgab und damit den zweiten wöchentlichen Verlust in Folge verzeichnete.
Wall Street schließt Woche im Minus
Zwar konnte der Dow Jones Industrial Average am Freitag um 517,80 Punkte beziehungsweise 0,98 Prozent zulegen und bei 53.277,01 Punkten schließen, gestützt unter anderem von Gesundheitswerten wie Merck und Johnson & Johnson, doch der Gesamtverlauf der Woche blieb negativ. Der S&P 500 kletterte am Freitag um 0,43 Prozent auf 7.674,37 Punkte, und der Nasdaq Composite stieg ebenfalls um 0,43 Prozent auf 26.180,45 Punkte. Auch der globale Markt bekam die Tendenzen zu spüren: Der MSCI All Country World Index verzeichnete ein Wochenminus von fast einem Prozent.
Anleihenrenditen und Zinsdruck belasten den Markt
Hintergrund der schwachen Marktverfassung sind anhaltend hohe Renditen an den Anleihenmärkten. Länger laufende Staatspapiere standen stark unter Druck, da Anleger wegen steigender Ölpreise Inflationsrisiken fürchten. So notierten die Renditen für 30-jährige Treasuries zum Wochenschluss bei 5,276 Prozent, während zehnjährige Anleihen eine Rendite von 4,737 Prozent aufwiesen. Trotz Bemühungen von US-Finanzminister Scott Bessent zur Eindämmung der Kreditkosten hielten sich die Renditen damit nahe ihren Höchstständen der vergangenen zehn Jahre.

Finanzminister Scott Bessent erklärte, das Finanzministerium verfüge über ein „großes Instrumentarium für den Markt und kündigte an, dass die US-Regierung in den kommenden Tagen einen „verstärkten Fokus auf Haushaltskonsolidierungbekannt geben werde. Zugleich warnte Bessent im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen, dass jegliche verbliebenen Verbindungen zu Teheran die wirtschaftliche Vernichtung eines Staates beschleunigen würden.
Analysten und Experten blicken nun besorgt auf die weitere Entwicklung der Zinsen. Leo Kelly, Gründer und CEO von Verdence Capital Advisors, warnte vor weiteren Verlusten und einem möglichen Rutsch der Aktienmärkte in Richtung einer Korrekturzone im Herbst, sollten die Anleihenrenditen weiter steigen und die Spannungen im Nahen Osten anhalten. Marktteilnehmer richten ihren Blick daher auf eine bevorstehende Rede von Federal-Reserve-Chef Kevin Warsh beim Jackson Hole Economic Policy Symposium, von der sich Investoren Klarheit über den geldpolitischen Kurs erhoffen.
Bitcoin profitiert als digitaler Gegenwind-Gewinner
Während traditionelle Aktienmärkte unter Druck gerieten, gehörte die Kryptowährung Bitcoin zu den profitierenden Anlageklassen. Angesichts höherer Renditen legte der Bitcoin um 6 Prozent zu, kletterte über die Marke von 77.000 US-Dollar und verbuchte damit nach Angaben der Berichterstattung seine beste Woche seit dem Jahr 2024. Auf Wochensicht summierte sich das Plus sogar auf rund 22 Prozent.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Sektor durch politische Signale aus Washington. So hatte US-Präsident Donald Trump den Kongress dazu aufgefordert, kryptofreundliche Gesetze zu verabschieden. In diesem Umfeld verzeichneten auch kryptobezogene Aktien deutliche Kursgewinne: Die Aktien der Online-Brokerage-Plattform Robinhood kletterten um fast 14 Prozent, während die Kryptobörse Coinbase einen Zuwachs von 8 Prozent verbuchte.