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Unternehmen

Volkswagen stoppt ID. Golf nach Milliardenverlust

Volkswagen hat die Entwicklungsarbeiten für den vollelektrischen ID. Golf in Wolfsburg vorerst gestoppt. Angesichts eines Milliardenverlusts im dritten Quartal und verfehlter Sparziele im Stammwerk fehlen dem Autobauer nach Angaben vom Oktober 2026 die nötigen Mittel, um das zukunftsweisende Kompaktmodell weiterzuentwickeln.

Volkswagen zieht bei einem seiner wichtigsten Zukunftsprojekte die Notbremse. Der geplante Elektro-Nachfolger des klassischen Bestsellers, der unter dem Namen ID. Golf auf den Markt kommen sollte, liegt vorerst auf Eis.

Milliardenverlust im dritten Quartal zwingt Volkswagen zum Sparen

Ausgelöst wurde der drastische Schritt durch Geschäftszahlen zur Mitte des Herbstes 2026. Auf Konzernebene lag das Ergebnis nach Steuern im dritten Quartal bei rund minus 5,82 Milliarden Euro. Belastet wurde die Bilanz vor allem durch eine milliardenschwere Abschreibung bei Porsche, ein schwächelndes China-Geschäft sowie hohe Umbaukosten.

Volkswagen stoppt ID. Golf nach Milliardenverlust
Foto: Handelsblatt

Auch die Kernmarke Volkswagen Pkw rutschte in die roten Zahlen und schrieb von Juli bis September einen Verlust von 182 Millionen Euro. Es ist das erste negative Quartalsergebnis der Kernmarke seit dem Pandemiejahr 2020. Markenchef Thomas Schäfer begründete die Entwicklung unter anderem damit, dass Volkswagen mit reinen Elektrofahrzeugen derzeit weniger verdiene als mit vergleichbaren Verbrennern. Hinzu komme Preisdruck, der insbesondere von chinesischen Herstellern ausgehe.

Das Stammwerk Wolfsburg verfehlt seine internen Sparziele deutlich

Im internen Intranet machte der Vorstand die Dramatik der Situation deutlich. Während andere Standorte bei der Reduzierung ihrer Fabrikkosten auf Kurs liegen, hinken die Wolfsburger hinterher. Im laufenden Jahr fehlen im Stammwerk rund 300 Millionen Euro an Einsparungen.

Das umfassende Sparprogramm sei als Marathon angelegt, fügte Schäfer hinzu, doch ein kleiner Sprint würde dem Konzern derzeit helfen. Zusammen mit Marken-Finanzvorstand David Powels entschied die Konzernführung, die Vorleistungen für das kommende Kompaktfahrzeug einzufrieren, bis die Investitionen wieder auf solider Basis stehen.

Volkswagen fährt Milliardenverlust ein

Eine konkrete Maßnahme bei der Marke Volkswagen ist deshalb, die Entwicklungsleistungen für den künftigen ID. Golf vorübergehend zu pausieren, bis wir die nötigen Investitionen sicher abbilden können.

David Powels, Finanzvorstand der Marke VW

Zusätzlichen Druck erzeugen Belastungen am Standort Osnabrück sowie eine operativ gedrückte Marge der Markengruppe Core, die in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 auf 4,1 Prozent sank. Die Kursziele reagierten prompt: So senkte JPMorgan das Kursziel für die VW-Vorzugsaktie von 110 auf 85 Euro.

Der Betriebsrat und Experten bewerten die Entwicklungspause unterschiedlich

Ob Konstruktion, Softwareentwicklung oder direkte Aufträge an Zulieferer von dem Stopp im Detail betroffen sind, ließ das Unternehmen offen. Klar ist jedoch, dass der Zeitplan für den vollelektrischen Golf wackelt. Mittlerweile ist von Anfang der 2030er-Jahre die Rede. Das Fahrzeug soll auf der neuen Elektroplattform SSP basieren.

Volkswagen stoppt ID. Golf nach Milliardenverlust
Foto: n-tv.de

Der Betriebsrat versuchte, die Entscheidung herunterzuspielen. Die Arbeitnehmervertretung betonte, dass es sich nicht um eine endgültige Einstellung des Projekts handele. Verlorene Entwicklungszeit lasse sich im Nachhinein wieder aufholen. Gleichzeitig räumte die Arbeitnehmerseite ein, dass der Ausgabenstopp ein Anzeichen für die finanzielle Verfassung des Konzerns ist.

Die Automobilexpertin Prof. Dr. Helena Wisbert von der Ostfalia Hochschule erklärte gegenüber dem NDR, dass Fahrzeugentwicklungsprozesse eng aufeinander abgestimmt seien. Frühe Verzögerungen in einer so sensiblen Phase könnten sich zwangsläufig auf den späteren Produktionsstart auswirken. Bis der ID.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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